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Reaktion auf Waffengewalt - US-Supermärkte wollen Waffen verbannen

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In den USA ist Waffenbesitz von der Verfassung geschützt. Doch angesichts zahlreicher Massaker und Amokläufe wächst das Unbehagen. Supermärkte ziehen Konsequenzen.

Ein Mann trägt Pistole am Gürtel am 05.01.2016
Ein Mann trägt eine Pistole am Gürtel in Pompano Beach (USA)
Quelle: AP

Gegen das offene Tragen von Waffen in ihren Geschäften haben sich in den USA innerhalb weniger Tage Einzelhändler mit zusammen fast 30.000 Filialen ausgesprochen. Nach dem Schwergewicht Walmart schlossen sich am Donnerstag (Ortszeit) auch die Drogerie- und Apothekenketten Walgreens und CVS der Initiative an. Sie haben landesweit jeweils rund 10.000 Filialen. Auch die Supermarktketten Kroger und Wegmans, die zusammen mehr als 3.000 Filialen haben, baten alle ihre Kunden außer Polizisten, künftig keine offen getragenen Waffen mehr mitzuführen.

Das offene Tragen von Waffen ist in den USA in zahlreichen Bundesstaaten erlaubt. CVS zum Beispiel erklärte jedoch: "Wir unterstützen die Bemühungen der Individuen und Gruppen, die daran arbeiten, Gewalt mit Schusswaffengebrauch zu verhindern." Die Apothekenkette bat ihre Kunden darum, gar keine Waffen mit in ihre Geschäfte zu bringen.

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Supermarkt-Riese Walmart macht den Anfang

Der Einzelhandelsriese Walmart hatte am Dienstag mitgeteilt, das offene Tragen von Waffen sei in den mehr als 4.000 Walmart-Läden nicht mehr erwünscht. Walmart erklärte, es habe deswegen zuletzt Vorfälle gegeben, bei denen Mitarbeiter oder Kunden verängstigt gewesen seien. In manchen Fällen mussten demnach Filialen evakuiert und die Polizei verständigt werden. "Diese Vorfälle sind besorgniserregend, und wir würden sie gerne vermeiden", erklärte Walmart. Missverständnisse könnten dabei leicht zu "tragischen Ergebnissen" führen, hieß es weiter. Das verdeckte Tragen von Waffen bleibt weiter erlaubt.

Ein Mann schaut sich eine Waffe an am 28.06.2010
Trotz Kritik der Waffenlobby: Walmart will Munitionsverkauf einschränken.
Quelle: dpa

Walmart will zudem den Munitionsverkauf einschränken. Die Waffenlobby hatte diese Ankündigung kritisiert. "Es ist beschämend zu sehen, dass sich Walmart dem Druck der Anti-Waffen-Eliten beugt", erklärte die National Rifle Association (NRA). Kunden würden sich anderen Händlern zuwenden, "die die amerikanischen Grundrechte mehr unterstützen". Die NRA ist eine der mächtigsten Lobbygruppen in den USA.

Kleinere Supermarkt-Ketten ziehen nach

Im Windschatten des Handelsriesens fassten jedoch auch kleinere Konkurrenten Mut, die Waffenlobby zu verärgern. Die Supermarktkette Kroger etwa schloss sich auch Walmarts Forderung nach strengeren Waffengesetzen an. Es brauche vor Waffenkäufen strengere Überprüfungen der Kunden, sagte Kroger-Vizepräsidentin Jessica Adelman dem Sender CNBC.

Zu garantieren, dass die neue Regel auch eingehalten wird, dürfte indes nicht ganz einfach sein: Was passiert zum Beispiel, wenn sich ein bewaffneter Kunde vehement weigert, seine Pistole oder sein Gewehr wegzupacken? Notfalls müssten die Supermärkte dann wohl die Polizei rufen - oder ein Auge zudrücken.

40.000 Tote in Folge von Schusswaffengebrauch

Vor rund einem Monat war es in einer Walmart-Filiale im texanischen El Paso zu einem Massaker gekommen, bei dem 22 Menschen starben. Wenige Tage zuvor hatte es bereits zwei Tote bei Schüssen in einem Walmart in der Stadt Southaven in Mississippi gegeben. "Es ist klar, dass der Status quo nicht mehr hinnehmbar ist", erklärte Walmart-Chef Doug McMillon daher am Dienstag.

In den USA, wo Waffen meist sehr leicht zu kaufen sind, kommt es immer wieder zu Fällen, in denen Schützen in Schulen, Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten auf Passanten feuern. Erst am Samstag tötete ein Schütze in Texas sieben Menschen und verletzte rund 20 weitere, darunter ein 17 Monate altes Kind.

Nach jedem dieser Fälle flammt in den USA die Diskussion um schärfere Waffengesetze neu auf. Meist jedoch folgenlos - obwohl Umfragen zeigen, dass sich eine Mehrheit der Amerikaner etwas strengere Regeln wünscht. In den USA sterben jedes Jahr rund 40.000 Menschen in Folge von Schusswaffengebrauch.

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