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Ermordeter Journalist - Trotz Khashoggi: Trump bleibt an Riads Seite

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Könne sein, dass der Kronprinz was wusste - könne aber auch nicht sein, sagt US-Präsident Trump zum Fall Khashoggi. Auf jeden Fall blieben die USA "fester Partner" Saudi-Arabiens.

Trump bekräftigt die Partnerschaft mit Saudi-Arabien.
Trump: USA weiter fest an Riads Seite
Quelle: Andrew Harnik/AP/dpa

Ist Mohammed bin Salman in den Mord am Journalisten Jamal Khashoggi verstrickt? US-Präsident Donald Trump schließt zumindest nicht aus, dass der saudische Kronprinz "Kenntnis" von der Tötung gehabt haben könnte. "Vielleicht hatte er das und vielleicht auch nicht", sagte Trump am Dienstag. Wie auch immer: An der engen Partnerschaft mit Riad wolle er festhalten. "Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, ein fester Partner Saudi-Arabiens zu bleiben." Auch an umstrittenen Waffenverkäufen an Riad will er festhalten.

Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, die CIA sehe Mohammed bin Salman als Drahtzieher hinter dem gewaltsamen Tod Khashoggis. Das Außenministerium in Washington stellte aber klar, es sei noch keine abschließende Bewertung getroffen worden. Die Untersuchungen der US-Geheimdienste dauerten noch an, sagte Trump. Vielleicht würden die Fakten rund um das "inakzeptable und fürchterliche Verbrechen" niemals ans Licht kommen, fügte er hinzu.

Trump: Großartiger Partner

Trump verwies auf die Rolle des verbündeten Saudi-Arabien: Das Königreich sei ein "großartiger Partner in unserem sehr wichtigen Kampf gegen den Iran" gewesen, hob Trump hervor. Zugesagte Investitionen Riads in den USA in Höhe von 450 Milliarden Dollar würden hunderttausende Arbeitsplätze schaffen. Auch habe sich Riad sehr kooperativ in den Anstrengungen verhalten, die Ölpreise zu begrenzen, so Trump. Die milliardenschweren Waffenverkäufe zu stoppen, würde lediglich China und Russland in die Karten spielen, die dann bei den Verkäufen für die USA einspringen würden, erklärte Trump.

Khashoggi, der zuletzt als Kolumnist für die "Washington Post" gearbeitet hatte, war am 2. Oktober verschwunden, nachdem er Saudi-Arabiens Konsulat in Istanbul betreten hatte. Nach wochenlangen Dementis gab Saudi-Arabien unter internationalem Druck schließlich zu, dass er in dem Konsulat zu Tode kam, stellte dies jedoch zunächst als Folge eines Streits dar. Erst später gab Riad indirekt zu, dass Khashoggi von Agenten des Königreichs vorsätzlich getötet wurde.

Tonaufnahmen aus der Botschaft

Eine türkische Webseite veröffentlichte erstmals angebliche Zitate aus den Tonaufnahmen von der Tat veröffentlicht. Auf den Bändern sei zu hören, wie der Regierungskritiker ruft: "Lassen Sie meinen Arm los, was denken Sie, was Sie da tun", heißt es in dem "Habertürk"-Bericht, den die große Zeitung "Hürriyet" am Dienstag aufgriff. Auch seien Geräusche von Schlägen und Folter zu hören. Später sei einer der mutmaßlichen Täter mit den Worten zu hören: "Es ist unheimlich, die Kleider eines Mannes zu tragen, den wir vor 20 Minuten getötet haben." Der Sprecher sei kurz darauf als Doppelgänger von Khashoggi aufgetreten.

"Habertürk" beruft sich auf Quellen in Sicherheitskreisen. Die türkische Regierung lanciert über Medien seit Wochen Details zum Mord im Konsulat, die Saudi-Arabien schwer belasten. Der Öffentlichkeit hat sie bisher keinen Zugang zu den Tonaufnahmen gewährt.

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