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Tiananmen 1989 im ZDF-Archiv - Der Protest, die Hoffnung und das Massaker

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Von Mitte April 1989 bis Anfang Juni erlebt China auf dem Platz des Himmlischen Friedens eine Demokratiebewegung, die dem Land sieben Wochen lang Hoffnung auf Veränderung gab.

Fotos von Opfern des Massakers von 1989 am Tiananmen-Platz in einem Museum in Hongkong
Fotos von Opfern des Massakers von 1989 am Tiananmen-Platz in einem Museum in Hongkong
Quelle: AP

Mit dem Tod des Reformers Hu Yaobang beginnen die Studentenproteste in Peking und in China. Das war am 15. April 1989. Von diesem Tag an begleitet die ZDF-Korrespondentin Gisela Mahlmann und ihr Kameramann Jochen Wichmann die Demonstrationen. Sie dokumentieren ihr stetes Wachsen. Am Anfang sind es hundert, danach werden es hunderttausende sein. Sie stellen Forderungen an die chinesische Regierung. Was sie fordern ist nicht viel und nicht unmöglich. Sie wollen demokratische Reformen, keine Korruption, Pressefreiheit, das Recht auf Mitbestimmung. 

Der Protest zieht sich durch alle Schichten

China war nie wieder so frei wie in jenen Wochen, die auf den Juni 1989 hinführten. Es ist eine Volksbewegung. Der Protest zieht sich durch alle Schichten: Die Studenten wollten Freiheit, Demokratie. Die Arbeiter wollen bessere Löhne und nicht mehr hungern. Die Journalisten fordern das Recht auf Wahrheit und ehrliche Berichterstattung. Es werden immer mehr, jeden Tag. Die Bewegung scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein. In mehr als 300 Städten wird protestiert. Bis die Panzer rollen am 4. Juni 1989.

17. bis 22. April 1989: Der Beginn der Proteste. Sehen Sie hier die Originalaufnahmen aus dem Jahr 1989.

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Die Bewegung wird brutal niedergeschlagen. Es gibt mehrere hundert, wenn nicht tausend Tote. Der Tag geht als das Massaker des Tiananmen in die Geschichte ein. Bis heute lebt China unter dem Schatten der Ereignisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Das Massaker vom 4. Juni erfüllte für die KP seinen Zweck. Ihre unantastbare Macht blieb. Und das China von heute erklärt sich durch die Tage von damals. Nie mehr soll das Volk aufbegehren. Eine Mischung aus wirtschaftlicher Öffnung und politischer Starre wird die nächsten dreißig Jahre bestimmen. Es folgte die Doktrin vom "Sozialismus chinesischer Prägung", der von den Exil-Intellektuellen Chinas wie ein diktatorischer Kapitalismus gelesen wird. Wenn das China von heute so ist, wie es ist, dann auch wegen der sieben Wochen Hoffnung der Protestbewegung und dem dramatischen Ende.

Das Fundament für das heutige China

Demonstrationen am 27.4.1989 in Peking
Demonstrationen am 27.4.1989 in Peking

Die glitzernden Fassaden, das reiche, schnelle China, ist auch das China der totalen Kontrolle, das seinem eigenen Volk zutiefst misstraut. 30 Jahre lang hat die Regierung durch komplette Überwachung, Gehirnwäsche und öffentliche Verurteilung und Hinrichtung der "Unruhestifter des Vorfalls von 1989" das Fundament gelegt, das das heutige China und sein Volk erklärt.

Die scheinbare kollektive Amnesie scheint das Erstaunlichste dabei. Und trotzdem haben die Regierenden immer noch Angst vor einem neuen Aufbegehren des eigenen Volkes. Denn der 30. Jahrestag wird wieder zu einem Spießrutenlauf für all diejenigen, die an ihn erinnern wollen. Denn Erinnern ist verboten, Trauern auch. Der Tiananmen Platz ist heute vor allem Touristenattraktion. Die Partei hat ihr Volk zum Vergessen verdammt.

Sehen Sie hier exklusives ZDF-Drehmaterial von 1989:

Chinesischer Demonstrant vor Panzern auf der Chang'an Avenue

Nachrichten - 30 Jahre Tiananmen

Peking im Frühjahr 1989: Tausende Studenten gehen auf die Straße und fordern Demokratie und Pressefreiheit. Doch dann schlägt das chinesische Militär die Pro...

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