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Ende nach 178 Jahren - Pionier der Pauschalreise

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Thomas Cook war der älteste Reiseveranstalter der Welt. Stolze 178 Jahre hielt sich das Unternehmen in der Branche, brachte immer wieder neue Ideen an den Markt - nun das Ende.

Historisches Thomas Cook Verkaufsbüro in London (1992)
Verkaufsbüro von Thomas Cook in London (1992)
Quelle: dpa

Der Start war eher skurril: Am 5. Juli 1841 organisierte der 32-jährige englische Verleger Thomas Cook für 500 Reisende eine Zugfahrt zu einem Abstinenzlertreffen von Leicester nach Loughborough - die Pauschalreise war geboren.

Ab da gab es für Thomas Cook und später auch für seinen Sohn und seine Enkel kein Halten mehr. 1855 organisierte Cook die erste Europa-Rundreise für britische Touristen; sie führte über Brüssel, Köln, Heidelberg, Baden-Baden, Straßburg und Paris zurück über Le Havre oder Dieppe nach London.

1919 die ersten Flugtickets

Elf Jahre später folgte die erste Amerika-Reise, nochmals drei Jahre später die erste Nilkreuzfahrt mit einem Dampfer. 1872 organisierte Cook die erste Weltreise. Sie begann in Liverpool, dauerte 222 Tage und umfasste 40.000 Kilometer.

1919 vertrieb das Unternehmen die ersten Flugtickets. Dazwischen erfand Thomas Cook den Hotelvoucher und damit ein wichtiges Instrument der Pauschalreise (1868) sowie den Reisekreditbrief, den Vorläufer der Reisechecks (1874).

Reisekataloge von Thomas Cook (2005)
Reisekataloge von Thomas Cook (2005)
Quelle: dpa

Pünktlich zur Jahrhundertwende 1900 wurde das Unternehmen zum weltweiten Marktführer in der Reisebranche.

Zuletzt immer wieder in Schwierigkeiten

In den vergangenen Jahren geriet Thomas Cook allerdings immer wieder in Schieflage. Bereits im Jahr 2012 retteten mehrere Banken den Konzern mit frischem Geld nach immensen Abschreibungen auf das britische Geschäft und IT-Systeme. Auch dadurch sitzt Thomas Cook auf einem Schuldenberg in Milliardenhöhe und ächzt unter der hohen Zinslast. Der jüngste Preiskampf im Reise- und Fluggeschäft kam erschwerend hinzu, ebenso anhaltende Unsicherheit rund um den Brexit, die die Urlaubsfreude der britischen Kundschaft dämpft.

Um dringend benötigtes Geld zu bekommen, hatte der Konzern im Februar sogar seine Fluggesellschaften samt Condor zum Verkauf gestellt. Im Juli blies er das Vorhaben wieder ab und präsentierte stattdessen einen umfangreichen Rettungsplan mit Investoren - der nun scheiterte.

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