"Ein guter und treuer Soldat"

Sie sind hier:

Wut und Trauer um Soleimani - "Ein guter und treuer Soldat"

Datum:

Nach der Tötung des Generals Ghassem Soleimani ist die Lage im Nahen Osten angespannt wie selten. Teherans Führung will Vergeltung. Trump droht dem Irak mit Sanktionen.

Nach dem Raketenangriff des US-Militärs auf den iranischen General Soleimani trauern hunderttausende Menschen. Die Lage zwischen den beiden Ländern bleibt angespannt.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Hunderttausende Iraner haben in der Hauptstadt Teheran an der Trauerzeremonie für den bei einem US-Raketenangriff im Irak getöteten General Ghassem Soleimani teilgenommen.

Der geistliche Oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamanei, betete zum Höhepunkt der Trauerfeierlichkeiten an dessen Sarg. Bei dem traditionellen muslimischen Totengebet für Soleimani und seine Begleiter hatte Chamenei Tränen in den Augen. Anwesend waren auch Präsident Hassan Ruhani, mehrere Minister sowie Abgeordnete und der Justizchef.

Soleimanis Tochter warnt Familien der US-Soldaten

Die Familien von US-Soldaten im westlichen Asien werden ihre Tage damit verbringen, auf den Tod ihrer Kinder zu warten.
Seinab Soleimani

Soleimanis Tochter richtete bei der Trauerprozession davor eine Warnung an Familien von US-Soldaten. "Die Familien von US-Soldaten im westlichen Asien werden ihre Tage damit verbringen, auf den Tod ihrer Kinder zu warten", sagte Seinab Soleimani. Den USA und dem verbündeten Israel stünde ein schwarzer Tag bevor. "Verrückter Trump, denke nicht, dass mit dem Märtyrertod meines Vaters alles vorbei ist", sagt Seinab Soleimani vor einer großen Menge bei den Trauerfeierlichkeiten. Ghassem Soleimani war Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden und befehligte iranische Aktivitäten und Einsätze vom Libanon über den Irak bis nach Afghanistan.

Iran: Trauerfeiern für Soleimani
Von Teheran aus soll Soleimanis Leichnam in die schiitische Hochburg Ghom gebracht werden.
Quelle: AP

Die Trauerzeremonie an der Universität Teheran, der Tausende beiwohnten, wurde auf fast allen Fernsehkanälen des Landes live übertragen. Danach wurde Soleimanis Leiche zum Asadi-Platz im Westen Teherans gebracht werden. In der Menge entlang der drei Kilometer langen Strecke wurden iranische und rote Fahnen geschwenkt - Rot gilt im Iran als die Farbe der "Märtyrer". Die Rufe "Tod Amerika" und "Tod Israel" erschallten. Überall waren Poster von Soleimani aufgestellt mit der Überschrift: "Du bist weg, aber Dein Weg wird weitergeführt."

Ein Feiertag in Teheran

Auffällig war, dass es sich bei vielen Menschen nicht um Anhänger des iranischen Regimes handelte. "Soleimani war ein guter und treuer Soldat und hat unser Land jahrzehntelang verteidigt," sagte Behnam M., ein 43 Jahre alter Klempner. Was passiert wäre, wenn die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in den Iran eingedrungen wäre, wolle er sich vorstellen. "Ghassem hat das verhindert und dafür sind wir ihm alle für immer dankbar," erklärte der Klempner. Soleimani hatte den Kampf der iranischen Verbündeten gegen den IS koordiniert.

Die Regierung hat den Montag in Teheran zum örtlichen Feiertag erklärt, damit dort alle Menschen an der Zeremonie teilnehmen können. Mehrere Straßen in der Stadtmitte wurden wegen der erwarteten Menschenmassen für Autos gesperrt, Schulen und Hochschulen blieben geschlossen.

Der Iran sieht sich "im nationalen Stolz verletzt", sagt ZDF-Korrespondent Jörg Brase.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Trump droht mit Sanktionen "wie nie zu vor"

Ghassem Soleimani war in der Nacht zum Freitag bei einem US-Raketenangriff in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Washington erklärte, der iranische Top-General habe Angriffe auf US-Bürger geplant.

Soleimani war der wichtigste Vertreter des iranischen Militärs im Ausland. Er galt als Architekt der iranischen Militärpolitik in den Nachbarländern. Nach seinem Tod hatten die iranische Führung und ihre Verbündeten in den Nachbarländern Vergeltung angedroht.

Das irakische Parlament forderte die Regierung am Sonntag auf, alle ausländischen Truppen aus dem Land zu verweisen. Diese sollen auch Iraks Luftraum nicht mehr nutzen dürfen. Die USA haben derzeit vor allem für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rund 5.000 US-Soldaten im Irak stationiert.

Für den Fall eines feindseligen Rauswurfs der Soldaten aus dem Krisenland drohte Trump dem bisherigen US-Verbündeten mit Sanktionen "wie nie zuvor". Der Irak müsse die US-Bedingungen für einen Abzug erfüllen, forderte Trump mitreisenden Journalisten zufolge am Sonntagabend (Ortszeit) während des Rückflugs aus dem Bundesstaat Florida nach Washington in seinem Regierungsflugzeug Air Force One.

Soleimanis Beisetzung für Dienstag geplant

Soleimanis Leichnam soll von Teheran aus in die schiitische Hochburg Ghom gebracht werden. Auch dort war eine Zeremonie vor einem Mausoleum geplant. Die Beisetzung Soleimanis findet voraussichtlich am Dienstag in seinem Geburtsort Kerman im Südostiran statt. Auch in Kerman hat die Regierung den Dienstag zum örtlichen Feiertag erklärt.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.