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Massaker in Texas - Täter hätte keine Waffe haben dürfen

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Zwei Tage nach dem Attentat in Texas werden immer mehr Hintergründe bekannt. Laut Vorstrafenregister der US-Luftwaffe hätte der Täter keine Waffe besitzen dürfen.

FBI-Team in Texas am 5.11.2017
FBI-Team in Texas am 5.11.2017 Quelle: ap

Die US-Luftwaffe hat das Vorstrafenregister des Mannes, der in einer Kirche in Texas 26 Menschen tötete, möglicherweise nicht an eine Datenbank des FBI weitergegeben. Darauf deuteten erste Informationen hin, erklärte eine Sprecherin der Luftwaffe am Montagabend (Ortszeit). Das Militär leitete eine Untersuchung ein. Wie Christopher Combs von der Bundespolizei sagte, hatten die Datenbanken der Sicherheitsbehörden keine Hinweise darauf geliefert, dass es Devin Patrick Kelley verboten war, Waffen zu kaufen. Dies hätte aber bei seiner Vorstrafe der Fall sein müssen.

Hinweise auf familiäres Motiv

Unterdessen verdichteten sich Hinweise auf ein familiäres Motiv des Täters. Der 26-jährige Kelley hatte am Sonntag in einer Baptistenkirche in dem kleinen Ort Sutherland Springs das Feuer eröffnet und 26 Menschen getötet. 20 weitere wurden verletzt. Der Schütze wurde nach der Tat tot in seinem Wagen aufgefunden. Kelley diente für mehrere Jahre in der Luftwaffe. 2012 wurde er von einem Militärgericht wegen Angriffen auf seine damalige Frau und seinen Stiefsohn verurteilt.

Er verbrachte ein Jahr lang in Haft und wurde 2014 aus der Luftwaffe entlassen. Wegen der Verurteilung in einem Fall von häuslicher Gewalt hätte es ihm eigentlich nicht erlaubt sein dürfen, Waffen zu kaufen. Kelley erwarb aber ein halbautomatisches Gewehr und zwei Pistolen. Mit dem Gewehr verübte er die Tat. Die Pistolen wurden in seinem Auto gefunden.

Täter starb durch Kopfschuss

Die Ermittler gehen davon aus, dass sein Motiv für die Tat etwas mit Streitigkeiten mit seinen Schwiegereltern zu tun gehabt haben könnte. Kelley hatte 2014 erneut geheiratet. Nach Darstellung der Sicherheitsbehörden war er wütend auf seine Schwiegermutter und schickte ihr Textnachrichten mit Drohungen. Die Frau besuchte die Kirche demnach in der Vergangenheit. Am Sonntag war sie aber nicht dort. Nach Darstellung der Ermittler wurde der Täter gegen 11.20 Uhr (Ortszeit) zunächst an einer Tankstelle der Ortschaft gesehen. Er überquerte dann die Straße zur Kirche und begann noch außerhalb des Gebäudes, mit einem Gewehr zu schießen. In der Kirche feuerte er weiter um sich.

Ein Nachbar hörte die Schüsse, schnappte sich seine eigene Waffe, lief zum Tatort und schoss auf den Täter. Als dieser flüchtete, nahm der Nachbar gemeinsam mit einem weiteren Mann die Verfolgungsjagd auf. Noch während der Fahrt rief der Täter seinen Vater und sagte ihm, dass er wohl nicht überleben werde. Er kam mit seinem Wagen von der Straße ab. Polizisten fanden ihn später tot in seinem Wagen. Er hatte drei Schusswunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er an einem Kopfschuss starb, den er sich selbst zufügte.

Ermittler: Jüngstes Opfer war erst 18 Monate alt

Nach Darstellung des texanischen Gouverneurs Greg Abbott handelt es sich um die schlimmste Tat eines einzelnen Schützen in der Geschichte des Bundesstaates. Das jüngste Opfer war den Ermittlern zufolge erst 18 Monate alt. Unter den Toten seien weitere Kinder, sagte Freeman Martin vom texanischen Ministerium für Öffentliche Sicherheit. Das älteste Todesopfer war demnach 77 Jahre alt. Von den 20 Verletzten befanden sich am Montag noch die Hälfte in kritischem Zustand. Die Tat in der kleinen Gemeinde Sutherland Springs löste nur wenige Wochen nach dem Massaker in Las Vegas mit 58 Toten neues Entsetzen und erneut eine Debatte über die Waffengesetzgebung in den USA aus.

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Quelle: dpa

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