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Arbeitsbedingungen bei Großkonzern - Tod in Fabrik: Samsung entschuldigt sich

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Samsung hat sich für Todes- und Krankheitsfälle unter den Beschäftigten in seinen Fabriken entschuldigt. Vorausgegangen war ein jahrelanger Streit mit den Opfer-Familien.

Fertigung von Plasmabildschirmen von Samsung
Fertigung von Flachbildschirmen von Samsung (Archivbild)
Quelle: imago

Das Unternehmen habe es versäumt, eine sichere Arbeitsumgebung in bestimmten Fabriken zu schaffen, teilte es mit. Dutzende Angestellte an Fertigungsstraßen für Halbleiter- und Flüssigkristallbildschirme hatten mit schweren Leiden wie Leukämie oder Hirntumoren zu kämpfen. Der Konzern sei mit Gesundheitsgefahren nicht hinreichend umgegangen, räumte Kinam Kim, Präsident der Geräteabteilung von Samsung Electronics, am Freitag auf einer Pressekonferenz in Seoul ein.

Schmerzensgeld beschlossen

Vor Ort waren auch Aktivisten und Verwandte betroffener Arbeiter. Vor Wochen hatten sich der Tech-Riese und eine Arbeitnehmervertretung auf Betreiben eines Schlichters auf Konditionen einer Entschädigung geeinigt. Damit fand ein seit mehr als einem Jahrzehnt andauernder Streit ein Ende. Die jüngste Entschuldigung von Samsung war Teil der Einigung.

Der Schritt des Marktführers bei Speicherchips, Smartphones und TV-Geräten folgte einem jahrelangen Streit mit Vertretern der Opfer-Familien. Beide Seiten hatten in diesem Monat zugestimmt, den Entscheidungen eines Schlichtungskomitees zu folgen und den Streit beizulegen. Samsung erklärte sich unter anderem dazu bereit, in den nächsten zehn Jahren bis zu 116.000 Euro (150 Millionen Won) Schmerzensgeld an ehemalige und jetzige Mitarbeiter zu zahlen, wenn deren Erkrankung auf den Umgang mit Chemikalien am Arbeitsplatz zurückgeführt werden kann.

320 Fälle dokumentiert

Die Regelung gilt für alle, die seit Mai 1984 in den Halbleiter- und LCD-Anlagen gearbeitet haben. Samsung hatte sich schon einmal im Mai 2014 bei Beschäftigten und ihren Familien entschuldigt, die an Leukämie oder anderen Krebsarten erkrankt waren, aber auch betont, der Konzern erkenne keinen Zusammenhang an.

Die Gruppe Unterstützer für die Gesundheit und Rechte der Menschen in der Halbleiterindustrie (SHARPS) hat nach 320 arbeitsbedingte Krankheitsfälle unter Arbeitern in Samsung-Fabriken dokumentiert (Stand: Juni 2018). Von den Opfern seien 118 gestorben. Die Zahlen wurden von Samsung nicht bestätigt. Der Konzern will zudem einen Fonds im Volumen von knapp 39 Millionen Euro für die industrielle Sicherheit und Gesundheit einrichten.

Der Skandal geht auf das Jahr 2007 zurück, nachdem eine Arbeiterin bei Samsung an den Folgen von Leukämie gestorben war. Deren Vater Hwang Sang Gi setzte sich seitdem für die betroffenen Arbeiter und den Familien ein. Er werde die Entschuldigen von Samsung akzeptieren, sagte Hwang am Freitag im Fernsehen. "Schadenersatz ist wichtig, doch wichtiger ist Prävention." Hwangs Gruppe fordert unter anderem von Samsung, offenzulegen, welche Chemikalien beim Produktionsprozess benutzt werden.

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