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Spahn: "Tag der Hoffnung"

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Bundesweiter Tag der Organspende - Spahn: "Tag der Hoffnung"

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Am heutigen Tag der Organspende appelliert Gesundheitsminister Jens Spahn zur Auseinandersetzung mit dem Thema. In Deutschland warten fast 10.000 Menschen auf ein Spenderorgan.

Jens Spahn am 01.06.2019 in Kiel
Jens Spahn fordert die Bürger bei der zentralen Veranstaltung zum Tag der Organspende in Kiel auf: Treffen Sie ein Entscheidung.
Quelle: dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat zum Tag der Organspende am Samstag für die sogenannte Widerspruchslösung geworben. "Ich finde, jeder Mensch sollte sich zumindest ein Mal im Leben mit dem Thema Organspende auseinandersetzen" erklärte Spahn im Kurzbotschaftendienst Twitter. Angesichts des großen Mangels an passenden Organen in Deutschland dankte Spahn den Spendern: Leben zu schenken bedeute "größtmögliche Solidarität".

Bei Begegnungen mit Menschen, die dank einer Organspende noch am Leben sind, kann man hautnah erleben, wie lebenswichtig Organspende ist.
Gesundheitsminister Jens Spahn

Der Tag der Organspende findet jährlich am ersten Samstag im Juni statt, zentraler Veranstaltungsort war in diesem Jahr Kiel. "Bei Begegnungen mit Menschen, die dank einer Organspende noch am Leben sind, kann man hautnah erleben, wie lebenswichtig Organspende ist", sagte Spahn in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt.

"Informieren Sie sich", so Spahn weiter. "Sprechen Sie mit Ihrer Familie und treffen Sie eine Entscheidung! Damit setzen Sie ein Zeichen der Hoffnung für die fast 10 000 Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Mit einer Entscheidung entlasten Sie zudem ihre Angehörigen, die sonst im Ernstfall diese schwierige Frage beantworten müssen."

Kein Automatismus bei Widerspruchslösung

In einem Gastbeitrag für die "Passauer Neue Presse" vom Samstag hatte Spahn zuvor betont, dass es bei der Widerspruchslösung keinen Automatismus gebe. Volljährige Bürger als potenzielle Organspender sollten künftig "dreimal angeschrieben und auf diese Rechtsänderung hingewiesen" werden - "und sie können jederzeit widersprechen", schrieb der Minister. Falls dies nicht zu Lebzeiten passiere, würden die Angehörigen nach dem Willen der Verstorbenen gefragt.

"Die einzige Pflicht wäre, sich Gedanken zu machen", erklärte der Minister. "Ich finde, ein 'Nein' auszusprechen, ist angesichts der bedrückenden Lage auch in unserer freien Gesellschaft zumutbar." Bei der Organspende gilt bislang die sogenannte Entscheidungsregelung. Zugleich stehen bundesweit etwa 10.000 schwer kranke Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan.

Grüne und Linke fordern bessere Beratung und Information

Zwei Gesetzesvorhaben bemühen sich derzeit um eine Neuregelung: Spahn setzt sich mit dem SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach für die Widerspruchslösung ein; Kritiker, vor allem Grünen-Chefin Annalena Baerbock und Linken-Chefin Katja Kipping, setzen stattdessen auf mehr Information und Beratung und stellten einen eigenen Gesetzentwurf vor.

Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Axel Gehrke, bekräftigte am Samstag die Forderung der AfD nach einer "Vertrauenslösung". Eine Widerspruchslösung werde "allein schon durch die damit verbundene Zwangsmaßnahme eher das Gegenteil erreichen", kritisierte er.

Zustimmung zur Organspende auf einem Spendeausweis. Archivbild

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Zweifel an Gerechtigkeit des Transplantationssystems

Vor allem ältere Bundesbürger haben einer Umfrage zufolge Zweifel an der Gerechtigkeit des Organspendesystems. Während bei den 14- bis 29-Jährigen fast zwei Drittel (65 Prozent) meinen, dass das Organspendesystem gerecht sei, sinkt die Zustimmung mit dem Alter. Bei den 30- bis 59-Jährigen denkt weniger als die Hälfte so (47 Prozent), bei den über 60-Jährigen halten nur 44 Prozent das System für gerecht. Das Marktforschungsunternehmen Kantar hatte für die Erhebung Mitte Mai 1025 Menschen ab 14 Jahren befragt.

Die Stiftung Patientenschutz kritisierte, alle bisherigen Bemühungen und Gesetzentwürfe zum Thema Organspende ließen die Gerechtigkeitsfrage außer Acht. Das Vertrauen in die Gerechtigkeit sei aber "eine Voraussetzung für eine positive Stimmung bei der Organspende", sagte Vorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur AFP.

Er forderte, die Verantwortung für das Transplantationssystem müsse auf eine staatliche Institution übertragen werden. Bisher seien die Schlüsselfunktionen wie Organisation und Durchführung von privatrechtlichen Akteuren besetzt. Selbst bei den Verteilungsregeln und der Kontrolle sei der Staat weitestgehend außen vor. Daher sei es nicht verwunderlich, dass letztlich nur 36 Prozent einen Organspendeausweis besäßen.

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