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Trennung von Migrantenfamilien - Kritik an US-Behörden

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Die Trennung von Migrantenkindern von ihren Eltern wurde offiziell beendet. Bürgerrechtler werfen der US-Regierung nun vor, sie dennoch unter fragwürdigen Vorwänden weiterzuführen.

Die Migranten an der US-Südgrenze wollen Asyl. Archivbild
Die Migranten an der US-Südgrenze wollen Asyl. Archivbild
Quelle: Gregory Bull/AP/dpa

US-Behörden haben der Bürgerrechtsbewegung ACLU zufolge seit Juni 2018 mehr als 900 Migrantenkinder von ihren Eltern getrennt. Damals hatte das Bundesgericht in San Diego eine Verfügung erlassen, um diese umstrittenen Trennungen bei der illegalen Einreise aus Mexiko eigentlich zu stoppen.

Die US-Regierung argumentiert laut ACLU, dass die Behörden unter bestimmten Bedingungen weiterhin dazu befugt seien - etwa, wenn die Eltern vorbestraft sind oder eine Gefahr für das Kind darstellen.

ACLU-Anwalt: "Es ist schockierend"

Die ACLU wirft der Regierung vor, Kinder systematisch von ihren Eltern zu trennen und als Vorwand minderschwere Delikte der Eltern wie Verstöße gegen Verkehrsregeln oder angebliche Zweifel an den Fähigkeiten der Eltern ins Feld zu führen. Die Bürgerrechtler forderten das Gericht auf, klare Richtlinien zu erlassen.

ACLU-Anwalt Lee Gelernt sagte: "Es ist schockierend, dass die Trump-Regierung weiterhin Eltern ihre Babys wegnimmt." Die Regierung von US-Präsident Donald Trump umgehe damit die Anordnung des Gerichts.

Die ACLU führte in ihrem Antrag zahlreiche Fälle an, die Zweifel an der Entscheidung der Behörden nähren. So sei etwa ein Kind von seiner Mutter getrennt worden, weil ihr Verbindungen zu kriminellen Banden vorgeworfen worden seien. Die einzige Verbindung sei aber gewesen, dass die Frau von einem Bandenmitglied vergewaltigt worden sei. Einem Vater sei die Tochter weggenommen worden, weil er ihre Windel nicht gewechselt habe - der Mann habe das kranke Kind nicht wecken wollen.

Die genauen Zahlen

Laut ACLU wurden nach den von der Regierung vorgelegten Daten zwischen dem 26. Juni 2018 und dem 29. Juni 2019 insgesamt 911 Kinder von ihren Eltern getrennt. In rund 20 Prozent der Fälle seien Kinder unter fünf Jahren betroffen gewesen.

In den Wochen vor der richterlichen Verfügung vom vergangenen Jahr hatten die US-Behörden an der Grenze zu Mexiko mehr als 2000 Kinder illegal eingewanderter Menschen aus Lateinamerika von ihren Familien getrennt. Das Vorgehen war Teil von Trumps sogenannter Null-Toleranz-Politik gegenüber Einwanderern. Die Praxis sorgte international für Empörung. Trump geriet so stark unter Druck, dass er selbst per Erlass ein Ende der Familientrennungen verfügte.

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