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Eine Tote nach Schüssen in Synagoge - Trump verurteilt Tat

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Poway in den USA - Eine Tote nach Schüssen in Synagoge - Trump verurteilt Tat

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Bei einem Angriff auf eine Synagoge ist in Kalifornien eine Frau gestorben. Drei weitere Menschen wurden verletzt. US-Präsident Trump verurteilte die Tat: "Unsere Nation trauert".

Nach dem Angriff auf eine Synagoge in Kalifornien trauern die Menschen mit der jüdischen Gemeinde.
Nach dem Angriff auf die Synagoge trauern die Menschen mit der jüdischen Gemeinde - so wie hier die Gläubigen der presbytarianischen Gemeinde in Bernardo.
Quelle: Reuters

Sechs Monate nach dem rechtsradikal motivierten Angriff auf eine Synagoge in Pittsburgh hat ein Mann in einem jüdischen Gotteshaus in Kalifornien das Feuer eröffnet und eine Frau getötet. Drei weitere Menschen - darunter der Rabbi - seien am Samstag verletzt worden, sagte der Sheriff im San Diego County, Bill Gore. Der mit einem Gewehr bewaffnete Angreifer sei am letzten Tag des jüdischen Pessachfestes in die Synagoge der orthodoxen Chabad-Bewegung in Poway nördlich der Stadt San Diego eingedrungen. Poways Bürgermeister Steve Vaus sprach von einem "Hassverbrechen".

Trump verurteilt Antisemitismus

Unsere gesamte Nation trauert um den Verlust von Leben, betet für die Verletzten und ist solidarisch mit der jüdischen Gemeinschaft.
US-Präsident Donald Trump

Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen. San Diegos Polizeichef David Nisleit sagte, es handele sich um einen weißen 19-Jährigen aus San Diego. Er sei zunächst vom Tatort geflohen, habe dann aber selbst die Polizei angerufen und sich anschließend widerstandslos festnehmen lassen. Vaus sagte dem Sender CNN, er gehe davon aus, dass der Angreifer gezielt eine Synagoge ins Visier genommen habe. "Ich habe gehört, dass es definitiv jemand mit Hass in seinem Herzen war, Hass auf unsere jüdische Gemeinschaft."

Nach dem Angriff verurteilte US-Präsident Donald Trump jeglichen Antisemitismus auf das Schärfste. "Unsere gesamte Nation trauert um den Verlust von Leben, betet für die Verletzten und ist solidarisch mit der jüdischen Gemeinschaft", sagte er bei einem Wahlkampfauftritt in Green Bay im Bundesstaat Wisconsin. "Mit Nachdruck verurteilen wir das Übel des Antisemitismus und des Hasses, das besiegt werden muss."

Die internationale Gemeinschaft muss den Kampf gegen den Antisemitismus verstärken.
Israelischer Regeirungschef Benjamin Netanjahu

Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu verurteilte den Anschlag. Die Tat habe "das Herz des jüdischen Volkes getroffen", sagte er nach Angaben seines Büros. Und forderte: "Die internationale Gemeinschaft muss den Kampf gegen den Antisemitismus verstärken." Israels Staatspräsident Reuven Rivlin äußerte sich "schockiert und traurig" über den Anschlag. Er sei "eine weitere schmerzhafte Erinnerung daran, dass Antisemitismus und Judenhass immer noch da sind, überall", sagte Rivlin.

Polizei versucht Kampfschrift im Netz zu verifizieren

Sheriff Gore sagte, man prüfe, ob eine im Internet veröffentlichte Kampfschrift, die dem Festgenommenen zugeschrieben wurde, authentisch sei. Darin schreibt der Autor, dass Juden "nichts als die Hölle" verdienten. "Ich werde sie dorthin schicken." Der Verfasser bezieht sich darin auch auf Brenton Tarrant, den mutmaßlichen Attentäter von Christchurch. Der Rechtsextremist soll für den Anschlag auf zwei Moscheen mit 50 Todesopfern in Neuseeland verantwortlich sein.

Ein Sheriff sichert die Synagoge in Poway, nachdem ein Angreifer dort eine Frau getötet und drei Menschen verletzt hatte.
Ein Sheriff sichert die Synagoge in Poway, nachdem ein 19-Jähriger dort eine Frau getötet und drei Menschen verletzt hat.
Quelle: Reuters

Der Autor bekennt sich in dem nicht verifizierten Schreiben auch auf einen bislang nicht aufgeklärten Brandanschlag auf eine Moschee im kalifornischen Escondido kurz nach dem Anschlag in Christchurch. Sheriff Gore sagte, es werde geprüft, ob es eine Verbindung zu dieser Tat gebe.

Auf den Tag genau sechs Monate vor dem Angriff in Poway hatte ein Rechtsradikaler in der "Tree of Life"-Synagoge in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania elf Menschen erschossen. Es handelte sich um das folgenschwerste antisemitische Verbrechen in der Geschichte der USA. Dem Täter wird derzeit der Prozess gemacht. Ihm droht nach Angaben des Justizministeriums die Todesstrafe.

Zahl der Hassverbrechen in den USA steigt

Nach jüngsten Statistiken der Bundespolizei FBI haben Hassverbrechen in den USA 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent zugenommen. 2017 registrierten die Behörden 7.175 solche Verbrechen. 1.679 davon wurden als religiös motiviert eingestuft. Von diesen Taten richteten sich wiederum 58,1 Prozent gegen Juden, 18,7 Prozent gegen Muslime.

Kritiker werfen Trump vor, nicht energisch genug gegen Rechtsradikale Position zu beziehen oder sie mit seiner hitzigen Rhetorik sogar zu ermutigen.

In Kalifornien war es kürzlich erst zu einem weiteren Angriff gekommen, der nach Überzeugung der Polizei Muslimen galt. Am Dienstag war ein 34-jähriger US-Armeeveteran in Sunnyvale mit seinem Auto in eine Menschengruppe gefahren. Neue Beweise zeigten, dass der Verdächtige die Opfer aus rassistischen Gründen angegriffen habe, teilte die Polizei nun mit. Er habe sie für Muslime gehalten. Acht Menschen waren bei dem Vorfall verletzt worden, ein 13-jähriges Mädchen schwebte danach in Lebensgefahr. Ein Polizeisprecher sagte, dem Verdächtigen werde versuchter Mord in acht Fällen vorgeworfen.

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