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Nach Angriff auf Synagoge - Weltweite Trauer - und Kritik

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Der Angriff auf eine Synagoge in Kalifornien schockiert. Trump spricht von einem "Hassverbrechen". Der deutsche Antisemitismus-Beauftragte kritisiert auch den US-Präsidenten.

Vertreter aus Religion und Politik haben sich schockiert über die tödliche Attacke in einer Synagoge in Kalifornien geäußert. US-Präsident Donald Trump und Poways Bürgermeister Steve Vaus sprachen von einem "Hassverbrechen". Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, gab Trump und seiner Politik allerdings auch eine gewisse Mitverantwortung für die Tat.

Der Angriff auf die Chabad-Synagoge trifft uns alle.
Bundesqußenminister Heiko Maas

Trump erklärte per Twitter, seine Gedanken und Gebete seien bei den Betroffenen. Die Sicherheitskräfte hätten herausragende Arbeit geleistet. Vizepräsident Mike Pence betonte, niemand sollte in einem Gebetshaus Angst haben müssen. Auch Bundesaußenminister Heiko Maas äußerte sein Mitgefühl mit den Angehörigen der Getöteten und den Verletzten. "Der Angriff auf die Chabad-Synagoge trifft uns alle", erklärte er.

Das Attentat sei ein Angriff auf die Freiheit von Juden weltweit und zugleich auf die freiheitlich-demokratische Gesellschaft und ihre Werte, schrieb der Zentralrat der Juden in Deutschland auf seiner Facebook-Seite.

Angriff während des Pessachfests

Bei der Attacke in Poway nördlich von San Diego hatte am Samstag ein Mann in einer Synagoge auf Besucher geschossen und eine Frau getötet. Außerdem wurden der Rabbiner der Synagoge, ein Mädchen sowie ein Mann verletzt. In der Synagoge wurde während des Angriffs das jüdische Pessachfest begangen, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei erinnert. Die einwöchigen Feierlichkeiten hätten am Samstagabend mit einem Essen beendet werden sollen.

Motiv der Tat war laut Polizeiangaben Hass gegen Juden. Der mutmaßliche Täter, ein Student aus Kalifornien, habe sich widerstandslos festnehmen lassen, sagte der Sheriff des San Diego County, Bill Gore. Der 19-Jährige habe vermutlich allein gehandelt. Er hatte zuvor im Internet Hassparolen gegen Juden verbreitet.

Folgen der Politik Trumps?

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland, kritisierte im Zusammenhang mit dem Attentat das Waffenrecht in den USA. "Wenn ein Täter vom Hass im Internet radikalisiert ist, kann er schneller als etwa in Deutschland und Europa ein Gewehr oder eine Pistole kaufen. Das kann fatale Folgen haben", sagte Klein der Funke Mediengruppe. Ein verschärftes Waffenrecht sei "ein besserer Schutz für Juden und andere Feindbilder von Hass in den USA".

Klein äußerte die Sorge, dass sich Hass gegen Juden in Deutschland und in den Vereinigten Staaten "enthemmter" äußere. Trump verschärfe mit seinem Stil das politische und gesellschaftliche Klima und lege "einen Fokus auf eine stark pro-israelische Politik".

Wenn ein Täter vom Hass im Internet radikalisiert ist, kann er schneller als etwa in Deutschland und Europa ein Gewehr oder eine Pistole kaufen. Das kann fatale Folgen haben.
Antisemitismus-Beauftragter Felix Klein

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, rief auf Twitter dazu auf, zusammenzustehen gegen Hass und Unrecht. "Rechtsextremismus, religiös, nationalistisch, ideologisch und links begründeter Extremismus tötet", fügte er hinzu. Seine Organisation verurteile "diese entsetzliche Tat als Akt gegen die Menschlichkeit".

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