Kaum Hoffnung für Vermisste - Wohl Deutsche verletzt

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Vulkanausbruch in Neuseeland - Kaum Hoffnung für Vermisste - Wohl Deutsche verletzt

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Fünf Menschen sind beim Vulkanausbruch auf White Island ums Leben gekommen. Acht Menschen werden noch immer vermisst. Hoffnung, sie noch lebend zu finden, gibt es kaum.

Nach dem Vulkanausbruch in Neuseeland ist die Zahl der Todesopfer auf sechs gestiegen. Acht Menschen werden derzeit noch vermisst. Hoffnung auf Überlebende gibt es jedoch kaum.

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Aus dem Ausflug auf eine Vulkaninsel vor der Küste Neuseelands ist für mehrere Urlauber ein tödliches Abenteuer geworden. Bei einem plötzlichen Ausbruch des Vulkans von White Island kamen am Montag mindestens fünf Menschen ums Leben. Mehrere Verletzte schweben in Lebensgefahr. Nach Angaben des Auswärtigen Amts befinden sich nach derzeitigem Kenntnisstand keine Deutschen unter den Toten. Aber: "Wir müssen davon ausgehen, dass Deutsche unter den Verletzten sind", hieß es dazu aus dem Ministerium in Berlin.

Acht Menschen werden auf der Insel noch vermisst. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sagte bei einer Pressekonferenz im Küstenstädtchen Whakatane, es gebe keine Hinweise darauf, dass sie den Vulkanausbruch überlebt hätten. Es handele sich um Neuseeländer sowie um Touristen aus Australien, Großbritannien, China, Malaysia und den USA. Bei Luftaufklärungsflügen habe es keine Anzeichen von Überlebenden gegeben.

Aus Sorge vor weiteren Eruptionen hielten sich die Rettungskräfte auch am Tag nach dem Ausbruch von White Island fern. Das geologische Überwachungszentrum GeoNet bezifferte die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Ausbruchs auf 50 Prozent. An seiner Ostküste wurde Neuseeland einen Tag nach dem Vulkanausbruch zudem von einem Erdbeben erschüttert. Das Beben der Stärke 5,3 traf die Nordinsel. Über größere Sachschäden oder Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.

Luftaufnahme vom Vulkanausbruch in Neuseeland
Luftaufnahme vom Vulkanausbruch in Neuseeland
Quelle: DPA

Wandergruppe unmittelbar vor Ausbruch am Krater

Der Vulkan war am Montag gegen 14:11 Uhr Ortszeit ausgebrochen. Auf Aufnahmen einer Beobachtungskamera war zu sehen, wie sich kurz zuvor noch eine größere Gruppe von Wanderern auf den Krater zubewegte. Dann wird das Bild schwarz. Nach neuesten Angaben der Polizei hielten sich während des Ausbruchs 47 Menschen auf der Vulkaninsel oder in deren unmittelbarer Nähe auf. 31 von ihnen erlitten Verletzungen, meist Verbrennungen. Mehrere befinden sich nach Angaben der Behörden in einem "kritischen Zustand". Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einer "verheerenden Katastrophe".

White Island liegt im Nordosten von Neuseelands Nordinsel, etwa 50 Kilometer von Whakatane entfernt und rund 90 Kilometer von der größeren Stadt Tauranga an der Bay of Plenty. Mehrere Unternehmen bieten von der Küste aus Tagestouren nach White Island mit dem Boot an. Pro Jahr wird die Insel von 10.000 Ausflüglern besucht.

Der letzte größere Ausbruch war 2016. Damals wurde niemand verletzt. In den vergangenen Wochen wurde bemerkt, dass der Vulkan wieder aktiver wurde. Dies führte aber nicht dazu, dass die Touren verboten wurden. "Wir wissen, dass es größere Fragen geben wird", sagt Premierministerin Ardern zur Debatte, ob die Katastrophe hätte verhindert werden können. "Diese Fragen müssen gestellt und beantwortet werden." Die neuseeländische Polizei leitete Ermittlungen ein.

US-Amerikaner filmt Ausbruch - und entkommt der Katastrophe nur knapp

Der Vulkanologe Thomas Walter vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) sagte der dpa: "Auf White Island kann man mit wenig Geld und Aufwand einen aktiven Vulkan besuchen. Man kommt direkt mit dem Boot auf die Insel, das ist verlockend." Das Risiko sei jedoch offensichtlich unterschätzt worden. "Ich glaube, man wird diese Art von Reisen dort nicht mehr anbieten können", sagte Walter.

Tour-Guides evakuieren Touristen nach dem Vulkanausbruch auf White Island
Tour-Guides bringen Touristen in Sicherheit.
Quelle: @sch via reuters

Der US-Amerikaner Michael Schade, der White Island gerade verlassen hatte, filmte den Ausbruch vom Boot aus mit seinem Handy. Zu sehen ist, wie die Aschewolke viele Hundert Meter hoch in den Himmel steigt. Schade sagte: "Ich war einfach nur geschockt. Dann hat das Boot kehrtgemacht, und wir haben einige Leute aufgenommen, die an der Pier standen."

White Island

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