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Auslaufphase beginnt 2018 - Toyota stellt Diesel-Verkauf in Europa ein

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Toyota steigt aus dem Diesel-Geschäft aus. Schon dieses Jahr will der japanische Autobauer den Verkauf in Europa auslaufen lassen. Hybrid-Fahrzeuge rücken in den Fokus.

Archiv: Auris Hybrid Auto von toyota
Toyotas Wagen der Zukunft: Der Auris Hybrid
Quelle: reuters

Die Auslaufphase werde schon in diesem Jahr beginnen, sagte Johan van Zyl, Präsident von Toyota Motor Europe, am Rande des Genfer Autosalons. "Wir werden keine neue Dieseltechnologie für Pkw mehr entwickeln, wir werden uns auf Hybride konzentrieren", fügte er hinzu.

Im vergangenen Jahr hatten knapp 15 Prozent der in Europa verkauften Toyota einen Dieselmotor. 2012 waren es noch 30 Prozent. Seitdem sind die Verkaufszahlen für die Hybridmodelle von Toyota stark gestiegen.

Nutznießer des Dieselskandals

Der japanische Autohersteller reagiert mit dem Verkaufsende auf die Dieselaffäre, die 2015 vom Volkswagen-Konzern ausgelöst wurde. Seitdem geriet die Dieseltechnologie immer stärker in Verruf - auch wegen des gesundheitsschädlichen Ausstoßes von Stickoxid. Dies war ein schwerer Rückschlag für die Automobilindustrie, die jahrelang alles auf die Entwicklung des Diesel gesetzt hatte, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern.

Toyota wiederum gilt als großer Nutznießer des Dieselskandals. Seinen Absatz in Europa konnte der weltweit drittgrößte Autobauer im vergangenen Jahr um 14 Prozent steigern - der gesamte Automarkt wuchs um 3,4 Prozent. Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte der Hybrid: Hier legte Toyota 2017 in Europa um 45 Prozent zu.

Wenn es überhaupt einen Autobauer gebe, der vom Dieselskandal profitiere, "dann Toyota", sagt dazu der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen. Dabei zehre der japanische Konzern auch von seinem Erfolg in der Vergangenheit. Die europäischen Autobauer hätten lange Zeit nur auf die Dieseltechnologie gesetzt, um die CO2-Emissionen zu reduzieren - ohne eine Alternative zu entwickeln, moniert Dudenhöffer.

Prius als Hybrid-Vorreiter

Toyota stellt beim Genfer Autosalon in dieser Woche seinen neuen Auris vor, einen Kompaktwagen mit Hybrid-Antrieb. Vor 20 Jahren war der Autobauer mit dem Prius der erste, der in Großserie ging. Bei der Hybrid-Technologie sind die Wagen sowohl mit einem Elektromotor als auch mit einem Otto- oder Dieselmotor ausgestattet. Beim Plugin-Hybrid können die eingebauten Akkus auch ans Stromnetz angeschlossen und so aufgeladen werden.

In Deutschland waren Anfang Januar gut 236.700 Hybridautos zugelassen, das war laut Kraftfahrt-Bundesamt eine Steigerung von mehr als 43 Prozent. Plugin-Hybride wuchsen um fast 112 Prozent auf einen Bestand von gut 44.400 Autos.

Und diese Tendenz dürfte anhalten - kürzlich erklärte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Diesel-Fahrverbote in Städten für grundsätzlich zulässig, um die Luftqualität zu verbessern. Damit könnte die Technologie zugunsten alternativer Antriebe weiter verlieren. "Viele Kunden wechseln vom Diesel zum Hybrid", sagt auch der Autoexperte Felipe Munoz vom Marktforschungsinstitut Jato Dynamics. "Und Toyota ist dabei die erste Alternative, weil sie die breiteste Hybrid-Serie haben."

Auch bei E-Autos am Ball

Der japanische Autobauer habe außerdem in der Vergangenheit "alle seine Anstrengungen" darauf konzentriert, die Hybrid-Technologie als gute und brauchbare Alternative zu entwickeln und am Markt zu platzieren, sagt Munoz. Ende 2016 brachte Toyota mit dem C-HR auch einen Hybrid-SUV auf den Markt, um auch dieses wachsende Segment zu bedienen.

Bei reinen Elektroautos sind die Autobauer Renault, Nissan, Tesla und BMW in Europa führend. Auch sie profitieren vom Diesel-Sturzflug - allerdings in geringerem Maß als Toyota mit seinen Hybriden. Bei reinen Elektrowagen bereiten die fehlende Lade-Infrastruktur und die für viele Kunden noch zu geringe Reichweite große Probleme.

Toyota wird bei Elektrofahrzeugen zwar von seinen Konkurrenten Renault und Nissan noch überholt. Doch der japanische Autobauer hat bereits angemerkt, er werde bei der Entwicklung von Elektrowagen von seiner Erfahrung mit Batterien profitieren, die er bei der Hybrid-Fertigung gesammelt hat.

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