Sie sind hier:

Islamistischer Terror - Berlin: Bombenbauer verhaftet

Datum:

Nach dem islamistischen Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin vor drei Jahren konnten mehrere Anschlagspläne vereitelt werden. Nun auch wieder in Berlin.

Polizeibeamte des Spezialeinsatzkommando Berlin (SEK)
Polizeibeamte des Spezialeinsatzkommando Berlin (SEK)
Quelle: DPA

Ein 26-jähriger Mann aus Syrien ist in Berlin verhaftet worden, weil er einen islamistischen Terroranschlag geplant haben soll. Der Verdächtige soll sich in Chatgruppen über den Bau von Bomben informiert und bereits entsprechende Chemikalien gekauft haben. Das teilten die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe und die Berliner Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag mit.

In Berliner Wohnung verhaftet

Eine Spezialeinheit der Bundespolizei und Polizisten des Bundeskriminalamtes (BKA) verhafteten den Mann am Dienstagmorgen in seiner Berliner Wohnung. Die Wohnung wurde durchsucht, um weitere Beweise zu finden. Die Bundesanwaltschaft erklärte, der Verdächtige habe eine radikal-islamistische Einstellung. Er soll bereits begonnen haben, "die benötigten Bauteile und Chemikalien für den Bau einer Sprengvorrichtung zu beschaffen".

Und weiter: "Diese sollte zu einem nicht bekannten Zeitpunkt an einem unbekannten Ort in Deutschland gezündet werden, um eine möglichst große Anzahl an Menschen zu töten und zu verletzen." Im August 2019 soll der Mann Aceton und im September 2019 Wasserstoffperoxidlösung gekauft haben. "Beide Chemikalien werden zur Herstellung des hochexplosiven Sprengstoffs Triacetontriperoxid (TATP) benötigt."

Verdacht auf schwere staatsgefährdende Gewalttat

Der Berliner Generalstaatsanwaltschaft zufolge soll der Syrer seit dem Frühjahr 2019 neunmal in einer Messenger-Gruppe, die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahesteht, Anleitungen zum Bau von Waffen und zum Herstellen von Sprengstoff ausgetauscht haben. "Zweck des Chatverkehrs soll die Vorbereitung von Terroranschlägen gewesen sein." Bei den Chats ging es demnach um Plastiksprengstoff, Paket- und Magnetbomben sowie "Türfallen mit Explosivstoffen". Thema waren demnach auch Kalaschnikow-Sturmgewehre, Maschinenpistolen und weitere Schusswaffen. Der Haftbefehl wurde in Berlin wegen des Verdachts der Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ausgestellt.

Karlsruhe ermittelt parallel wegen des Verdachts der Vorbereitung einer derartigen Tat. Das Alter des Mannes wurde zunächst mit 37 Jahren angegeben und später auf 26 korrigiert. Der Verdächtige soll nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" in der Nähe des Rathauses Schöneberg wohnen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft machte dazu zunächst keine Angaben. Der Sprengstoff TATP lässt sich mit sehr einfachen Mitteln herstellen, ist billig und hat eine hohe Wucht. Das alles macht ihn attraktiv für Terroristen. Die Hauptbestandteile können Nagellackentferner und Haarbleichmittel sein. Im Nahen Osten ist TATP auch bekannt als "Mutter des Satans". Benutzt wurde es unter anderem bei den Terroranschlägen in Paris 2015.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.