Sie sind hier:

Proteste gegen Präsident Maduro - Tote bei Unruhen in Venezuela

Datum:

Tag eins des Generalstreiks in Venezuela: Demonstranten liefern sich schwere Straßenschlachten mit Sicherheitskräften, mindestens zwei Menschen sterben. Nach Angaben der Opposition wurde der Streikaufruf massenhaft befolgt. Präsident Nicolás Maduro erklärte den Ausstand hingegen für gescheitert.

In Venezuela hat die Opposition zu weiteren Demonstrationen gegen Präsident Maduro aufgerufen. Dabei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Polizei ging mit aller Härte gegen Demonstranten vor, die in mehreren Städten auf die Straße gingen. Laut Staatsanwaltschaft starb auch ein 16-Jähriger bei einer Demonstration in der Hauptstadt Caracas. Zuvor hatte die Behörde bereits den Tod eines 30-Jährigen in Ejida im Westen des Landes bekanntgegeben. Über die Todesumstände machte sie keine Angaben. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Protestwelle gegen Maduro Anfang April erhöhte sich somit auf 105.

"Ende der Diktatur gefordert"

Wegen des Generalstreiks waren am Mittwoch die Straßen in Caracas menschenleer und Geschäfte geschlossen. Regierungsgegner errichteten Barrikaden und forderten auf Spruchbändern ein "Ende der Diktatur". In der Hauptstadt und größeren Städten wie Maracay, Maracaibo und San Cristóbal setzten Sicherheitskräfte Tränengas ein, um Demonstrationen von Regierungsgegnern aufzulösen.

Im Stadtteil Bello Campo in dem von der Opposition dominierten Osten von Caracas dauerten die Straßenschlachten bis tief in die Nacht an. Demonstranten warfen mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen auf Soldaten.

Aus Angst vor schwerer Gewalt hatten sich viele Venezolaner am Vortag des Streiks mit Lebensmitteln eingedeckt oder sogar das Land verlassen. Viele überquerten die Grenze nach Kolumbien. Ohnehin reisen täglich tausende Venezolaner in das Nachbarland, um einzukaufen oder um gleich dort zu bleiben.

Verfassungsgebende Versammlung soll am Sonntag zusammenkommen

Die wichtigsten Gewerkschaften unterstützten den zweitägigen Streik, mit dem die Opposition ihren Druck auf Maduro erhöhen will. Nach Angaben des Oppositionsbündnisses Tisch der demokratischen Einheit (MUD) wurde der Ausstand in den ersten 24 Stunden landesweit zu 92 Prozent befolgt. Maduro sagte dagegen, der "Versuch eines unbegrenzten Generalstreiks" sei "besiegt" worden.

Für Freitag plant die Opposition einen großen Protestmarsch in Caracas. Damit will sie die von der Regierung angestrebte Wahl einer verfassunggebenden Versammlung verhindern, die für Sonntag vorgesehen ist. Maduros Gegner werfen ihm vor, er wolle das Gremium mit eigenen Anhängern besetzen, um sich "diktatorische Vollmachten" zu sichern.

"Wir erkennen keine Sanktionen an"

Maduro hat sich auch von der Ankündigung neuer US-Sanktionen gegen 13 aktuelle und ehemalige Regierungsmitglieder wenig beeindruckt gezeigt. "Wir erkennen keine Sanktionen an", sagte er. Vielmehr würden die Sanktionen als "Bestätigung von Moral, Loyalität an die Nation und zivile Ehrlichkeit" gesehen. Die US-Regierung hatte zuvor angekündigt, Konten einzufrieren und US-Firmen davon abhalten zu wollen, mit den von den Strafmaßnahmen Betroffenen Geschäfte einzugehen.

Die USA forderten zudem gemeinsam mit weiteren südamerikanischen Regierungen Maduro auf, die geplante Versammlung zur Verfassungsänderung abzusagen. Maduro will das venezolanische System umbauen und die Macht der Regierungspartei auf die wenigen Institutionen ausdehnen, die sich noch außerhalb der Kontrolle der Partei befinden. Seit Wochen kommt es deshalb zu Protesten und Ausschreitungen.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini forderte die venezolanischen Behörden auf, die Spannungen zu reduzieren. Die Wahl zur verfassunggebenden Versammlung drohe das Land weiter zu polarisieren. Das Risiko einer Konfrontation steige damit. Die EU stehe bereit, bei der Suche nach einer friedlichen und demokratischen Lösung zu helfen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.