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Nach Datenklau - Ermittler: Festgenommener ein Einzeltäter

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Der nach dem großangelegten Datendiebstahl festgenommene Tatverdächtige war Ermittlungen zufolge als Einzeltäter unterwegs. Als Motivation gab er an, aus Ärger gehandelt zu haben.

Der nach dem großangelegten Datendiebstahl bei Politikern und weiteren Prominenten festgenommene Tatverdächtige hat den Ermittlungen zufolge aus Ärger gehandelt.

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Der 20-Jähriger habe angegeben, "aus Verärgerung über öffentliche Äußerungen der betroffenen Politiker, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens gehandelt zu haben", teilte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mit. Er handelte demnach offenbar allein, Hinweise auf eine Beteiligung Dritter erbrachten die Ermittlungen nicht. Er habe keine Vorstrafen.

Mutmaßlicher Täter auf freiem Fuß

Der Verdächtige ist nach einem Geständnis wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er habe die Vorwürfe umfassend eingeräumt, teilten die Ermittler mit. Die Tragweite seines Handelns sei ihm nach jetzigem Ermittlungsstand nicht bewusst gewesen. Der junge Mann sei am Sonntag vorläufig festgenommen, mangels Haftgründen aber am Montag wieder freigelassen worden. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk lebt der 20-Jährige noch bei seinen Eltern und sei ein sehr "computeraffiner" Schüler.

Pressekonferenz zu Datenklau: Statements

"Es handelt sich um jemanden, der durch viel Computeraffinität und viel Zeit bestimmte technische Kenntnisse angeeignet hat, die für das Hacking wichtig sind", sagte Ungefuk. "In der Szene gibt es viele junge Leute, die ohne technische Ausbildung agieren und letztlich durch diese Kenntnisse auch solche Taten verüben können." Der junge Mann ist also nicht entsprechend ausgebildet, etwa als Informatiker. Weitere Details wollten die Behörden nicht bekanntgeben, da der 20-Jährige nach dem Gesetz als Heranwachsender gelte.

Mehrere Sicherheitslücken ausgenutzt

Der Beschuldigte habe nach Erkenntnis der Ermittler mehrere Sicherheitslücken ausgenutzt. Für die Tat sei ein "gewisser technischer Sachverstand" nötig gewesen. Einige Sicherheitslücken seien inzwischen geschlossen worden. Dem jungen Mann sei es durch "ausgeklügelte Vorgehensweise" gelungen, die Daten auszuspähen. Es habe nicht nur eine, sondern mehrere Ausspähaktionen gegeben, vor allem im Jahr 2018. Zudem habe er Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen.

Auf die Frage nach einer möglichen Strafe sagte der Oberstaatsanwalt, dass auf den Straftatbestand des Ausspähens von Daten einem Erwachsenen bis zu drei Jahre Haft drohten. Gleiches gelte auch für Daten-Hehlerei. Da man es aber mit einem Heranwachsenden zu tun habe, würden hier am Ende ein anderes Strafmaß greifen. Der Erziehungsgedanke stünde im Vordergrund, so Ungefuk.

Der geständige Datendieb soll bei der Vernehmung durch die Polizei Reue gezeigt haben. Es gebe "eine klare Reue-Reaktion", so Oberstaatsanwalt Ungefuk. Der 20-Jährige sei bei der Ausspähung und Veröffentlichung der privaten Daten möglicherweise unbedacht oder leichtfertig gewesen. Bei jüngeren Tätern erlebe man oft, dass dann, wenn plötzlich die Polizei vor der Tür stehe, doch "ein großes Nachdenken einsetzt".

Politik will Konsequenzen ziehen

Der Täter hatte über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht. Manche Informationen hatte er auch schon früher ins Netz gestellt. Das wurde allerdings erst in der Nacht zu Freitag öffentlich - und somit auch vielen Betroffenen - bekannt. Die Bundesregierung will aus dem Fall Konsequenzen ziehen und die Cyber-Sicherheit verbessern. Dazu soll in den nächsten Monaten unter anderem ein "Cyber-Abwehrzentrum plus" geschaffen werden. "Die Ermittlungen werden weiterhin mit Hochdruck geführt", sagte Oberstaatsanwalt Ungefuk.

Jeder Einzelne sei gefordert, Maßnahmen zum Schutz seiner Daten zu ergreifen, sagte Sabine Vogt von der BKA-Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalität. Das BSI gebe den Bürgern entsprechende Informationen. "Wir müssen konstatieren, dass ein solcher Missbrauch von Daten nichts Ungewöhnliches ist. Wir haben im Internet eine kriminelle Energie, die sich dort tummelt."

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