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Proteste in Hongkong - Neue Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten

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Die Massenproteste in Hongkong gehen weiter. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Menge vor. Die Demonstranten warfen Steine und Molotow-Cocktails.

Gewalt zwischen Polizei und Demonstranten
Gewalt zwischen Polizei und Demonstranten in Hongkong
Quelle: ap

Bei Protesten in Hongkong ist es erneut zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Die Beamten setzten am Wochenende Tränengas ein und drängten Protestler zurück, die auf der Straße Barrikaden errichtet hatten. Demonstranten warfen Flaschen, Brandsätze und Steine auf die Polizisten. Zudem lieferten sich beide Seiten Auseinandersetzungen mit Baseballschlägern und Schlagstöcken.

Erstmals setzten die Beamten am Sonntag auch zwei Wasserwerfer ein. Ein Beobachter des Bezirksrats berichtete, dass ein Polizist mit seiner Waffe in die Luft geschossen habe, nachdem ihn mehrere Protestler umringt hätten.

Dank für internationale Unterstützung

Die neuen Ausschreitungen waren die ersten in Hongkong, seit es vor zwei Wochen am Flughafen der Stadt zu schweren Zusammenstößen gekommen war. Seitdem entwickelte sich der Protest in eine friedlichere Richtung. Erst am Freitag beteiligten sich Zehntausende an einer Lichterkette durch die Stadt. Protestler zeigten dabei auch die Flaggen Deutschlands und anderer Länder, um sich für die internationale Unterstützung zu bedanken. 

Die Demonstrationen hatten am 9. Juni begonnen und dauern nun schon elf Wochen an. Die Kritik richtete sich anfangs gegen ein - inzwischen auf Eis gelegtes - Gesetz, das Auslieferungen nach China erlaubt hätte und von Hongkongs prochinesischer Regierungschefin Carrie Lam auf den Weg gebracht worden war.

Seit Wochen gehen in Hongkong vor allem junge Menschen auf die Straßen. Sie kämpfen gegen den wachsenden Einfluss Chinas in der Sonderverwaltungszone. Doch wie sehen das die Chinesen, vor allem die, die selbst in Hongkong leben?

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Protest gegen intelligente Überwachungskameras

Die Spannungen am Samstag entluden sich nach einem zunächst friedlichen Marsch mit Tausenden Teilnehmern im Stadtteil Kwun Tong. Die Demonstranten hatten die Gegend für ihren Protest ausgewählt, weil Kwun Tong nach ihren Angaben der erste Bezirk in Hongkong ist, in dem sogenannte intelligente Überwachungskameras eingesetzt werden.

Bei den Demonstranten besteht die Befürchtung, dass die Technologie zur Verfolgung von Demokratie-Aktivisten eingesetzt werden könnte. Wie Hongkonger Medien berichteten, zerstörten Demonstranten einen Mast mit der neuen Überwachungstechnik. Die Polizei nahm während der Ausschreitungen 29 Demonstranten fest.

Tränengas gegen Steine und Brandsätze

Trotz heftigen Regens zogen auch am Sonntag Tausende Demonstranten durch die Straßen, bauten Barrikaden und gingen teils mit Stöcken bewaffnet auf die Sicherheitskräfte los. Die Polizei setzte Tränengas ein, wieder flogen Steine und Brandsätze.

Kritik der Protestbewegung zog am Wochenende auch der Hongkonger U-Bahn-Betreiber auf sich, der vor Beginn des angemeldeten Marsches keine Züge mehr an den umliegenden Stationen halten ließ. Dadurch erschwerte sich die Anreise für Demonstranten, die der Bahn-Gesellschaft vorwarfen, auf Druck Pekings gehandelt zu haben. 

Sonderrechte bis 2047

Die Millionenmetropole gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China. Als Sonderverwaltungszone sind Hongkong noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert. Um die fürchten nun aber viele Bewohner. An der Grenze zu Hongkong wurden chinesische Sicherheitskräfte zusammengezogen.

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