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Zahlen und Fakten - So geht's Thüringen - Überblick in Grafiken

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Niedrige Arbeitslosigkeit dank wachsender Wirtschaft, der geringste Stromverbrauch und zunehmend natürliche Waldgebiete: ein Überblick in Grafiken für das Bundesland Thüringen.

Blick vom Petersberg auf Erfurt

Thüringen mit der Landeshauptstadt Erfurt liegt in der Mitte Deutschlands. Mit einer Fläche von rund 16.200 Quadratkilometern zählt es zu den kleinen Bundesländern. 2,1 Millionen Menschen, das sind 2,6 Prozent der deutschen Bevölkerung, leben dort relativ homogen über die Landesfläche verteilt. Bezogen auf die Fläche weist das Bundesland die zweitniedrigste Einwohnerdichte Deutschlands auf.

Betrug vor der Wiedervereinigung die Einwohnerzahl in dem Bundesland rund 2,7 Millionen, sank sie in den Folgejahren aufgrund von Abwanderung und Geburtendefizit drastisch. 2015 wurden die in Deutschland angekommenen Flüchtlinge auf alle Bundesländer verteilt; die Thüringer Bevölkerung vergrößerte sich damit aber nur minimal. In den Folgejahren sank die Zahl der Einwohner wieder.

Thüringens Einwohner werden weniger und älter: Waren zur Wende 13,9 Prozent der Bewohner 65 Jahre oder älter, gab es 2017 mit 25,3 Prozent beinahe doppelt so viele Menschen im nicht mehr erwerbstätigen Alter.

Die Wirtschaft des Freistaates ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt hatte 2016 mit 60,8 Milliarden Euro zum ersten Mal einen Wert über der 60-Milliarden-Euro-Hürde erreicht und übertraf 2018 mit 2,7 Prozent Veränderung zum Vorjahr das durchschnittliche Wachstum der Bundesländer, das bei zwei Prozent lag.

Die Schüler-Lehrer-Relation ist sehr gut und die Bildungsausgaben des Landes sind hoch. Beim Gesamtranking des Bildungsmonitors ist Thüringen in den letzten Jahren zwar jeweils unter den drei besten Bundesländern zu finden, hat sich aber im Vergleich der letzten sechs Jahre von allen 16 Bundesländern am deutlichsten verschlechtert. Verbesserungspotential gibt es bei den Themen Integration und der Altersstruktur der Lehrkräfte. Parallel dazu steigt die Zahl der Schulabbrecher: 2017 liegt der Anteil der Abgänger ohne Schulabschluss in Thüringen mit 8,8 Prozent über der Deutschlandquote mit 6,5 Prozent. Thüringen steuert mit mehreren Maßnahmen dagegen: Zum einen sollen mit der im neuen Schulgesetz verankerten Ausdehnung der Schulpflicht mehr junge Menschen den Abschluss schaffen. Zum anderen wurden seit Januar 2015 über 3.500 neue Lehrerinnen und Lehrer in den Schuldienst geholt, heißt es vom Thüringer Bildungsministerium.

Das steigende Wirtschaftswachstum zeigt sich auch am Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit sinkt Jahr für Jahr und war im Juli 2019 mit 58.117 Erwerbslosen auf einem neuen Tiefstand: Mit 5,2 Prozent liegt die Arbeitslosenquote unter dem bundesdeutschen Durchschnittsniveau (5,5 Prozent).

Die Zahl der in Thüringen lebenden Ausländer wächst, Flüchtlinge aus Syrien bilden seit 2015 die größte Gruppe der Ausländer. Der prozentuale Anteil an der Bevölkerung ist allerdings nach wie vor gering: Mit 4,9 Prozent liegt der Ausländeranteil in Thüringen weit unter dem deutschen Durchschnitt von 12,2 Prozent.

Knapp ein Drittel der Landesfläche in Thüringen ist bewaldet und steht damit in Deutschland an siebter Stelle. Thüringens Wälder bestehen zu 65 Prozent aus Nadel- und zu 35 Prozent aus Laubwäldern. Der Wald hat neben dem Erholungsaspekt und dem damit einhergehenden Tourismus eine weitere Nutzfunktion: Die Holzwirtschaft ist ein wichtiger und gerade im ländlichen Raum der größte Arbeitgeber.

2007 hatte die Bundesregierung die "Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt" beschlossen, in der unter anderem die Vorgabe für Naturwälder verabschiedet wurde. Bis 2020 sollen fünf Prozent der Waldfläche in Deutschland für eine natürliche Entwicklung gesichert werden. Neben Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein schafft es nur noch Thüringen, auf die fünf Prozent Naturwald zu kommen.

Spitzenwerte weist das Bundesland beim Stromverbrauch auf: Mit 241.668 Terajoule verbrauchten die Thüringer im Jahr 2016 am wenigsten Strom. Auch der Pro-Kopf-Verbrauch ist deutlich geringer als in den anderen Bundesländern: Mit 111,7 Gigajoule ist nur Berlin beim Stromsparen besser. Eine deutliche Entwicklung ist seit einigen Jahren bei den erneuerbaren Energieträgern festzustellen, deren Anteil sich zuletzt 2016 auf 24,5 Prozent erhöhte.

Zwar hat die Abdeckung mit schnellen Internetanschlüssen im Freistaat den größten Zuwachs, mit 83,8 Prozent Breitband-Internetverfügbarkeit ist Thüringen aber noch immer auf den hinteren Plätzen. Das Gefälle von städtischem zu ländlichem Raum ist groß: Liegt die Versorgung in den Städten über 90 Prozent, sind es auf dem Land nur gut 50 Prozent.

52,7 Prozent aller Wahlberechtigten haben bei der Landtagswahl 2014 in Thüringen ihr Wahlrecht genutzt. Die CDU wurde mit 33,5 Prozent zwar wieder die stärkste Kraft im Land, zum ersten Mal stellt sie aber nicht den Ministerpräsidenten. Durch eine Koalition mit SPD und Bündnis90/Grüne kommt dieser seitdem erstmals von der Partei Die Linke. Die FDP scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde, die AfD zog zum ersten Mal in den Landtag ein.

Seit der Wiedervereinigung konnte sich die CDU als stärkste Partei im Landtag behaupten. Seit 1999 hat die Linke der SPD die Position der zweitstärksten Partei abgenommen.

Blick auf die Dresdner Stadtsilhouette

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