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Überfälle auf Volksgruppen - Gewaltexzesse in Demokratischer Republik Kongo

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Mit teilweise unbeschreiblicher Gewalt geht eine offenbar regierungsnahe Miliz in der Demokatrischen Republik Kongo gegen bestimmte Volksgruppen vor. Die Zahl der Toten geht in die Tausende. Eine unabhängige Untersuchung lehnt die Regierung ab. Inmitten all dieser Gewalt sind viele Kinder.

2016 waren weltweit mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Das teilten die Vereinten Nationen zum Weltflüchtlingstag mit. Besonders dramatisch ist die Situation in Afrika. Durch eine Welle der Gewalt flohen 1,3 Millionen Menschen nach Angola.

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Die Gewalt im Süden der Demokratischen Republik Kongo hat den UN zufolge grauenhafte Ausmaße angenommen. Eine von der Regierung ausgerüstete Miliz überfalle gezielt Angehörige bestimmter Volksgruppen in der Kasai-Region, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Ra'ad al-Hussein, in Genf.

Flüchtlinge hätten von brutalen Massakern berichtet, bei denen Zweijährigen die Gliedmaßen abgehackt und Schwangeren Föten aus dem Leib geschnitten worden seien. Andere Opfer seien lebendig angezündet worden. Beim Überfall auf ein Krankenhaus seien alle 90 Patienten und Ärzte ermordet worden.

Regierung lehnt Untersuchung ab

An einigen Massakern der Miliz, die Bana Mura genannt wird, beteiligten sich Seid zufolge auch Polizisten und Soldaten. Der Hochkommissar forderte den Menschenrechtsrat auf, eine unabhängige Untersuchung der Verbrechen zu beschließen. Die Regierung hatte diese zuletzt am Montag abgelehnt.

Seid betonte, auch die Milizen unter dem Dach der Rebellenbewegung Kamuina Nsapu, die gegen die Armee kämpft, seien für zahlreiche Menschenrechtsverbrechen verantwortlich. Auch diese Taten müssten untersucht werden. So kämpften Augenzeugen zufolge bereits Kinder im Alter von sieben Jahren für die Miliz, viele von ihnen unter dem Einfluss von Drogen.

Mindestens 3.300 Tote seit Ausbruch der Kämpfe

Seit dem Ausbruch schwerer Kämpfe vergangenen August sind in den Kasai-Provinzen mindestens 3.300 Menschen getötet worden. Eine entsprechende Schätzung legte am Dienstag eine Arbeitsgruppe der katholischen Kirche vor Ort vor. Bislang war von einigen hundert Toten die Rede gewesen. Die Kirche beschreibt in einem Bericht zudem eine massive Beschädigung der Infrastruktur. So hätten Soldaten und Milizen unterschiedlicher Gruppen etwa 3.700 Häuser in der Region zerstört.

Die Krise in der Region um die Kasai-Provinzen begann vor knapp einem Jahr als Nachfolgestreit für einen traditionellen Anführer. Inzwischen gelten viele der Gefechte als ethnisch motiviert. Die Miliz Kamuina Nsapu ist zersplittert.

Ende März waren zwei Mitglieder einer UN-Untersuchungskommission sowie ihre kongolesischen Mitarbeiter in der Region ermordet worden. Ihr Tod steht vermutlich im Zusammenhang mit der Entdeckung von 42 Massengräbern, deren Aushebung vor allem der Armee zur Last gelegt wird. Mehr als 1,3 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben vor der anhaltenden Gewalt auf der Flucht.

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