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Mutmaßlicher Attentäter - Barcelona-Terror: Polizei erschießt Hauptverdächtigen

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Vier Tage war er auf der Flucht - jetzt hat die Polizei den 22-jährigen Marokkaner erschossen, der in Barcelona in die Menschenmenge gerast sein soll. Ebenfalls tot, das bestätigten die Ermittler, ist der mutmaßliche Kopf der spanischen Terrorzelle.

Der Hauptverdächtige des Anschlags von Barcelona ist nach Polizeiangaben tot. Der Zugriff erfolgte nur wenige Kilometer westlich von Barcelona in dem Dorf San Sadurní de Noya. ZDF-Korrespondentin Christel Haas berichtet aus Barcelona.

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Wie die katalanische Polizei mitteilte, schossen Fahnder Younes Abouyaaquoub nahe der Ortschaft Subirats westlich von Barcelona nieder. Der 22-jährige Marokkaner habe einen Sprengstoffgürtel getragen, der sich aber als Attrappe herausgestellt habe.

Seine Flucht endete nur wenige Stunden nach einem Fahndungsaufruf. Eine Frau habe die Polizei auf den verdächtigen Mann aufmerksam gemacht, teilten die Sicherheitskräfte weiter mit. Berichten zufolge hatte er sich den Häusern Subirats genähert. Als er angesprochen worden sei, flüchtete er in nahe gelegene Weinberge. Dort wurde er von der Polizei gestellt und niedergeschossen.

Mann erstochen, Auto geklaut

Die Ermittler sind davon überzeugt, dass Abouyaaquoub der Mann war, der am Donnerstag auf Barcelonas Touristenmeile Las Ramblas mit einem Lieferwagen gezielt Passanten überfahren hatte. 13 Menschen wurden dabei getötet, 120 weitere verletzt.

Nach seiner Terrorfahrt soll er zu Fuß geflüchtet und dann auf dem Unigelände in Barcelona einen 34-jährigen Spanier erstochen haben - vermutlich, um mit dessen Auto zu fliehen. Mit dem Fahrzeug wurde eine Polizeisperre überfahren. Das Auto mit der Leiche des Besitzers am Rücksitz wurde später im Vorort Sant Just Desvern gefunden. Abouyaaquoub sei allein auf der Flucht, sagte der katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero. Man habe "überhaupt keine Zweifel", dass er der Hauptattentäter sei.

Bombenwerkstatt flog in die Luft

Mit Abouyaaquoub sind offensichtlich alle Mitglieder der Terrorzelle gefasst oder getötet worden. Die Ermittler gehen von einer zwölfköpfigen Gruppe aus, die hinter den Anschlägen von Barcelona und Cambrils steckt. In dem Küstenort hatten die Täter ebenfalls Menschen überfahren, mehrere wurden verletzt. Eine Frau starb später im Krankenhaus.

Fünf Mitglieder der Terrorzelle wurden in Cambrils von der Polizei erschossen. Weitere vier Verdächtige nahmen die Fahnder fest. Zwei weitere Terrorverdächtige starben am Mittwoch bei einer Explosion im Ort Alcanar. Die Polizei geht wegen des Fundes von Gasflaschen davon aus, dass das vollkommen zerstörte Gebäude in dem Ort die Bombenwerkstatt der Zelle war. Die Polizei geht davon aus, dass die Explosion versehentlich ausgelöst wurde und die Mitglieder der Terrorzelle danach auf Fahrzeuge zurückgriffen, um ihre Anschläge zu verüben.

Auch der Imam ist tot

Wie die Polizei am Montag bestätigte, kam bei der Explosion auch der mutmaßliche Kopf der Gruppe ums Leben, der Imam Abdelkadi Es Satty. Er soll die Attentäter von Barcelona und Cambrils radikalisiert haben. Nach ihm wurde seit seinem Verschwinden am Dienstag vergangener Woche gesucht, doch hatten die Ermittler bereits vermutet, dass er unter den Toten in Alcanar war.

Der Imam, Abouyaaquoub sowie mehrere weitere Mitglieder der Zelle lebten in dem kleinen Ort Ripoll am Fuße der Pyrenäen. Dort durchsuchte die Polizei am Montag weitere Wohnungen.

Nach Erkenntnissen der Ermittler plante die Zelle ursprünglich weitaus verheerendere Anschläge. In einem Haus im etwa 200 Kilometer südwestlich von Barcelona gelegenen Ort Alcanar, das vor den Anschlägen bei einer Explosion zerstört worden war, hortete sie laut Polizei 120 Gasflaschen. Die Ermittler vermuten, dass die mutmaßlichen Täter nach der vorzeitigen Explosion ihre Anschlagspläne kurzfristig geändert hatten.

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