Signale der Entspannung in Kaschmir

Sie sind hier:

Gefechte von Pakistan und Indien - Signale der Entspannung in Kaschmir

Datum:

Wieder sterben Menschen, darunter einige Kinder, wieder ist es zu Gefechten gekommen. Trotzdem gibt es vorsichtige Hoffnung auf Entspannung in Kaschmir.

Kaschmiri tragen einen Sarg in Hatian Bala bei Muzafarabad
Kaschmiri tragen einen Sarg in Hatian Bala bei Muzafarabad
Quelle: ap

Im gefährlich aufgeflammten Kaschmir-Konflikt gibt es trotz weiterer Gefechte zwischen indischen und pakistanischen Truppen ein Entspannungssignal: Am Montag soll eine wegen der jüngsten Eskalation gestoppte Zugverbindung zwischen beiden Ländern wieder eröffnet werden, teilte der pakistanische Eisenbahnminister Sheikh Rashid Ahmed an diesem Samstag mit. Der "Samjhauti Express", auch "Freundschaftsexpress" genannt, verbindet die zweitgrößte pakistanische Stadt Lahore zunächst mit dem indischen Grenzort Atari. Von dort geht es nach Amritsar und Delhi weiter. Die Verbindung wurde nach indischen Luftangriffen am Dienstag im pakistanischen Teil Kaschmirs geschlossen.

Viele Menschen getötet

Allerdings wurden bis zu diesem Samstag nach indischen und pakistanischen Angaben elf weitere Menschen bei Gefechten getötet. Bei einem Schusswechsel entlang der Demarkationslinie in der Region Nakiyal seien zwei pakistanische Soldaten getötet worden, teilten die pakistanischen Streitkräfte mit.

Nach Angaben der indischen Polizei wurden in einem Gefecht mit propakistanischen Rebellen im indischen Teil zwei Sicherheitskräfte getötet. Bei einer antiindischen Demonstration in der Nähe des Kampfgebiets in der Region Handwara sei ein junger Mann erschossen worden. Indische und pakistanische Truppen feuerten am Samstag entlang der sogenannten Line of Control zudem mit Artillerie. Beide Seiten teilten mit, dabei seien sechs Zivilisten getötet worden - drei auf jeder Seite.

Dörfer getroffen

Nach indischen Angaben schlug in einem Haus in der Region Poonch im indischen Teil Kaschmirs eine pakistanische Artilleriegranate ein, zwei Kinder und ihre Mutter seien getötet worden. Ein pakistanischer Behördensprecher, Umar Azam, sagte, indische Truppen hätten Dörfer im pakistanischen Teil mit schweren Waffen beschossen; ein Junge und zwei weitere Zivilisten seien getötet worden.

Karte: Indien mit der Region Kaschmir und Pakistan
Indien mit der Region Kaschmir und Pakistan.
Quelle: ZDF

Die Lage in dem Himalaya-Gebiet ist seit einem Anschlag im indischen Teil am 14. Februar aufs Äußerste gespannt, bei dem 40 indische Soldaten getötet wurden. Am Dienstag griffen indische Kampflugzeuge - wie es offiziell hieß - militante Extremisten im pakistanischen Teil an. Am Mittwoch wurde von der pakistanischen Flugabwehr ein indisches Kampfflugzeug abgeschossen und sein Pilot gefangen genommen. Der Pilot wurde am Freitag freigelassen, der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan bezeichnete das als "Geste des Friedens".

Russland verspricht Hilfe und fordert Zurückhaltung

Unterdessen verabredeten Indien und Russland, militärisch enger zu kooperieren. Nach einem Telefonat des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu mit seiner Kollegin Nirmala Sitharaman hieß es der Agentur Interfax zufolge, es sei darüber diskutiert worden, wie sich die Zusammenarbeit beider Militärs und bei der Militärtechnik weiter entwickeln könnte. Russland will Indien mit seinem modernen Luftabwehrsystem S-400 ausstatten. In dem Konflikt zwischen Indien und Pakistan hatte Moskau beide Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen beide Länder Kaschmir für sich - sie kontrollieren jeweils einen Teil. Die heutigen Atommächte führten bereits zwei Kriege um das Himalaya-Tal.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.