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Maha Vajiralongkorn - Thailands Monarch Rama X. gekrönt

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Seit zwei Jahren sitzt Maha Vajiralongkorn bereits auf Thailands Thron. Dabei hält sich der Monarch oft in Deutschland auf. Nun ist er gekrönt worden. Mit viel Prunk und Pomp.

Die Krönungszeremonie ist prunkvoll. "Doch es scheint eher wenig" im Vergleich zum großen Kult um den ehemaligen König, sagt ZDF-Korrespondent Normen Odenthal.

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Heute hat selbst er keine andere Wahl. Heute und in den kommenden Tagen muss Maha Vajiralongkorn in Bangkok sein. Und nicht am Starnberger See. Ansonsten scheint Thailands König seiner bayerischen Wahlheimat doch bei jeder Gelegenheit den Vorzug zu geben. Aber nun ist Anwesenheit in Thailand tatsächlich unumgänglich: zweieinhalb Jahre sitzt der Monarch bereits auf dem Thron, jetzt jedoch ist er offiziell gekrönt worden. In Bangkok. Mit größtem Pomp.

Krönung mit 66 Jahren

Der letzte Aufenthalt in Bayern liegt nur wenige Tage zurück. Ein heimliches Foto zeigt Vajiralongkorn im hautengen Top und in Begleitung seiner Leibwächter, wie er auf die Gondel zur Zugspitze wartet. Für die Kenner des Königs: Es ist ein Foto ohne Tätowierung, also waren die bunten Farben, die man früher auf Vajiralongkorns sportlichem Körper sah, wohl doch nur aufgemalt. Ja, das sind die Dinge, mit denen der Mann Schlagzeilen gemacht hat: mit merkwürdig-freizügiger Kleidung, vermeintlichen Tattoos und seinem Privatleben, das in der Tat lebendig war: vier Frauen, sieben Kinder.

Und nun also der Thron. Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, das gänzlich monarchische. Nach dem Tode seines verehrten Vaters Bhumibol übernahm der Sohn schon 2016 die Rolle. Nach Beisetzung und angemessener Trauerzeit soll nun aber eben offiziell die Ära Rama X. beginnen - als zehnter König der Chakri-Dynastie trägt er diesen Namen.

Bangkok ist in royales Gelb getaucht

Seit Wochen schon fiebert das Land dem Großereignis entgegen: Mehr als 30 Millionen Dollar soll es verschlingen. Aber Geldsorgen kennen Thailands Royals nicht. Sie zählen zu den reichsten Königshäusern der Welt. Mehrere Tage dauert die Zeremonie, geprägt von Traditionen und religiösen Riten, einer Mischung aus Buddhismus und Hinduismus.

Wer jetzt nicht gelb trägt, ist verdächtig. Bangkok, dieser Millionen-Moloch, der sonst eher von Grau dominiert wird, ist in diesen Tagen eine gelbe Stadt: gelbe Fahnen, gelbe Blumen und lauter Menschen in gelber Kleidung. Mit dem Tragen der royalen Farbe wird dem neuen König Respekt gezollt. Alles andere kommt nicht gut an.

Karte von Thailand mit Phuket
Karte von Thailand mit Phuket
Quelle: ZDF

Überhaupt ist es nicht leicht, sich in Thailand kritisch gegenüber dem Königshaus zu zeigen. Ein sehr strenges Gesetz gegen Majestätsbeleidigung wird - so scheint es - immer häufiger angewandt. Ein falscher Satz, eine gewagte Stellungnahme in den sozialen Medien wird mit Gefängnis bestraft. In einem Land, geprägt durch die starke Rolle des Militärs, lässt sich so etwas leicht umsetzen. Und so mag der neue König beim Volk nicht ansatzweise so beliebt sein wie sein Vater Bhumibol - gefürchtet wird er allemal.

Bayern bietet mehr Freiheiten als Bangkok

Seit er das Zepter schwingt, hat Vajiralongkorn sein Machtbewusstsein gezeigt. Er mischte sich ein in die Politik, ließ die Verfassung zu seinen Gunsten umschreiben - nicht zuletzt durch einen Paragraphen, der ihm das Führen der Amtsgeschäfte auch vom Ausland aus ermöglicht. Eben weil er doch so gern in Tutzing am Starnberger See ist, in seiner Villa, unterwegs mit dem Fahrrad, selbst beim Erdbeerpflücken und im Baumarkt wurde er schon gesichtet.

Fritz Haering, der ein Restaurant am See betreibt, beschreibt ihn als "ganz normalen, umgänglichen Typen, der halt gern Fisch isst". Ganz normal? Von Leibwächtern und Dienern umgeben, die sich dem Herrscher auf Knien nähern. Vajiralongkorn hat aber wohl schon früh die Möglichkeiten schätzen gelernt: Bayern bietet mehr Freiheiten als Bangkok. In seinem Fall ist das einfach so.

Von der Stewardess zur Königin

Zuhause aber kommt auf Rama X. nun einiges zu: Noch immer sind die Ergebnisse der letzten Parlamentswahl nicht öffentlich gemacht, obwohl der Wahlgang schon sechs Wochen zurück liegt. Begründung: die Krönung habe Vorrang. Doch bald schon soll Thailand dann Gewissheit haben, wer das Land politisch anführt: eine dem Militär nahestehende Gruppe um den Putsch-General Prayut Chan-O-Cha oder demokratischere Oppositionskräfte.

Kronprinz Maha Vajiralongkorn und Suthida
Am Mittwoch heiratete Rama X. seine ehemalige Leibwächterin Suthida (40) und ernannte sie zur Königin.
Quelle: reuters

Viele wähnen den neuen König auf Seiten des Militärs. In einer Art Symbiose könnten sich beide gegenseitig die Macht sichern. Prayut jedenfalls umgarnt den König. Nur so ist wohl zu erklären, dass er als amtierender Regierungschef sogar schon bei den Krönungsproben mitmarschierte - in der schwülen Hitze Bangkoks. Das war also eine Generalprobe im wahrsten Sinne des Wortes.

Aber wer weiß: wenn der neue König für etwas steht, dann für einen gewissen Hang zu Überraschungen. Jüngster Beweis: unmittelbar vor der Krönung hat er seine Lebensgefährtin Suthida in den Rang der Königin erhoben. Eher beiläufig wurde dabei bekannt, dass die beiden bereits verheiratet sind. Eine steile Karriere für die 40-Jährige: Sie war mal Stewardess, wurde dann Leibwächterin, später sogar zur Generalin ernannt. Und nun also Königin - an der Seite des neuen Königs von Thailand. An der Seite von Rama X.

Normen Odenthal ist ZDF-Studioleiter in Singapur.

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