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Wetter plagt Deutschland - Waldbrände, trockene Böden und zu wenig Regen

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Trockenheit und kaum Regen in Sicht - das Wetter stellt Deutschland schon jetzt vor Herausforderungen. Experten warnen: Es könnte ein weiterer Dürresommer bevorstehen.

Bundesweit sind in vielen Regionen die Böden deutlich trockener als im vieljährigen Durchschnitt: Es regnet zu wenig. Auch die Landwirtschaft in Bayern leidet darunter, so dass manche Bauern ihren Anbau einstampfen. Andere machen aus der Not eine Tugend.

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Bauern in einigen Teilen Deutschlands hoffen dringend auf Regen. "In einigen Regionen ist es sehr trocken. Entscheidend ist, dass die für die nächsten Tage angekündigten Niederschläge auch fallen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der "Rheinischen Post". In den von Trockenheit betroffenen Gebieten habe der Winterregen nicht gereicht, um die Bodenvorräte wieder aufzufüllen.

Für die meisten Kulturen wie Getreide und Raps ist laut Bauernverband das Wetter der nächsten sechs bis acht Wochen entscheidend. Bei Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln habe vor allem das Wetter während der Sommermonate Bedeutung. Für eine gute Entwicklung würden immer wieder Niederschläge benötigt.

Regen kommt - aber zu wenig

Doch der vorhergesagte Regen dürfte die große Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands kaum lindern. Zum Beginn der Vegetationsperiode sind die Böden laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in vielen Regionen deutlich trockener als im vieljährigen Durchschnitt. Besonders betroffen sind die östlichen Bundesländer. Erste Waldbrände haben in den vergangenen Tagen schon zahlreiche Gegenden in Deutschland heimgesucht. Die Gefahr bleibt weiter hoch.

Die aktuelle Bodenfeuchte sei besorgniserregend, so ZDF-Meteorologin Dr. Katja Horneffer. Diese sei nach dem Dürrejahr 2018 besonders gering, so Horneffer – die Dürre könnte 2019 bei ausbleibendem Regen noch gravierender sein als im vergangenen Jahr.

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Die Niederschläge der nächsten Tage seien "mancherorts wieder nur der sogenannte Tropfen auf dem heißen Stein", sagte Markus Übel vom DWD. Am meisten Regen falle im Westen und Südwesten. Aber auch im Osten regne es etwas - nur leider nicht genug. Die Natur und die Landwirtschaft benötigten dringend Regen.

Erschreckendes Dürre-Szenario

Das Bonner Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe spielte unterdessen ein Szenario durch, was bei weiteren sechs Jahren Dürre wie im Sommer 2018 geschehen würde. Ergebnis der neuen Risikoanalyse: In manchen Regionen Deutschlands könnte die Trinkwasserversorgung zusammenbrechen, Stromausfälle wären möglich, die Agrarwirtschaft, aber auch die Stahl- und Chemieindustrie würden erheblich leiden. In der Risikoanalyse wird unter anderem auf die Folgen der Dürre 2018 verwiesen, die bereits die Schifffahrt beeinträchtigte, wodurch unter anderem die Benzinpreise stiegen.

Bei andauernder Trockenheit könnte Deutschland nach Einschätzung des DWD auf einen weiteren Dürresommer zusteuern. "Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden", sagte der Leiter der DWD-Agrarmeteorologie, Udo Busch, in Offenbach.

Brände in Thüringen

Im Kampf gegen einen Waldbrand am Bleiloch-Stausee in Thüringen wurden Höhenretter zur Bekämpfung möglicher Glutnester an steilen Felswänden eingesetzt. Der Kampf gegen das Feuer auf etwa 15 Hektar könnte sich nach Einschätzung der Einsatzkräfte noch bis Freitag hinziehen. Unterdessen geriet ein noch größerer Wald in Thüringen in Brand. Nach Angaben der Behörden waren mehrere Feuerwehren im Einsatz.

Waldbrand bei Nassenheide wird gelöscht
Auch in Brandenburg kam es in den vergangenen Tagen zu ersten Waldbränden.
Quelle: dpa

Die Bundesregierung versprach Hilfe für Länder und Kommunen bei der Brandbekämpfung, wenn diese nötig sei. "Es ist so, dass der Katastrophenschutz (...) Angelegenheit der Länder ist und der Brandschutz Angelegenheit der Kommunen. Der Bund hat eine ganz schmale Zuständigkeit nur für den Zivilschutz", sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Allerdings helfe der Bund Ländern und Kommunen mit Ausrüstung. Der Bundestag habe 100 Millionen Euro für weitere Aufstockungen bei Brand- und Katastrophenschutz im Zeitraum von 2019 bis 2022 bewilligt.

Feuerwehr fordert mehr Hubschrauber

Angesichts der Trockenheit und der hohen Waldbrandgefahr fordert der Deutsche Feuerwehrverband mehr Löschhubschrauber in Deutschland. "Es gibt zu wenige - zu wenige tragfähige Hubschrauber, die nur die Bundeswehr vorhält", sagte Verbandspräsident Hartmut Ziebs im ZDF-Morgenmagazin. "Hier fehlen uns circa zehn bis zwanzig Hubschrauber deutschlandweit."

Präsident des Feuerwehrverbandes - "Es fehlen tragfähige Löschhubschrauber"

Die Waldbrandgefahr in Deutschland ist besorgniserregend hoch. Hartmut Ziebs, Präsident des Feuerwehrverbandes, erläutert, was jetzt präventiv zu tun ist und wo es Defizite gibt.

Nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums hilft die Bundeswehr nur dann aus, "wenn die zuständigen Hilfskräfte eben nicht mehr in der Lage sind, den Brand zu löschen, beziehungsweise nicht mehr in der Lage sind, genug Material und Personal an den Punkt zu bekommen, wo sie es brauchen". Dabei würden Hubschrauber genutzt, die zwar nicht spezielle Löschhubschrauber seien, aber Wassertanks transportieren könnten.

Moorbrand unter Kontrolle

So hat der Einsatz eines Bundeswehr-Helikopters eine Ausbreitung des Moorbrandes im niedersächsischen Goldenstedt verhindert. "Für Entwarnung ist es aber viel zu früh", sagte Landkreissprecher Jochen Steinkamp. Nach seinen Angaben nahm die Maschine seit dem Vormittag pro Flug bis zu 5.000 Liter Wasser aus dem nahe gelegenen Hartenbergsee auf und warf sie über dem Brandgebiet ab.

In Berlin sind Bürger aufgerufen, beim Gießen von Straßenbäumen und jungem Grün mitzuhelfen. Das Grünflächenamt allein schaffe das mit seinem Personal nicht, sagte der Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt. "Besonders viel Wasser brauchen die neu gepflanzten Bäume und andere Pflanzen am Straßenrand."

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