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Tausende demonstrieren bundesweit für Frieden

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Ostermärsche - Tausende demonstrieren bundesweit für Frieden

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Unterm Strich ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz der traditionellen Ostermärsche. In rund 100 Städten gab es in diesem Jahr Kundgebungen für Frieden und Abrüstung.

Ostermarsch in Frankfurt am Main
Ostermarsch in Frankfurt am Main
Quelle: dpa

Tausende Menschen haben auch in diesem Jahr in ganz Deutschland an den Ostermärschen für Frieden und Abrüstung teilgenommen. Das Netzwerk Friedenskooperative zog am Ostermontag eine positive Bilanz. In rund 100 Städten fanden demnach über die Feiertage Aktionen statt. Dabei habe die Zahl der Teilnehmer dank des guten Wetters, aber auch wegen der besorgniserregenden politischen Weltlage gegenüber dem Vorjahr wieder zugenommen, hieß es. Genaue Zahlen nannten die Veranstalter nicht.

Allein in Hamburg schlossen sich am Montag laut Polizei rund 2.000 Menschen einem Protestzug an. "Nichts verursacht so viel Leid und Umweltzerstörung wie Krieg", rief der 17-jährige Tom Radtke auf einer Kundgebung der Menge zu.

Nukleare Bedrohung werde als reale Gefahr wahrgenommen

Die nukleare Bedrohung wird von mehr Menschen wieder als eine reale und existenzielle Gefahr wahrgenommen. Die rege Teilnahme an den Ostermärschen mit der Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt macht dies deutlich.
Marvin Mendyka vom Netzwerk Friedenskooperative

In Frankfurt versammelten sich nach Polizeiangaben am Ostersonntag rund 1.500 Menschen friedlich auf dem Römer. In Saarbrücken gingen nach Angaben der Polizei bis zu 800 Teilnehmer auf die Straße, unter dem Motto "Nein zum Krieg - abrüsten statt aufrüsten". In Bremen waren es nach Einschätzung der Beamten rund 500 Menschen. In Dortmund nahmen am Ostermontag rund 300 Teilnehmer an einer Kundgebung gegen Rechts teil.

Marvin Mendyka vom Netzwerk Friedenskooperative erklärte: "Die nukleare Bedrohung wird von mehr Menschen wieder als eine reale und existenzielle Gefahr wahrgenommen. Die rege Teilnahme an den Ostermärschen mit der Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt macht dies deutlich." Verstärkt worden sei die Sorge der Menschen zuletzt durch die Kündigung des INF-Vertrages über das Verbot von atomaren Mittelstreckenraketen durch die USA.

Wurzeln im Protest gegen Atom-Wettrüsten

Philipp Ingenleuf, Geschäftsführer bei dem Netzwerk, sagte, die Forderung nach Abrüstung sei für viele Menschen zentral. "Sie fürchten, dass Geld nicht in Bereiche wie Rente, Bildung, Pflege oder Klimaschutz investiert werde, sondern in Raketen, Bomben und Panzer. Darum engagieren sich beispielsweise auch wieder mehr Gewerkschaften bei den Ostermärschen." Es freue ihn zudem, dass es bei den Ostermärschen 2019 so viele Redebeiträge von Aktivisten der Klimaschutzbewegung Fridays-for-Future gab, so unter anderem in München, Saarbrücken, Bonn oder Hamburg.

Die Wurzeln der Ostermarschbewegung liegen im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. Begonnen hat die Tradition Ende der 1950er Jahre in Großbritannien. Zum ersten Ostermarsch in der Bundesrepublik kamen 1960 etwa 1.000 Menschen. 1968 und 1983 erlebten die Ostermärsche hierzulande ihre Höhepunkte mit Hunderttausenden Demonstranten.

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