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"Typisches Who-Zeug"

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Neue Platte noch in diesem Jahr - "Typisches Who-Zeug"

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Einst zerschlugen sie ihre Gitarren - heute geht es etwas gesetzter zu: Die neue "The Who"-Scheibe soll noch 2019 rauskommen. Auch andere Rock-Recken sind wieder am Start.

Die Band "The Who" bei einem Konzert am 06.07.2019 im Wembley-Stadion in London
"The Who" 2019 im Wembley-Stadion in London.
Quelle: picture alliance / Photoshot

Roger Daltrey ist um große Worte selten verlegen - auch diesmal nicht: Die neuen Songs seines Kollegen Pete Townshend finde er "fabelhaft", das kommende Album sei gar das beste seit dem Klassiker "Quadrophenia" - das war 1973. Der Sänger von "The Who" hat damit die Messlatte für die erste Studioplatte der legendären britischen Rockband seit 13 Jahren ziemlich hoch gelegt.

Nach einer ersten Vorankündigung im Januar und längerer Funkstille zu den Album-Plänen soll das mit Spannung erwartete Who-Comeback nun doch noch 2019 herauskommen - im November, wie die Plattenfirma Universal bei einer Party für Mitarbeiter und Medien in Berlin noch ohne konkreten Termin verlauten ließ. Eine Single-Auskoppelung wird es demnach schon in diesem Monat geben.

Einen ersten neuen Song spielten "The Who" bereits live mit großem Orchester im Rücken. "Big Cigars"heißt das Lied, das Townshend und Daltrey bei dem New Yorker Konzert im Madison Square Garden Anfang September präsentierten. Es enthält die Textzeilen: "Down in Guantanamo/we still got the ball and chain" - eine Kritik am Umgang der US-Regierung mit den Häftlingen im Gefangenenlager auf Kuba.

Noch mehr Rock-Recken

Ob sich "The Who" mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahl 2020 zu den vielen Donald-Trump-Gegnern in der Musikszene gesellen, ist bisher noch nicht klar. In jedem Fall reiht sich die Band um den 75-jährigen Sänger Daltrey und den ein Jahr jünjgeren Gitarristen Townshend ein bei diversen Rock-Dinosauriern aus den 60er und 70er Jahren, die im Herbst ebenfalls mit Spätwerken die guten alten Zeiten beschwören.

Kürzlich gab Neil Young - wie "The Who" vor 50 Jahren schon beim berühmten Woodstock-Festival dabei - bekannt, dass am 25. Oktober ein neues Album mit seiner Lieblings-Begleitband Crazy Horse erscheint. Schon eine Woche vorher veröffentlicht die 1976 in Los Angeles gegründete Softrock-Truppe Toto eine Platte mit alten, aber auch bisher unveröffentlichten Songs unter dem Titel "Old Is New". Und schließlich kommt am 1. November ein neues Werk von Jeff Lynne mit seinem Electric Light Orchestra auf den Markt.

"The Who", deren erste Hits schon weit über 50 Jahre zurückliegen, gehören zu den größten Bands der Rock-Historie - und sie gelten als wohl dienstälteste der Welt neben den Rolling Stones. "Wir sind jetzt alte Männer. Wir haben nicht mehr das gute Aussehen. Wir haben nicht mehr den Glamour", sagte Daltrey bei der Album-Ankündigung vor einigen Monaten. "Was uns bleibt, ist die Musik, und wir werden sie so frisch und kraftvoll wie immer präsentieren."

Die Songs und Konzerte von "The Who" waren zunächst aggressiver als die der Konkurrenz von The Beatles oder The Byrds. Mit den Konzeptalben "Tommy" und "Quadrophenia" ende der 60er und Anfang der 70er Jahre erfand Haupt-Songschreiber Townshend quasi das Genre der Rockoper. Ihre Single-Hits sind längst Evergreens des britischen Pop: "My Generation" mit der berühmten Textzeile "Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde", "Magic Bus" oder "Pinball Wizard".

Archiv: Die Band "The Who" am 20.12.1977 in London
"Just talkin' 'bout my g-g-g-generation" - "The Who"
Quelle: picture alliance/Solo Syndication

"Ich stehe nicht so auf das elektronische Zeug"

"The Who" haben wichtige Rockmusiker wie The Clash, The Jam, Oasis oder Paul Weller beeinflusst. Das bislang letzte Studioalbum "Endless Wire" stammt von 2006. Seither waren die beiden verbliebenen Originalmitglieder Townshend und Daltrey nur bei Tourneen gemeinsam als "The Who" unterwegs und verfolgten ansonsten Solo-Aktivitäten.

Nach Townshends Worten soll die neue Platte "dunkle Balladen, Heavy-Rock, experimentelle Electronica, Sampling-Sachen und auch typisches Who-Zeug" enthalten. Der Album-Vorbote "Big Cigars" klingt indes recht oldschool mit Blues-Einschlag. "Ich stehe nicht so auf das elektronische Zeug", sagte Daltrey, immer noch mit einer beeindruckenden Rock-Röhre gesegnet, dem Magazin "Uncut". "Ich liebe Gitarren. Und er ist mein Lieblingsgitarrist für alle Zeiten. Und Townshend ist immer originell", lobte der Sänger seinen Kollegen, mit dem er oft im Streit lag.

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