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Rebellenhochburg in Syrien - Tausende Zivilisten fliehen aus Ost-Ghuta

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Tausende Zivilisten haben offenbar das Rebellengebiet Ost-Ghuta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus verlassen. Die syrische Armee hatte in der Nacht einen Korridor geöffnet.

Archiv: Syrische Zivilisten, die aus Ost-Ghuta geflohen sind und nun an einem Checkpoint der Armee sitzen, aufgenommen am 13.03.2018
Syrische Zivilisten, die aus Ost-Ghuta geflohen sind (Archivbild) Quelle: dpa

Das staatliche syrische Fernsehen zeigte Aufnahmen, wonach etliche Zivilisten aus der belagerten Stadt Hamuria in Richtung von Gebieten strömten, die sich unter Regierungskontrolle befinden.

Flucht-Korridor in der Nacht geöffnet

Auf Fernsehbildern waren seit den frühen Morgenstunden Hunderte Menschen zu sehen, die scharenweise durch einen Korridor strömten. Diesen hatten die Regierungstruppen nach einem nächtlichen Vormarsch um Hamuria geöffnet. Einige Quellen sprachen von Tausenden Menschen, die auf der Flucht sind. Es werde erwartet, dass im Lauf des Tages zehntausend Menschen aus Ost-Ghuta entkommen werden, berichtete ZDF-Korrespondent Hans-Ulrich Gack. Syriens Machthaber Baschar al-Assad hatte Mitte Februar eine groß angelegte Luft- und Bodenoffensive gestartet, um die letzte Rebellenhochburg nahe Damaskus unter seine Kontrolle zu bringen.

Die Flucht wirkte wie der größte Exodus von Zivilisten aus dem Gebiet seit dem Beginn der Regierungsoffensive vor mehr als drei Wochen. Der Sender Al-Ichbarija TV sowie die libanesischen Kanäle Al-Majadin und Al-Manar berichteten, die Zivilisten seien Bewohner von Ost-Ghuta, die von den Regierungskräften "befreit" worden seien. Laut Al-Ichbarija sollen sie in ein Identifikations- und Hilfszentrum gebracht werden. Männer, die vor laufenden Kameras interviewt wurden, lobten das syrische Militär und Präsident Baschar al-Assad. Bewaffnete Gruppen hätten sie gedemütigt und gegen ihren Willen in Ost-Ghuta festgehalten, sagten sie.

Hilfskonvoi erreicht Region

In Ost-Ghuta halten sich islamistische Kämpfer verschanzt. Seit dem Beginn der Offensive wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Region mehr als 1.200 Zivilisten getötet. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen nach eigenen Angaben von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind für Medien kaum zu überprüfen. Die von Russland unterstützten Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad stehen offenbar kurz vor der Eroberung der letzten größeren Rebellenhochburg nahe der Hauptstadt Damaskus.

Ein internationaler Hilfskonvoi hat nach Angaben des Roten Kreuzes Lebensmittel in die Stadt Duma im belagerten syrischen Rebellengebiet Ost-Ghuta geliefert. Die Essensrationen sollen für 26.100 Menschen einen Monat lang reichen, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Donnerstag in Genf mitteilte. IKRK-Präsident Peter Maurer sei an der Lieferung mit 25 Lastkraftwagen in das Gebiet Ost-Ghuta mit knapp 400.000 Einwohnern beteiligt gewesen, hieß es. In den vergangenen Wochen erreichten wegen der Gefechte nur vereinzelte Konvois Ost-Ghuta, und nicht alle Trucks mit humanitären Gütern konnten entladen werden.

Konflikt dauert bereits sieben Jahre an

Maurer forderte zum siebten Jahrestag des Beginns des Konflikts in Syrien am 15. März 2011, dass die Parteien den Konflikt beenden müssten. Das Leiden der Menschen dürfe nicht länger andauern, erklärte Maurer. Neben dem IKRK beteiligten sich auch der Syrisch-Arabische Rote Halbmond und das Welternährungsprogramm an der Lieferung nach Duma. Eine Sprecherin des Roten Kreuzes sagte, dass in den kommenden Tagen ein weiterer Konvoi mit medizinischer Gütern nach Ost-Ghuta starten könnte.

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