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Afghanistan: Wahlen im Zeichen von Angst und Gewalt

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Tote und Verletzte - Afghanistan: Wahlen im Zeichen von Angst und Gewalt

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Die Präsidentschaftswahlen in Afghanistan sind von Anschlägen überschattet worden. An einigen Orten wird von Toten und Verletzten berichtet.

In Afghanistan haben am Samstag Millionen Menschen den Drohungen der radikal-islamischen Taliban getrotzt und ihre Stimme bei der Präsidentenwahl abgegeben. Die Abstimmung fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

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Die Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist landesweit von mehreren Anschlägen überschattet worden. Dabei wurden am Samstag mindestens drei Menschen getötet und dutzende weitere verletzt. Die Öffnungszeiten der Wahllokale wurden wegen langer Schlangen um zwei Stunden verlängert.

Ausgangssperre in Kabul

Präsident Aschraf Ghani, der erneut für das Amt des Staatschefs kandidierte, hatte die 9,6 Millionen registrierten Wähler aufgerufen, trotz der Drohungen der radikalislamischen Taliban ihre Stimmen abzugeben. Landesweit sicherten nach Regierungsangaben rund 72.000 Soldaten die rund 5.000 Wahllokale ab.

In der Hauptstadt Kabul wurde eine teilweise Ausgangssperre verhängt. Lkw wurden aus Angst vor Selbstmordattentätern nicht in die Stadt gelassen. Trotzdem gab es nach Angaben von Sicherheitskräften bereits wenige Stunden nach Wahlbeginn an Wahllokalen im ganzen Land Anschläge. Fünf Angehörige der Sicherheitsbehörden seien dabei getötet und 37 Zivilisten verletzt worden.

Amtsinhaber Ghani sagte bei der Stimmabgabe in einer Schule in der Hauptstadt Kabul, Frieden sei der "größte Wunsch" des afghanischen Volkes. Er forderte die Afghanen zur Stimmabgabe auf, um seiner Regierung "den Auftrag und die Legitimität" zu erteilen, den bereits fertigen "Fahrplan" für Frieden voranzutreiben.

Taliban bedrohten schon den Wahlkampf

Die Taliban hatten vor der Wahl mit Attacken auf Wahllokale gedroht. Bereits während des zweimonatigen Wahlkampfes hatten Kämpfer Veranstaltungen der Präsidentschaftskandidaten mit Anschlägen überzogen. Erst in der vergangenen Woche wurden bei einem Taliban-Anschlag auf eine Wahlkampfveranstaltung von Präsident Ghani in der zentralen Region Parwan 26 Menschen getötet.

Insgesamt traten bei der Wahl 18 Kandidaten an. Amtsinhaber Ghani und sein langjähriger Kontrahent Abdullah Abdullah galten als Favoriten. Mit Ergebnissen wird nicht vor dem 19. Oktober gerechnet. Sollte keiner der Kandidaten im ersten Anlauf mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, ist für November eine Stichwahl vorgesehen. Angesichts von Anschlagsdrohungen, aber auch wegen Berichten über Wahlbetrug hatten Beobachter mit einer niedrigen Wahlbeteiligung gerechnet.

Dennoch bildeten sich am Wahltag lange Schlangen vor den Wahllokalen. "Ich weiß, dass es Drohungen gibt, aber Bomben und Anschläge sind zu unserem Alltag geworden", sagte der Wähler Mohiuddin der Nachrichtenagentur AFP. "Wir müssen wählen, wenn wir Veränderungen wollen." Viele Afghanen sagten, die Wahl verlaufe korrekt, während sie ihre mit unlöslicher Tinte markierten Finger in die Luft hielten.

Außenminister beklagt Wahlfälschungen

Der frühere afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta beklagte im Deutschlandfunk allerdings Wahlfälschungen. Präsident Ghani kontrolliere alle staatlichen Institutionen einschließlich der Wahlkommission, sagte Spanta dem Sender. Den demokratischen Reformprozess bezeichnete der Ex-Diplomat als gescheitert. Auch die US-Botschaft in Kabul zeigte sich "beunruhigt über zahlreiche Beschwerden über die Sicherheit, einen Mangel an Fairness sowie über Betrug".

Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres betonte, "jegliche gegen den Wahlprozess gerichtete Gewalt, einschließlich auf Wahllokale, Wahlhelfer und Wähler" sei "inakzeptabel". Die Präsidentschaftswahl in Afghanistan sollte ursprünglich bereits im April stattfinden, wurde jedoch zwei Mal verschoben. Grund dafür waren unter anderem die inzwischen abgebrochenen Friedensverhandlungen zwischen den USA und den Taliban.

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