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Person des Jahres 2017 - Trump hat "dankend abgelehnt"

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Alle Jahre wieder entscheidet das Time Magazine, wer "Person des Jahres" wird. 2016 war es US-Präsident Trump. Er machte sich heuer wieder Hoffnungen - und erntete Spott.

Zeitungsstand mit dem Time Magazine mit Mark Zuckerberg auf dem Cover als "Person of the Year"
Zeitungsstand mit dem Time Magazine mit Mark Zuckerberg auf dem Cover als "Person of the Year"
Quelle: imago

"Das Time Magazine hat angerufen. Ich werde WAHRSCHEINLICH wieder 'Person des Jahres', so wie im vergangenen Jahr", twitterte der Präsident vor knapp zwei Wochen. "Aber ich müsste einem Interview und einem Fotoshooting zustimmen. Ich habe gesagt 'wahrscheinlich' nützt mir nichts und habe dankend abgelehnt."

Stimmt nicht, twitterten die Magazin-Macher zurück. Die Entscheidung darüber, wer als Person des Jahres auf das Cover kommt, entscheidet seit Jahren eine kleine Gruppe der Herausgeber hinter verschlossenen Türen. Niemand wird vorher informiert, auch nicht der Präsident.

Streng geheim

"Tatsächlich wissen nur einige wenige Redakteure Bescheid. Derjenige, der die Titel-Geschichte schreibt und ein kleiner Kreis von Herausgebern. Selbst Layout Meetings bleiben geheim“, sagt Kelly Conniff, eine der eingeweihten Redakteurinnen. "Ich kann ein ziemlich gutes Pokerface aufsetzen."

Immerhin gibt es seit Anfang der Woche eine Liste der möglichen Kandidaten. Jeff Bezos, der Amazon-Chef steht drauf, der Kronprinz von Saudi-Arabien, Mohammed bin Salman, Nordkoreas Diktator Kim Jong Un - und ja, auch Präsident Trump. Die Wahrscheinlichkeit, dass er zum zweiten Mal in Folge Person des Jahres wird, ist allerdings nicht besonders groß. Das hat bisher erst einer geschafft: Richard Nixon, der 1971 und 1972 gekürt wurde.

Helden, Gutmenschen und Diktatoren

Bill Clinton, John F. Kennedy, Barack Obama, George W. Bush - fast alle US-Präsidenten waren zumindest einmal Person des Jahres. Der Allererste, dem das Time Magazin diesen Titel verlieh, war Charles Lindbergh. Das war vor 90 Jahren, 1927, nachdem der Pilot Lindbergh im Alleingang den Atlantik überquert hatte. In den darauf folgenden Jahren wurden Wissenschaftler, Freiheitskämpfer und Päpste geehrt. Nicht immer waren die Ausgewählten Helden oder "Gutmenschen". "Person des Jahres wird derjenige, der den stärksten Einfluß auf die Nachrichten hatte und für das steht, was in dem Jahr wichtig war - im positiven oder negativen Sinn", schrieb der ehemalige Chefredakteur Walter Isaacson.

Besonders umstritten war die Entscheidung der Herausgeber 1938, als sie Adolf Hitler zum "Mann des Jahres" erklärten. Im Jahr darauf folgte Josef Stalin und 1979 wählten die Herausgeber Ayatollah Khomeini.

Frauen des Jahres? Fehlanzeige!

Lange Zeit blieben die Herren unter sich auf dem Cover des Time Magazins. Bis heute haben es gerade einmal vier Frauen solo auf das Titelbild geschafft: Wallis Simpson, Queen Elizabeth II, die Philippinische Präsidentin Corazon Aquino und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

"Ja, es sind zu wenige Frauen", gibt die ehemalige stellvertretende Chefredakteurin Radhika Jones zu. "Aber das zeigt, dass Frauen in den vergangenen 90 Jahren selten die Machtpositionen besetzt haben, die sie zu potenziellen Personen des Jahres machen."

In diesem Jahr steht immerhin eine Frau auf der Liste der Nominierten: Filmemacherin Patty Jenkins, die mit ihrem Film "Wonder Woman" Rekordumsätze einspielte. Außerdem in der engeren Auswahl: Die #MeToo Kampagne. Das Hashtag #MeToo beherrscht seit Wochen die sozialen Medien, seit immer neue Skandale um sexuelle Belästigung und Gewalt in Politik, Medien und Showbusiness für Schlagzeilen sorgen.

#MeToo oder Trump

Wer das Rennen macht, gibt das Time Magazine am 6. Dezember um 7 Uhr morgens bekannt. Ob es Donald Trump schafft oder nicht ist für die Dekoration seiner Golf Ressorts in Florida und Schottland nicht entscheidend. Dort hängt er nämlich bereits seit Jahren an der Wand, umrahmt vom charakteristischen roten Titel des Time Magazins. Die Schlagzeile lautet: "Trump ist ein Volltreffer an allen Fronten - auch im Fernsehen." Das einzige Problem: Dieser Titel, angeblich aus dem März 2009, wurde nie vom Time Magazine veröffentlicht. 

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