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Gesellschaftsspiel - "Azul" ist "Spiel des Jahres 2018"

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Nicht dotiert, aber ein wichtiger Gradmesser für Innovationen: das "Spiel des Jahres" - 2018 ist es "Azul". Traditionelle Brettspiele sind trotz Digitalisierung weiter beliebt.

Ob eine Schatzjagd in einer Pyramide, Fliesenlegen in Portugal oder mit den Mitspielern zu einer gedanklichen Einheit verschmelzen - die drei Nominierten zum "Spiel des Jahres 2018" sind Beleg für die Vielfalt der immer weiter wachsenden Spielszene.

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Mit portugiesischen Keramikfliesen auf die Siegerstraße: Das taktische Legespiel "Azul" ist "Spiel des Jahres 2018". Diese Entscheidung gab die Jury am Montag in Berlin bekannt. "Azul" kann von zwei bis vier Spielern ab einem Alter von acht Jahren gespielt werden. Der Titel "Spiel des Jahres" gilt als wichtigste Auszeichnung für Gesellschaftsspiele im deutschsprachigen Raum. Die Auszeichnung ist nicht mit einem Preisgeld verbunden, allerdings dürfen die Preisträger mit dem Signet der Jury werben.

Die Jury lobte die "fast schon nüchterne Funktionalität des Spielbretts". Sie stelle einen gelungenen Kontrast zur "wunderbaren Ästhetik" des entstehenden Mosaiks dar. Spiel-Autor Michael Kiesling sei "die Meisterleistung gelungen, einem einfachen Auswahlmechanismus so viel Tiefgang zu verleihen, dass dieser einen nahezu endlosen Widerspielreiz" auslöse.

Von Fliesen zu Quacksalbern

Konkret geht es darum, einen portugiesischen Palast mit den traditionellen Azulejos - Keramikfliesen - zu verschönern. Dabei brauchen die Handwerker mal viele Fliesen einer Sorte, dann wieder wenige zur Erweiterung des Musters. Wer sich verspekuliert, büßt Punkte ein. Nominiert als "Spiel des Jahres" waren neben "Azul" auch "Luxor" und "The Mind".

Den begehrten "Pöppel" der Jury als "Kennerspiel des Jahres" erhielten "Die Quacksalber von Quedlinburg". Das Spiel kann von zwei bis vier Spielern ab zehn Jahren gespielt werden. Als Quacksalber brauen die Spieler dabei aus allerlei ungewöhnlichen Zutaten immer wieder neue Tränke. Die meisten Zutaten bringen positive Effekte, bei einigen ist allerdings Vorsicht geboten. Sieger des vom Österreicher Wolfgang Warsch entwickelten Spieles wird, wer die Risiken richtig einschätzt und die taktischen Möglichkeiten sinnvoll nutzt.

Spieleclubs florieren

Einen Sonderpreis erhielt in diesem Jahr "Pandemic Legacy - Season 2". Bei dem komplexen kooperativen Wettbewerb geht es darum, die weltweiten Folgen einer Seuche in den Griff zu kriegen.

Für die Entscheidung hatte die Jury ein Jahr lang Hunderte Spiele gespielt und dann in den beiden Kategorien "Spiel des Jahres" und "Kennerspiel des Jahres" je drei Kandidaten nominiert. Zusätzlich zu den Nominierungen erarbeitete die Jury wieder für verschiedene Kategorien eine Empfehlungsliste mit sehr guten Spielen. Bernhard Löhlein vom Verein "Spiel des Jahres" sagte bei der Preisgala, die Frage ob Gesellschaftsspiele im Onlinezeitalter eine Zukunft hätten, sei inzwischen abgelöst worden von der Frage, warum sie auch im Onlinezeitalter so erfolgreich seien. Dafür spielten sicherlich verschiedene Faktoren eine Rolle. Tatsache sei, dass sich Gesellschaftsspiele weiterhin enorm gut verkauften und Spieleclubs florierten.

Ziel: Förderung des Spiels als Kulturgut

Die Ehrung "Spiel des Jahres" wurde erstmals 1979 vergeben. Ziel der alljährlichen Preisverleihung ist "die Förderung des Spiels als Kulturgut in der Familie und in der Gesellschaft". Berücksichtigt werden deutschsprachige Spiele des aktuellen Jahres und des Vorjahres. Seit 2001 gibt es auch den Preis "Kinderspiel des Jahres" und seit 2011 das "Kennerspiel des Jahres". Die Jury besteht aus ehrenamtlichen Kritikern aus dem deutschsprachigen Raum. "Spiel des Jahres" arbeitet als eingetragener Verein, die Geschäftsstelle sitzt in Kerpen.

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