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Bedrohte Tierarten - WWF warnt vor großem Artensterben

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Lebensräume werden zerstört, bedrohte Tiere gejagt: Die Umweltschützer vom WWF warnen vor dem größten "Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier".

Mehr als 30.000 Tiere sind auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als bedroht vermerkt. Rund 6.400 davon sind vom Aussterben bedroht. Derzeit sei das "größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier" im Gange, erklärte die Umweltstiftung WWF zum Erscheinen ihrer neuen Liste der Gewinner und Verlierer im Tierreich 2019.

Das sind die größten Verlierer

Archiv: Eisbären im Tierpark, aufgenommen am 16.10.2019
Eisbären gehören zu den größten Verlierern des Jahres 2019. Insgesamt könnte ein Drittel der globalen Population bis 2050 verschwinden.
Quelle: dpa

Eisbären: Insgesamt könnte ein Drittel der globalen Eisbären-Population bis 2050 verschwinden. Schuld daran sei vor allem die Klimakrise, heißt es vom WWF. So leben demnach beispielsweise in der nördlichen Hudson Bay noch 842 Tiere. Das sind etwa 18 Prozent weniger als 2011. Die IUCN stufte Eisbären (Ursus maritimus) bei der jüngsten Bewertung im Jahr 2015 als "gefährdet" ein. Damals wurde die Population auf insgesamt rund 26.000 Eisbären geschätzt.

Archiv: Sumatra-Nashorn
Die 25-jährige Nashorndame Iman war das letzte Sumatra-Nashorn in Malaysia. Sie ist im November an Krebs gestorben.
Quelle: foto: sabah wildlife department (swd)/bernama/dpa

Sumatra-Nashörner: Das letzte Sumatra-Nashorn Malaysias starb im November. Der Lebensraum der Tiere war enorm geschwunden, weil der Wald für Palmölplantagen, Papierproduktion und Bergbau in den vergangenen Jahrzehnten gerodet wurde. Die Weltnaturschutzunion IUCN listet das Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis) als "vom Aussterben bedroht". Derzeit streifen noch einige Exemplare durch Indonesien - laut WWF-Schätzungen weniger als 80 Sumatra-Nashörner.

Archiv: Koala, aufgenommen am 17.04.2019
Die seit Monaten wütenden Buschbrände in Australien bedrohen Koalas.
Quelle: dpa

Koalas: Bei schweren Buschbränden in Australien sind seit Oktober mehr als 2.000 Koalas verbrannt. Das sagten Wissenschaftler kürzlich bei einer Anhörung im Parlament. Große Flächen an Eukalyptuswäldern, Lebensraum und gleichzeitig Nahrungsgrundlage der Koalas, sind niedergebrannt. Nach Angaben der Naturschutzorganisation Australia Koala Foundation (AKF) gibt es noch zwischen 43.000 und 100.000 Koalas. Die Tiere kommen nur in Australien vor. Laut WWF ist ihre Zahl in den vergangenen 25 Jahren um rund ein Drittel geschrumpft.

Neben den Eisbären, Sumatra-Nashörnern und Koalas nennt die Umweltschutzorganisation folgende weitere Verlierer:

  • Jaguare
  • Kaiserpinguine
  • Zackenbarsche
  • Schildhornfische
  • Wildbienen
  • Geparde

Das sind die größten Gewinner

Für einige Tiere ging es in diesem Jahr aber auch bergauf. Der WWF wertet dies als Zeichen dafür, dass "wir die Abwärtsspirale beenden können, wenn wir nur wollen – und entsprechend handeln."

Archiv: Goldschakal
Es gibt auch Tiere, die von der Erderwärmung profitieren. Dazu gehören die Goldschakale.
Quelle: ola jennersten/wwf/dpa

Goldschakale: Der kleine Bruder des Wolfes verlässt mehr und mehr den warmen Südosten Europas und besiedelt Gebiete in Mitteleuropa. Das ist nach Ansicht des WWF eine Konsequenz der Erderhitzung. Auch in Deutschland werden ab und zu Goldschakale gesichtet. Nach Hochrechnungen der Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE) besteht die europäische Population aus 117.000 Goldschakalen.

Archiv: Saiga-Antilope, aufgenommen am 17.05.2009
Eine Seuche hatte die Saiga-Antilopen bedroht. Allmählich erholt sich die Population wieder.
Quelle: foto: igor shpilenok/wwf/dpa

Saiga-Antilopen: Vor knapp drei Jahren starben Tausende mongolische Saiga-Antilopen an einer Viruserkrankung, die von Schaf- und Ziegenherden übertragen wurde. Die Seuche und der folgende harte Winter seien laut WWF fatal gewesen: Der Bestand schrumpfte demnach von 11.000 auf 3.000 Saiga-Antilopen. Zwar sei die Population immer noch stark geschwächt, allerdings zeigen einige Tiere mittlerweile Immunität gegen das Virus.

Hirschferkel
Erstmals seit 30 Jahren wieder gesichtet: Hirschferkel.
Quelle: imago

Hirschferkel: Im November sichteten Forscher erstmals nach 30 Jahren wieder ein Vietnam-Kantschil. Das Huftier aus der Familie der Hirschferkel war im Osten Vietnams in eine Kamerafalle getappt. Wie viele Tiere der Art genau in der Region lebten, war zunächst nicht bekannt. Der letzte bekannte Artgenosse des Tieres war im Jahr 1990 von einem Jäger erschossen worden. Weitere Gewinner des Jahres 2019 sind Elefanten, Karpfen und Wasserfrösche.

Diese Ursachen sieht der WWF

WWF: "Artenvielfalt ist kein Luxus"

"Artenvielfalt ist kein Luxus", schreibt der WWF in seinem Bericht. Artensterben sei auch für den Menschen gefährlich: So seien unzählige Arten für die Nahrungssicherung der Menschheit von größter Bedeutung - wie die Insekten, die etwa drei Viertel aller vom Menschen genutzten Nahrungspflanzen bestäuben.

Der Ausfall einer Art, warnt der WWF, "kann daher eine Kaskade von Veränderungen in Gang setzen. Dabei kennen wir viele Arten noch zu wenig, um die Folgen ihres Verschwindens überhaupt abschätzen zu können. Was wir wissen: Sie alle gehören zum globalen ökologischen Netzwerk, das auch uns Menschen trägt".

Sieben Kontinente gliedern die heutige Weltkarte. "Terra X" stellt alle Erdteile und ihre einzigartige Tier- und Pflanzenwelt vor. Wie hat sich das Leben den geologischen Eigenheiten der jeweiligen Kontinente angepasst, und wie muss es sich heute einer modernen, vom Menschen dominierten Welt anpassen? Sehen Sie hier alle Videos:

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