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Brückeneinsturz in Genua - Tag der Trauer in Italien

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Italien trägt Trauer. Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke, wird heute der Opfer gedacht. In Genua wird auch Ministerpräsident Conte erwartet. Das gefällt nicht allen.

Vier Tage nach dem Brückeneinsturz in der italienischen Hafenstadt Genua wird mit einer Trauerfeier an die Todesopfer gedacht. An der Zeremonie soll auch Ministerpräsident Conte teilnehmen.

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Mit einer Trauerfeier wird an diesem Samstag in Genua der Opfer des Einsturzes der Autobahnbrücke gedacht. Teilnehmen sollen unter anderem der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte und Genuas Erzbischof, Kardinal Angelo Bagnasco. Aber auch in anderen Städten des Landes wird getrauert: An allen Flughäfen soll es um 11.30 Uhr eine Schweigeminute geben. In Rom gehen zwischen 22.00 und 23.00 Uhr am Kolosseum ebenso wie am Trevibrunnen und dem Rathaus auf dem Kapitol die Lichter aus, die diese historischen Bauwerke gewöhnlich nachts anleuchten.

Flaggen auf halbmast

Die EU-Kommission lässt als Zeichen der Solidarität mit Italien am Samstag vor ihren Gebäuden halbmast flaggen. Auch im Fürstentum Monaco wird halbmast geflaggt. Dessen Herrscherfamilie Grimaldi hat ihre Wurzeln in Genua.

In der italienischen Fußballliga werden zum Saisonauftakt die Spiele der beiden Erstligisten aus Sampdoria und CFC Genua verschoben. In den übrigen Liga-Begegnungen soll es eine Schweigeminute vor Spielbeginn geben, und die Spieler sollen Trauerflor tragen.

Am Dienstag war während eines Unwetters ein etwa 180 Meter langer Abschnitt des wichtigen Polcevera-Viadukts in der italienischen Hafenstadt in die Tiefe gestürzt und hatte zahlreiche Fahrzeuge mitgerissen. Mindestens 41 Menschen kamen dabei ums Leben. Zuletzt wurden an drei Leichen aus den Trümmern gezogen, bei denen es sich vermutlich um ein neunjähriges Mädchen und ihre Eltern handelt. In Krankenhäusern liegen noch zehn Verletzte, sechs von ihnen sind nach Angaben der Präfektur in kritischem Zustand. Zwei Menschen werden noch unter den Trümmern vermutet, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete.

Angehörige verärgert

In die Trauer mischt sich aber auch Wut: Laut Presseberichten wollen die Angehörigen von 17 der 41 Opfer aus Verärgerung über die Regierung der Feier fern bleiben, weitere sieben hielten sich die Absage offen. "Es ist der Staat, der dies verursacht hat, die sollen sich hier nicht sehen lassen. Das Schaulaufen der Politiker war eine Schande", zitierte die Turiner Zeitung "La Stampa" die Mutter eines Opfers. "Wir wollen hier keine Farce von einer Beerdigung, sondern eine Feier zuhause", sagte ein Vater.

Die Regierung in Rom hatte den Druck auf den Autobahnbetreiber verstärkt und mit Konsequenzen gedroht. Das Verkehrsministerium leitete eine Untersuchung der privaten Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia ein. Sie forderte sie am Donnerstagabend auf, binnen 15 Tagen nachzuweisen, dass sie all ihren Instandhaltungspflichten nachgekommen sei. Italiens Arbeitsminister und Vize-Premier Lugi di Maio drohte am Freitag der Autobahngesellschaft zum wiederholten Male mit Lizenzentzug.

Am Freitag hatten Experten erste Vermutungen für die Ursache des Unglücks genannt. Möglicherweise sei der Einsturz durch den Riss eines Tragseils verursacht worden, hieß es.

In Genua wird weiter nach Vermissten in den Trümmern der Autobahnbrücke gesucht. Die italienische Regierung setzt den Autobahnbetreiber unter Druck und fordert Aufklärung.

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