Sie sind hier:

Terrorzelle in Spanien - U-Haft, eine Freilassung und neue Details

Datum:

In Spanien sind die vier mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle von Barcelona einem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Der entschied: Drei Männer bleiben zunächst in Haft, einer wird freigelassen. Die Gerichtsunterlagen zeigen: Die Zelle hatte weit Größeres in Barcelona vor.

Nach dem Anschlag mit 13 Toten in Barcelona gehen die Ermittlungen auch auf internationaler Ebene weiter. Der mutmaßliche Täter wurde am Montag von der Polizei erschossen. Auch der als Kopf der Zelle vermutete Imam ist tot.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Ein Untersuchungsrichter hat am Dienstagabend nach einer Anhörung entschieden, dass drei der vier überlebenden mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle von Barcelona in Untersuchungshaft bleiben. Zwei bleiben ohne Möglichkeit, auf Kaution freizukommen in Gewahrsam, einer für zunächst weitere 72 Stunden und der vierte werde freigelassen, ordnete Richter Fernando Andreu an. Es gäbe genügend Anhaltspunkte, um zwei der Männer in Untersuchungshaft zu behalten. Ihnen wurden unter anderem Tötungsdelikte, Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und der Umgang mit Sprengstoff vorgeworfen.

Freigelassener darf Spanien nicht verlassen

Gegen einen der Männer sei die Beweislage jedoch nicht hart genug, so Richter Andreu. Er müsse nun wöchentlich vor Gericht erscheinen, seinen Pass abgeben und darf Spanien nicht verlassen. Der Besitzer eines Internetcafes in der Stadt Ripoll, aus der der Großteil der Extremistenzelle stammte, würde zunächst 72 weitere Stunden in Untersuchungshaft bleiben, entschied der Richter.

Aus den Gerichtsdokumenten ging zudem hervor, dass die Mitglieder der Extremistenzelle zwischen den Anschlägen in Barcelona und Cambrils Messer und eine Axt kauften. Demnach hätten die Terroristen nach der unbeabsichtigten Explosion ihrer Bombenwerkstatt in einem Haus in Alcanar am Tag zuvor kurzfristig ihre Pläne geändert und Transporter angemietet, so Andreu.

Imam als Drahtzieher identifiziert

Zwei der mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle identifizierten den toten Imam Abdelbaki Es Satty als Drahtzieher. Es Satty habe ursprünglich Sprengstoffanschläge auf Sehenswürdigkeiten in Barcelona geplant und auch vorgehabt, sich selbst dabei zu töten, sagte der Verdächtige Mohamed Houli C. vor Gericht, wie aus Justizkreisen verlautete. Auch ein weiterer Verdächtiger belastete den Imam. C. war aber der einzige der vier, der gestand, Teil der Zelle gewesen zu sein.

Die übrigen drei behaupteten, zum Teil nichts mit der Plänen der Gruppe zu tun gehabt zu haben. Driss O. sagte, er habe gedacht, die gemieteten Lieferwagen seien für einen Umzug gedacht gewesen. Stattdessen fuhr ein Mitglied der Zelle mit einem der Lieferwagen Passanten auf den Ramblas in Barcelona nieder und tötete dort zwölf Menschen und einen weiteren auf der Flucht.

Haupttäter erschossen

Am Montag hatten Beamte in Subirats unweit von Barcelona den als Haupttäter geltenden Younes Abouyaaquoub erschossen. Der 22-Jährige soll den Lieferwagen gesteuert haben, mit dem Passanten auf der Flaniermeile Las Ramblas niedergefahren wurden.

Der als Kopf der Terrorzelle gesuchte Imam Abdelbaki Es Satty kam zusammen mit einem weiteren Terroristen wenige Stunden vor den Anschlägen bei der Explosion in einem Haus in Alcanar südlich von Barcelona ebenfalls ums Leben. Das bestätigte der Chef der Regionalpolizei von Katalonien, Josep Lluís Trapero, am Montag. Im Haus soll die Zelle ihre Anschläge geplant haben. Dort waren nach der Explosion 120 Gasflaschen und Sprengstoff gefunden worden.

Beim Anschlag in Barcelona und der vereitelten Attacke in Cambrils rund 100 Kilometer südwestlich der katalanischen Metropole starben insgesamt 15 Menschen. In Cambrils wurden zudem fünf Terroristen auf der Flucht erschossen. Es gab mehr als 120 Verletzte, darunter 13 Deutsche. 43 Verletzte wurden am Dienstag noch in Krankenhäusern behandelt, wie die stellvertretende Regierungschefin Soraya Saéz de Santamaría erklärte. "Einige befinden sich noch in kritischem Zustand", sagte sie.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.