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Evakuierung von Helfern - Syrien: Weißhelm-Rettung ist "kriminell"

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Syrien hat die Rettung der Hilfsorganisation Weißhelme verurteilt: "Eine kriminelle Operation", hieß es vom Assad-Regime. Acht Retter und ihre Familien will Deutschland aufnehmen.

Menschen werden von israelischen Soldaten vor den Kämpfen in Syrien in Sicherheit gebracht
Menschen werden von israelischen Soldaten vor den Kämpfen in Syrien in Sicherheit gebracht. Quelle: dpa

Die Regierung in Damaskus sprach am Montag von einer "kriminellen Operation", die von "Israel und seinen Helfershelfern" durchgeführt worden sei. Die Aktion "offenbart die wahre Natur der sogenannten Weißhelme", sagte ein Vertreter des Außenministeriums. Es handele sich um eine Aggression Israels, aber auch der Beteiligten USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada und Jordanien gegenüber dem syrischen Volk.

422 Menschen evakuiert

Die Weißhelm-Angehörigen und ihre Familien waren mit Hilfe Israels aus Syrien über die von Israel besetzen Golanhöhen nach Jordanien gebracht worden. Israel hatte seine Beteiligung mit einer entsprechenden Bitte von US-Präsident Donald Trump und anderer Politiker begründet. Die Betroffenen hätten um ihr Leben fürchten müssen. Nach Angaben der jordanischen Regierung wurden 422 Personen und Familienangehörige aus Syrien gerettet.

Die syrische Regierung hingegen beschuldigt die Zivilschutzorganisation Weißhelme, Agenten ausländischer Feinde zu sein und mit den Aufständischen zusammenzuarbeiten, die Syriens Machthaber Baschar al-Assad stürzen wollen. Die Helfer, die eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Jahren mehr als 114 000 Menschen aus den Trümmern des Bürgerkrieges retteten, betonen jedoch ihre Neutralität und wurden für ihre Arbeit 2016 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

"Eine fantastische Nachricht"

Die Menschen sollen innerhalb von drei Monaten nach Kanada, Großbritannien und Deutschland ausgeflogen werden. Deutschland erklärte sich bereit, acht der geflohenen Personen und ihre Kernfamilie aufzunehmen, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag sagte. "Voraussichtlich werden wir auf eine Zahl von 47 kommen", ergänzte sie. Neben den acht Rettern sollen ihre Ehepartner sowie deren minderjährige Kinder kommen dürfen. Die Evakuierten sollen wahrscheinlich nach dem üblichen Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer aufgeteilt werden. Dieser regelt die Verteilung nach Bevölkerungszahl und Steuereinnahmen. Die Weißhelme müssen in Deutschland kein Asyl beantragen, sie werden "aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen" aufgenommen.

Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte nach einem Treffen mit seinem britischen Kollegen Jeremy Hunt in Berlin, er sei erleichtert, dass die Weißhelme und ihre Familien in einer besonders kritischen Lage außer Landes gebracht werden konnten und nun in Sicherheit seien. Die Hilfsaktion sei ein Gebot der Menschlichkeit. Hunt sprach von einer "fantastischen Nachricht", dass die Weißhelme gerettet werden konnten. Einen Präzedenzfall will die deutsche Regierung in der Rettungsaktion nicht sehen, wie das Auswärtigen Amtes deutlich machte. "So eine Situation, wie am Wochenende, ist nicht beliebig reproduzierbar", sagte ein Sprecher.

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