Sie sind hier:

Tag der Deutschen Industrie - Merkel hofft auf G20-Bekenntnis zu freiem Handel

Datum:

Beim Tag der Deutschen Industrie trifft sich in Berlin Politik und Wirtschaft. Angesichts der guten Konjunktur warnt die Industrie vor Stillstand und Selbstzufriedenheit. Gut zwei Wochen vor dem G20-Gipfel warb Kanzlerin Merkel für ein Bekenntnis zu freiem Handel.

Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie, äußert sich im Gespräch mit Norbert Lehmann zur Lage der deutschen Konjunktur, mahnt trotz guter Wirtschaftsdaten zur Vorsicht und spricht sich für staatliche Investitionen aus.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

"Es kommen plötzlich wieder Denkmuster zum Vorschein, die wir eigentlich für überwunden gehalten hatten", sagte Angela Merkel (CDU) am Dienstag auf dem Tag der Deutschen Industrie in Berlin. Für den vermeintlichen eigenen Vorteil werde auf Abgrenzung gesetzt, sagte die Kanzlerin, ohne etwa die USA namentlich zu nennen.

Die Bundesregierung werde alles daran setzen, beim G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs Anfang Juli in Hamburg eine möglichst breite Übereinkunft zu erreichen. "Angesichts der neuen amerikanischen Administration ist das nicht einfach. Und trotzdem müssen wir uns der Mühe unterziehen", sagte Merkel. Immer wieder müsse erläutert werden, warum offene Märkte Vorteile bringen für Arbeitnehmer, Verbraucher und Unternehmen.

Merkel: Noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten

"Es mag vielleicht sein, dass Abschottung und Protektionismus kurzfristig heimischen Unternehmen das Leben ein wenig erleichtert", sagte die Kanzlerin. Aber mittel- und langfristig würden die Investitions- und damit die Wettbewerbsfähigkeit leiden. In der Debatte über die Globalisierung sei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Die deutsche Industrie warnte angesichts der anhaltend guten Konjunktur vor Selbstzufriedenheit. "Die gute Wirtschaftslage ist kein Freifahrtschein zum Ausruhen", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, am Dienstag in Berlin. "Unser Erfolg ergibt sich auch aus einem schwachen Eurokurs, einem moderaten Ölpreis und einer expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank." Auf dem Tag der Deutschen Industrie forderte Kempf die Politik auf, die Haushaltsüberschüsse in Bund, Ländern und Kommunen für mehr Investitionen unter anderem in die Bildung zu nutzen.

BDI erwartet 1,5 Prozent Wachstum

Für dieses Jahr rechnet der Verband für Deutschland unverändert mit einem Wirtschaftswachstum von etwa 1,5 Prozent. Kritik übte der BDI-Chef erneut am Kurs von US-Präsident Donald Trump. "Ob Einreiseverbote, der Rückzug aus Freihandelsabkommen, die Androhung von Strafzöllen oder die Aufkündigung des Pariser Klimaabkommens: Diese Politik widerspricht allem, was die transatlantische Wertepartnerschaft mit den Vereinigten Staaten bisher ausgezeichnet hat." Zugleich forderte Kempf China auf, Ernst zu machen mit der Marktöffnung und ausländische Unternehmen nicht zu benachteiligen.

Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz spricht auf dem Industrietag und versucht,  die versammelten Topmanager von seinen Konzepten zu überzeugen. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir und FDP-Chef Christian Lindner werden ebenfalls erwartet.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.