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Globaler Terrorismus-Index - Gefahr durch rechten Terror hat sich verdreifacht

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Die Zahl der Terroropfer ist weltweit zurückgegangen. Trotzdem starben 2018 immer noch 15.952 Menschen durch Terrorismus. Die Bedrohung durch rechtsextremistische Täter steigt.

Archiv: Ein Polizist vor der Al-Nur-Moschee im neuseeländischen Christchurch am 17.03.2019
Im März starben bei einem rechtsterroristischen Angriff auf zwei Moscheen in Christchurch, Neuseeland, 50 Menschen.
Quelle: AP

Die Zahl der weltweiten Terroropfer ist im vergangenen Jahr das vierte Mal in Folge gesunken. Das geht aus dem Globalen Terrorismus-Index der Denkfabrik IEP (Institute for Economics and Peace) hervor, der jetzt in London veröffentlicht wurde. Demnach starben 2018 durch Terrorismus weltweit 15.952 Menschen.

Das passe zu den militärischen Erfolgen gegen die Terrororganisationen "Islamischer Staat" und Boko Haram, schreiben die Autoren des Global Terrorism Index (GTI).

Rückgang um 50 Prozent

Verglichen mit 2014, dem bislang schlimmsten Jahr, ist das ein Rückgang um mehr als 50 Prozent. Im Jahr 2017 kamen noch 25.673 Menschen durch Terrorismus ums Leben. Auch in Europa, inklusive der Türkei, waren 2018 erheblich weniger Tote durch Anschläge zu beklagen als noch im Vorjahr. Starben 2017 noch mehr als 200 Menschen durch die Hand von Terroristen, waren es 2018 noch 62.

Allerdings: Die Menge der Länder, die von Terror betroffen sind, bleibt auf hohem Niveau. 71 Länder verzeichneten im Jahr 2018 mindestens einen Toten durch Terror - die zweithöchste Zahl seit 2002.

Erstmals seit 2003 war der Irak im vergangenen Jahr nicht mehr das am meisten betroffene Land. Dort sank die Zahl der Terroropfer um 75 Prozent auf 1.054. Den traurigen Rekord hält nun Afghanistan. Dort starben im vergangenen Jahr 7.379 Menschen durch Terrorismus, knapp 60 Prozent mehr als 2017. Die Autoren schreiben das der Zuspitzung des Bürgerkriegs zu. Seit 2008 hat sich die Zahl der Toten durch Terroristen dort um 631 Prozent gesteigert.

Die Taliban lösen die Terrormiliz IS als tödlichste Gruppe ab. Auch in Nigeria, Mali und Mosambik verschlechterte sich die Situation deutlich. Nigeria verzeichnete im vergangenen Jahr 2.040 Terroropfer. In Sub-Sahara-Afrika wurden damit erstmals mehr Terroropfer registriert als in der Region Naher Osten und Nordafrika.

Mehr Gefahren von rechts

Dafür stieg die Bedrohung durch rechtsextremistischen Terrorismus im Westen. In den vergangenen fünf Jahren verdreifachte sich die Zahl der terroristischen Angriffe durch rechtsextreme Täter in Europa, Nordamerika und Ozeanien.

2013 wurden neun Attacken verzeichnet, 2018 waren es 38 Attacken. 2017 war in dieser Hinsicht mit Abstand das schlimmste Jahr. Mit 56 Attacken ist 2017 das Jahr mit den meisten Attacken seit 50 Jahren. Das sei zwar eine sehr hohe Zahl und in der vergangenen Dekade wurde ein großer Anstieg verzeichnet, dennoch sei dieses Niveau an rechtsextremistischem Terror nicht beispiellos, schreiben die Autoren. In mehr als der Hälfte der vergangenen 50 Jahre habe es mindestens zehn solcher Attacken gegeben.

Im Jahr 2018 starben 26 Menschen im Westen durch rechtsextremen Terrorismus. Im laufenden Jahr bis Ende September waren es bereits 77 Tote. Trotzdem ist der Anteil rechtsextremer Terroropfer an der Zahl der weltweiten Terror-Toten noch immer gering. Für die meisten Opfer waren islamistische Gruppen verantwortlich.

Der wirtschaftliche Schaden, der 2018 durch Terrorismus entstanden ist, wird von dem Institut auf 33 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 29,7 Milliarden Euro) geschätzt.

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