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Abschluss der Festwoche - 1.000 Jahre Wormser Dom

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Teileinsturz, Luther-Besuch, Bombeneinschläge: Der Wormser Dom hat eine bewegte Geschichte. Die dauert heute auf den Tag 1.000 Jahre. Für die Stadt Grund zu feiern.

Der Wormser Dom St. Peter von außen
Der Wormser Dom St. Peter wurde vor 1000 Jahren eingeweiht. Das ZDF überträgt das festliche Pontifikalamt zur Eröffnung des Jubiläumsjahrs.
Quelle: Norbert Rau/Dompfarramt Worms

Seit 1.000 Jahren prägt der Wormser Dom die Stadt. Immer stand er im Mittelpunkt sowohl des geistlichen als auch des weltlichen Lebens. Das begann schon damit, dass die Bewohner ihren Dom an die höchste Stelle von Worms bauten. Das Gotteshaus wurde so nicht nur vor Hochwasser geschützt, sondern allein seine Platzierung sollte schon damals symbolisieren, dass Gott in die Mitte der Gesellschaft gehört, dass sein Haus das Zentrum des Lebens ist. Der Dom als Glaubensbekenntnis.

Am 9. Juni 2018 ist es nun genau 1.000 Jahre her, dass der Wormser Bischof Burchard, an den heute eine Bronzestatue vor dem Dom erinnert, den neu erbauten romanischen Bau weihte. In nur 15 Jahren hatte er die Kathedrale errichten lassen. Doch schon nach wenigen Jahren kam es zu einem ersten Teileinsturz und Bauschäden. Zwischen 1130 und 1181 wurde Burchards Gotteshaus daher abgerissen und neu aufgebaut - aber wieder im romanischen Stil und weitgehend den Vorgaben aus der Zeit Burchards entsprechend.

"Aufgeschlossen" und offen für alle

Leben rund um den Dom - so ist das in Worms bis heute. Und so feiern die Wormser auch den Geburtstag ihrer Kathedrale nach Kräften. "Aufgeschlossen" heißt das Motto des Jubiläums. Es ist im doppelten Sinne gemeint: Zum einen bezieht es sich auf den Schlüssel des Heiligen Petrus, des Schutzheiligen des Doms. Er ist zentraler Bestandteil im Wappen des Doms und im Wappen der Stadt. Zum anderen ist mit "Aufgeschlossen" auch ein Willkommen an die gesamte Bevölkerung und Besucher gemeint.

Bis Sonntag dauert die Festwoche zu Ehren des Doms. Geplant sind ein Kindertag auf dem Platz davor und ein großes Familienfest. Zum Jubiläum können Besucher virtuell und mit VR-Brille zwischen den Türmen des altehrwürdigen Baus hin- und herbalancieren, mit atemberaubenden Blicken auf den Dom und das ohne jedes Risiko. Außerdem gibt es Domkonzerte und ein Festakt am Abend des Weihejubiläums am 9. Juni. Ein Pontifikalamt am Sonntag, dem 10. Juni 2018, bildet den geistlichen Höhepunkt und den Abschluss der Festwoche.

Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Wormser Doms, der im Lauf seiner 1000-jährigen Geschichte immer wieder Zeuge dramatischer Ereignisse und epochaler Entwicklungen wurde.

Beitragslänge:
43 min
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In 1.000 Jahren viel erlebt

Für viele gehört der Dom St. Peter gemeinsam mit den Domen in Mainz und Speyer zu den großartigsten Schöpfungen romanischer Kirchenbaukunst. Kaiser und Könige gingen hier im Mittelalter ein und aus. Karl der Große hielt im Dom Hochzeit, genauso wie der Stauferkaiser Friedrich der Zweite. Aus Worms kam auch der erste deutsche Papst. Es war der 972 geborene Bruno von Kärnten, der an der Wormser Domschule erzogen und auf Betreiben des deutschen Kaisers Otto III. im Jahr 996 Papst wurde - im Alter von 24 Jahren.

Martin Luther verbrachte nur zehn Tage in Worms, doch die veränderten die Welt. Vor dem Reichstag zu Worms weigerte er sich 1521 seine Thesen zu widerrufen mit den legendären Worten "hier stehe ich - ich kann nicht anders". Es ist ein Dom mit bewegter Geschichte: 1921 wurden seine mittelalterlichen Buntglasfenster, wie so viele Fenster im Umkreis, durch eine Explosion bei der 18 Kilometer entfernten BASF zerstört. Im Zweiten Weltkrieg brannte der hölzerne Dachstuhl des Doms bei zwei verheerenden Bombenangriffen im Februar und März 1945 ab, die Mauern hielten jedoch stand. Aus Trümmern bauten die Wormser ihren Dom wieder auf.

Prächtige Kulisse für "Siegfrieds Erben"

Heute glänzt der Wormser Dom jeden Sommer bei den Nibelungenfestspielen. In der Sage übernimmt er eine wichtige Rolle: In einer der Schlüsselszenen streiten die beiden Rivalinnen Kriemhilde und Brunhilde, welche von ihnen denn als erste durch sein Portal eintreten dürfe. Der große Schauspieler Jürgen Prochnow traf am vergangenen Dienstag zu seinem ersten Besuch in Worms ein, für die Proben zu den Nibelungen-Festspielen, wo er in diesem Jahr den Hunnenkönig Etzel gibt. Ihn zog es bereits am ersten Tag zum Dom. "Den guck ich mir gleich an", meinte er im Interview mit dem ZDF. Am 20. Juli 2018 spielt der Wormser Dom dann mit: Als mächtige und prächtige Kulisse bei der Premiere von "Siegfrieds Erben".

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