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Mindestens elf Tote - Schwere Überschwemmungen in Südfrankreich

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Erst kommt der Regen, dann plötzlich die Flut: In Frankreich sterben bei Überschwemmungen mindestens elf Menschen. Manche Bewohner der Region machen den Behörden schwere Vorwürfe.

Mindestens 10 Menschen kamen durch die Folgen des Sturms Leslie ums Leben. Es fiel in wenigen Stunden so viel Regen wie eigentlich in Monaten.

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Das Wasser kam schnell und überraschte viele Menschen im Schlaf: Ein Unwetter mit enormen Regenmengen hat im Süden Frankreichs verheerende Überschwemmungen angerichtet. Nach jüngsten Angaben der Behörden starben im Département Aude mindestens elf Menschen. Acht Menschen seien verletzt worden, ein Mensch werde noch vermisst. Bäche verwandelten sich in reißende Flüsse, Autos wurden fortgerissen.

Aus Bächlein wird reißender Fluss

Hochwasser in Villegailhenc
Binnen Stunden fiel im Département Aude mancherorts so viel Regen wie sonst in mehreren Monaten. Besonders betroffen: Villegailhenc. Quelle: Reuters

Per Hubschrauber holten Retter manche Einwohner der besonders stark überfluteten Gemeinde Villegailhenc aus ihren Häusern. Braune Wassermassen umspülten am Vormittag ihre Häuser. Eine Brücke in dem Dorf nördlich der Stadt Carcassonne hielt der Flut nicht stand, sie wurde fortgerissen. Normalerweise fließt dort nur ein ruhiges Bächlein. Straßen blieben ohne Belag zurück, Auto stapelten sich oder wurden von der Flut umgeworfen.

"Ich hätte niemals so etwas erwartet", sagte eine Frau aus dem Dörfchen Couffoulens dem Fernsehsender BFMTV. Um sechs Uhr morgens sei sie aufgewacht und habe die Tür ihres Hauses geöffnet. Sofort seien Unmengen an Wasser hereingeströmt. Sie habe gerade noch ihre schlafenden Kinder in ein höheres Stockwerk bringen können. Am Ende habe das Wasser im Erdgeschoss rund zwei Meter hoch gestanden. Sie habe zwar gewusst, dass starker Regen drohe. Aber die Warnungen der Behörden hätten sie nicht auf die Wassermassen vorbereitet.

Ungewöhnlich starker Regen

Infokarte Carcassonne - Frankreich
Carcassone im Süden Frankreichs war besonders stark betroffen. Quelle: ZDF

Grund für die Überschwemmungen waren ungewöhnlich starke Regenfälle in der Nacht zu Montag. Innerhalb weniger Stunden fiel im Département Aude mancherorts so viel Regen wie normalerweise in mehreren Monaten. Zahlreiche Bäche und Flüsse traten meterhoch über die Ufer.

In der Gemeinde Trèbes erreichte das Hochwasser einen Stand von mehr als sieben Metern. Seit dem Jahr 1891 hat es hier Behördenangaben zufolge nichts Vergleichbares gegeben. Die 5.500-Einwohner-Kommune östlich von Carcassonne war französischen Medienberichten zufolge besonders stark von den Fluten betroffen.

Eine Anwohnerin aus Trèbes erzählte dem Sender BFMTV, wenn sie aus dem Fenster schaue, sehe sie nichts als Wasser. Sie habe am frühen Morgen beobachtet, wie Menschen durch die Wassermassen auf der Straße vor ihrem Haus geschwommen seien.

Mehrere Gemeinden evakuiert

Abgebrochene Straße im Departement Aude
Unterspülte Straße im Département Aude. Quelle: Reuters

Vier Gemeinden wurden laut der zuständigen Präfektur evakuiert, darunter die Ortschaft Pezens im Nordwesten von Carcassonne. Dort drohte das Wasser Medienberichten zufolge, einen Damm zu überspülen. Die Schulen im Département Aude blieben geschlossen, viele Straßen waren gesperrt, der Zugverkehr war mancherorts unterbrochen, wie die Präfektur auf Twitter mitteilte.

Mehr als 3.300 Haushalte waren am Montagabend noch ohne Strom. Die Menschen waren zwischenzeitlich aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Mehrere Hundertschaften der Feuerwehr waren im Einsatz. Im Krankenhaus von Carcassonne wurde ein psychologischer Notdienst für Menschen unter Schock eingerichtet.

Macron will in Flutgebiet reisen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach den Menschen in den überfluteten Gebieten seine Anteilnahme aus. "Ich möchte hier die Solidarität der gesamten französischen Nation ausdrücken", sagte er in Paris bei einer Pressekonferenz mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Moon Jae In. Es seien alle Rettungsdienste "in beispielhafter Weise" mobilisiert.

Macron selbst wolle "so bald wie möglich" selbst in das Flutgebiet reisen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Élyséepalast. Premierminister Edouard Philippe, der schon am Montag nach Südfrankreich gereist war, sagte den Menschen schnelle finanzielle Hilfen zu.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte starker Regen in Südfrankreich zwei Todesopfer gefordert. Damals waren bei der Gemeinde Sainte-Maxime an der Côte d'Azur mehrere Autos ins Mittelmeer gespült worden, zwei Menschen wurden tot in einem Wagen entdeckt.

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