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Nach U-Haft - Mesale Tolu kommt unter Auflagen frei

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Fast acht Monate saß sie in der Türkei in Haft: Jetzt kommt die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu unter Auflagen frei. Das erklärten ihre Anwälte.

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu kommt unter Auflagen aus türkischer Untersuchungshaft frei. Das entschied ein Gericht in Istanbul, wie die Linken-Abgeordnete und Prozessbeobachterin Heike Hänsel mitteilte. Allerdings darf Tolu laut Hänsel das Land zunächst nicht verlassen und muss sich wöchentlich bei den Behörden melden. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft die Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt.

Die Bundesregierung reagierte erleichtert auf die Nachricht aus Istanbul. "Sie ist draußen und das ist eine tolle Sache", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach von einer "wirklich guten Nachricht".

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Tolus ebenfalls inhaftierter Ehemann, Suat Corlu, war Ende November freigelassen worden. Die Journalistin, die seit mehr als sieben Monaten im Gefängnis sitzt, hatte im Prozess gegen sie und 17 weitere Angeklagte die Vorwürfe zurückgewiesen und die Freilassung gefordert. Bei den Anschuldigungen ging es um Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und Verbreitung "terroristischer Propaganda".

Tolu wurde im April festgenommen

Der Prozess ist damit aber noch nicht zu Ende: Tolu würden bei Verurteilung mehr als zehn Jahre Gefängnis drohen. Die Bundesregierung setze sich weiter dafür ein, dass das Verfahren "ganz zu Ende geht", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Die 33-Jährige war am 30. April bei einer Razzia in ihrer Wohnung festgenommen worden und saß seit Anfang Mai in Untersuchungshaft. Zuletzt hatte sie für die linke Nachrichtenagentur "Etkin News Agency" (Etha) gearbeitet. Tolu hat türkische Wurzeln, besitzt seit 2007 allerdings nur noch die deutsche Staatsangehörigkeit.

Zum zweiten Prozesstag war auch der deutsche Schriftsteller Günter Wallraff nach Istanbul gereist. Nach Angaben ihrer Anwältinnen lasten die Ankläger der Journalistin unter anderem die Teilnahme an Gedenkfeiern für Aktivisten an, die in Syrien ums Leben gekommen sind. Dabei handele es sich um Menschen, die im Kampf gegen die dschihadistische Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) ums Leben kamen. Belastet werde die Journalistin zudem von einem anonymen Zeugen. Seit dem Putschversuch im Juli 2016 bringt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritische Medien mit Repressionen systematisch zum Schweigen.

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