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Tarifverhandlungen - Metaller: Länger oder kürzer arbeiten?

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Die Gewerkschafter fordern das Recht auf eine 28-Stunden Woche, die Arbeitgeber wollen längere Arbeitszeiten. Streit scheint in der Metall- und Elektroindustrie also programmiert.

Die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland haben begonnen. Die IG Metall verlangt sechs Prozent mehr Geld und neue Arbeitszeit-Regeln.

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Zum Start der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland haben beide Seiten ein Forderungspaket vorgelegt. Die IG Metall verlangt sechs Prozent mehr Geld und will zudem durchsetzen, dass die Beschäftigten ihre Arbeitszeit auf Wunsch verkürzen können - inklusive finanziellem Zuschuss für bestimmte Gruppen.

Die Arbeitgeber halten die Forderung für deutlich zu hoch und wollen vor allem auch den finanziellen Ausgleich nicht leisten. Sie verlangen stattdessen bei den Arbeitszeitregeln mehr Flexibilität auch nach oben. Die Forderung der Gewerkschaft "passt genau in die Zeit und entspricht genau den Ansprüchen der Beschäftigten, ist wirtschaftlich machbar und bezahlbar". Das sagte der Chef der IG Metall in Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger, zum Auftakt der Verhandlungen am Nachmittag in Böblingen.

28-Stunden Woche mit finanziellem Ausgleich

Der Südwesten ist der zweitgrößte Tarifbezirk in der Metall- und Elektrobranche, in der bundesweit rund 3,9 Millionen Menschen arbeiten. Sie sollen nach Vorstellungen der IG Metall ihre Arbeitszeit vorübergehend auf bis zu 28 Stunden pro Woche senken können. Bestimmte Gruppen sollen dafür einen finanziellen Ausgleich von ihrem Arbeitgeber erhalten, zum Beispiel wenn sie Schicht arbeiten, Kinder erziehen oder Angehörige pflegen.

Das Modell solle allen offenstehen, betont die Gewerkschaft, auch denen, die wenig verdienen und eine Verkürzung ihrer Arbeitszeit allein nicht finanzieren könnten. Die Menschen, die heute quasi jeden Flexibilitätsanspruch der Arbeitgeber erfüllten, bräuchten diese Möglichkeit der Reduzierung, sagte Zitzelsberger.

Katja arbeitet nur noch 28 Stunden pro Woche. Die IG Metall verhandelt diese Idee mit der Industrie. Heuteplus fragt, wie sich Katjas Leben seitdem verändert hat.

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Arbeitgeber wollen längere Arbeitszeiten

Die Arbeitgeber wollen stattdessen unter anderem erreichen, dass die Unternehmen ohne Quotenbeschränkung mit jedem Beschäftigten eine längere Arbeitszeit vereinbaren können. "Uns geht es um den Erhalt der Arbeitsplätze", betonte der Chef der Arbeitgebervereinigung Südwestmetall, Stefan Wolf. Der Wandel in der Branche bringe große Herausforderungen mit sich. "In so einer Situation passt natürlich die Forderung der IG Metall überhaupt nicht."

Die Mitarbeiter sollten angemessen beteiligt werden - aber nicht so, wie die Gewerkschaft sich das vorstelle. Erstmals verhandelt wurde am Mittwoch auch in Norddeutschland sowie in Berlin-Brandenburg. In Hamburg gab es zum Auftakt einen Demonstrationszug durch die Innenstadt, an dem sich rund 1.000 Metallarbeiter beteiligten. Der größte Metall-Tarifbezirk Nordrhein-Westfalen und auch Bayern sowie die Region Mitte ziehen erst am Donnerstag nach. Warnstreiks sind erstmals nach Ablauf der Friedenspflicht im neuen Jahr möglich.

Eine Forderung, die die Arbeitgeber vehement ablehnen: Zu weit entfernt sei das von der betrieblichen Praxis, das würde "extrem teuer", sagt Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger, und werde zu massiver Tarifflucht führen. Heute schon werden die Verhandlungen nur für 1,8 Millionen Beschäftigte geführt - die anderen Unternehmen mit weiteren 1,1 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektrobranche orientieren sich jedoch meist an den Tarifvereinbarungen.

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