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Tornados in den USA - "Wie ein Kriegsgebiet"

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Ein Toter, viele Verletzte, Zerstörungen: Seit Tagen durchziehen Tornados den Mittleren Westen der USA. Zuletzt traf es Ohio und Kansas. Meteorologen erwarten ein neues Rekordjahr.

Die Serie von Tornados in den USA setzt sich fort. Nach den US-Bundesstaaten Ohio und Indiana hat es diesmal Kansas getroffen. In Ohio wurde mindestens eine Person durch den Sturm getötet.

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Mehrere Tornados sind über den Mittleren Westen der USA gezogen und haben Häuser zerstört, Stromleitungen gekappt und Bäume umgestürzt. Ein Mann kam in Ohio ums Leben, mindestens 130 Menschen wurden verletzt. Tornados richteten in mehreren Staaten von Kansas bis Ohio Schäden an. Bereits am Montagabend hatte es heftige Stürme gegeben. Am schwersten wurde Ohio getroffen. In Celina kam ein 82-Jähriger ums Leben, als ein geparktes Auto in sein Haus gewirbelt wurde.

Es gibt Gegenden, die wirklich wie ein Kriegsgebiet aussehen.
Jeffrey Hazel, Bürgermeister

Bürgermeister Jeffrey Hazel sagte: "Es gibt Gegenden, die wirklich wie ein Kriegsgebiet aussehen." Gouverneur Mike DeWine rief den Notstand in drei Bezirken aus. Der Wind deckte Häuser ab, riss sie aus ihrem Fundament, stürzte Bäume um und wirbelte so viel Schutt auf, dass er auf dem Radar sichtbar wurde. Auf einer Landstraße in Ohio mussten Einsatzkräfte Schneepflüge einsetzen, um die Straße freizuräumen.

Tornardo USA
Ein zerstörtes Haus in Lawrence, Kansas.
Quelle: dpa

Heftiger Schaden wurde aus dem Großraum der Stadt Dayton gemeldet. "Ich bin einfach nur auf alle Viere gegangen und habe meinen Kopf mit meinen Händen geschützt", sagte Francis Dutmers, der zusammen mit seiner Frau im Keller ihres Hauses in Vandalia war, etwa 15 Kilometer außerhalb von Dayton, als der Sturm mit einem "sehr lauten Brüllen" am Montagabend auf das Haus traf. Der Wind blies Fensterscheiben raus, füllte die Räume mit Schutt und stürzte die meisten Bäume um.

Stromleitungen gekappt, Flüge eingestellt

Tausende Menschen waren ohne Strom. Von den zuvor 70.000 Betroffenen im erweiterten Stadtgebiet von Dayton hätten 50.000 noch nicht wieder Elektrizität, teilte das Energieunternehmen Dayton Power & Light am Dienstag (Ortszeit) mit. 300 Mitarbeiter und 400 weitere Helfer aus anderen Staaten arbeiteten daran, Stromleitungen wiederherzustellen, so das Unternehmen.

Vorrang hätten Wasserwerke, Krankenhäuser, Schulen, Polizei- und Feuerwehrstationen, sowie die Reparatur von heruntergekommenen Leitungen. Für Kansas City an der Grenze der Staaten Kansas und Missouri galt am Dienstag eine Tornadowarnung.

Ich bin froh, dass ich meine beiden Hunde lebend gefunden habe. Frau ist am Leben, Familie ist am Leben, ich bin am Leben.
Anwohner

Mindestens zwölf Menschen wurden in einem Krankenhaus in Kansas City wegen des Sturms behandelt, wie Sprecherin Janice Early sagte. Keine der Verletzungen schien lebensbedrohlich zu sein. Flüge am Internationalen Flughafen von Kansas City wurden vorübergehend ausgesetzt. Reisende und Angestellte waren gezwungen, etwa eine Stunde in Parkhäusern auszuharren.

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Hausbesitzer Joe Armison zwischen den Trümmern in Eudora, Kansas.
Quelle: dpa

Mit einer Matratze beschützte ein 48-Jähriger einem Medienbericht zufolge sein Kind und sich vor dem Tornado. Er habe von seiner Frau und aus dem Fernsehen erfahren, dass ein großer Tornado außerhalb der Metropole Kansas City am Dienstagabend genau auf sein Haus zuhalte, berichtete der "Kansas City Star". Dann seien die Wände seines Hauses bereits eingestürzt.

Er habe sich eine Matratze geschnappt und sei seinem 13-jährigen Kind in den Keller gefolgt, wo er sie beide mit der Matratze geschützt habe, während sein Haus zusammengestürzt sei, berichtete Mark Duffin der Zeitung. "Ich bin froh, dass ich meine beiden Hunde lebend gefunden habe", sagte er. "Frau ist am Leben, Familie ist am Leben, ich bin am Leben."

Rekord könnte gebrochen werden

Daten des Nationalen Wetterdienstes NWS zeigten, dass es auch in den Staaten Indiana, Colorado, Iowa, Nebraska und Illinois wahrscheinlich Tornados gab. Tornadowarnungen galten auch für den Osten von Pennsylvania, Gebiete nördlich von New York City und den Norden von New Jersey. Am Montag sollen es 55 Tornados in acht Staaten gewesen sein. An diesem Tag wurde an den derzeitigen Rekord von elf aufeinanderfolgenden Tagen mit mindestens acht Tornados pro Tag angeknüpft, sagte der für die Wetterwarnungen zuständige Meteorologe Patrick Marsh des US-Sturmwarnzentrums. Die letzte derartige Periode endete am 7. Juni 1980.

Tornardo USA
Eine Familie vor ihrem zerstörten Haus in Lawrence, Kansas.
Quelle: dpa

"Wir kriegen große Zahlen an vielen dieser Tage rein und das ist definitiv ungewöhnlich", sagte Marsh. Den Wetterdienst erreichten bis Dienstagabend mehr als ein Dutzend Berichte über Tornados. Der Rekord könnte also gebrochen werden, sobald die offizielle Zahlen vorliegen. Seit 2012 hatte es weniger Tornados gegeben als gewöhnlich. Die Zahlen befanden sich im Durchschnitt oder darunter, Meteorologen wissen nicht, was die Gründe sind.

Die kürzliche Zunahme über die vergangenen knapp zwei Wochen kam wegen eines Hochdruckgebiets über dem Südosten und eines ungewöhnlich kalten Tiefs über der Gebirgskette der Rocky Mountains. Dieses bringt warme, feuchte Luft ins Zentrum der USA, wodurch es zu schweren Gewitterstürmen und wiederkehrenden Tornados kommt.

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