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Bundesweiter Tag der Organspende - Größere Hoffnung auf Transplantationen

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2019 ist ein besonderes Jahr für die Organspende. Zwei Gesetzesvorhaben könnten die Transplantationsmedizin auf neue Beine stellen. Und ein Minister hat seine Meinung geändert.

Zustimmung zur Organspende auf einem Spendeausweis. Archivbild
Zustimmung zur Organspende auf einem Spendeausweis. Archivbild
Quelle: Marie Reichenbach/dpa

Wenn es um das Thema Organspende geht, tut sich auch Jens Spahn schwer: Einst hat der CDU-Gesundheitspolitiker dafür gekämpft, dass jeder Bürger einer möglichen Spende ausdrücklich zustimmen müsse und es keine Entscheidungspflicht im Vorhinein gebe. Sieben Jahre später hat er als Bundesgesundheitsminister seine Position geändert: "Ich musste einfach erkennen, dass das, was ich damals als die Lösung verkauft habe, nicht funktioniert hat", begründete er. Und deshalb ist Spahn jetzt vehementer Befürworter einer sogenannten Widerspruchslösung, die jeden Bürger zum potenziellen Organspender macht - außer, er hat ausdrücklich widersprochen.

Gibt es eine moralische Pflicht zur Organspende? Und wie weit darf der Staat die Bürger drängen, sich mit diesem Thema zu befassen oder sich zu entscheiden? Diese Fragen werden auch den bundesweiten Tag der Organspende prägen, der heute mit einer zentralen Veranstaltung in Kiel eröffnet wurde.

Das Hauptproblem ist nicht die Spendebereitschaft

2019 ist ein besonderes Jahr für die Organtransplantation in Deutschland. Anfang April ist das neue Gesetz zur Verbesserung der Strukturen in der Transplantationsmedizin in Kraft getreten: Krankenhäuser sollen mehr Geld für Organtransplantationen erhalten. Die Position der derzeit rund 1.600 Transplantationsbeauftragten wird gestärkt. Erstmals ist die Angehörigenbetreuung im Gesetz verankert. Der Bundestag reagierte damit auf die Erkenntnis von Wissenschaftlern, dass die Strukturen in den Krankenhäusern für die sinkende Zahl der Organspenden verantwortlich sind.

So führe der hohe wirtschaftliche und personelle Druck dazu, dass die Kliniken das Thema vernachlässigten. Auch Spahn betonte, die Kliniken seien der entscheidende Flaschenhals. "Das Hauptproblem bei der Organspende ist nicht die Spendebereitschaft. Die hat in den vergangenen Jahren sogar zugenommen."

Hoffnungen auf die Neuregelung sind groß

Die Hoffnungen auf die Neuregelung sind groß. Immerhin hatten ähnliche Strukturverbesserungen etwa in Spanien zu einem starken Anstieg der Spenderzahlen geführt. Umso verwunderlicher, dass Spahn und der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach noch ein zweites Konfliktfeld eröffneten: nämlich die Einführung der Widerspruchslösung.

Infografik: Wie viele Menschen nach dem Tod Organe gespendet haben
Infografik: Wie viele Menschen nach dem Tod Organe gespendet haben
Quelle: irodat.org/ZDF

Spahn räumt ein, eine Widerspruchslösung sei ein Eingriff des Staates "in die Freiheit des Einzelnen". Doch seien alle bisherigen Versuche, die stark zurückgehende Zahl der Organspender wieder zu erhöhen, ohne Erfolg geblieben.

Lauterbach sprach sogar von einer "Schande", dass zurzeit so viele Menschen "unnötig leiden, weil keine Organe für sie vorhanden sind". Fast jeder Mensch sei im Krankheitsfall auch ein potenzieller Empfänger von Organen. Da sei es richtig, dass auch jeder ein möglicher Spender sei. Unterstützt wird diese Position auch von der Bundesärztekammer und zahlreichen medizinischen Fachgesellschaften.

Vielen Bundestagsabgeordneten allerdings geht diese Widerspruchslösung zu weit. Sie sehen darin eine Übergriffigkeit des Staates. Eine Gruppe von Abgeordneten von Union, SPD, Grünen, Linkspartei und FDP hat deshalb eine Alternative vorgelegt, die an der bislang geforderten ausdrücklichen Zustimmung festhält, aber mehr Verbindlichkeit bei der Entscheidung will. Dafür soll das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information ein Online-Spendenregister einrichten.

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