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"Trüberbrook" - Games, die aus der Reihe tanzen

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Fast alle Computerspiele entstehen so: Grafiker bauen ein 3D-Gittermodell von Figuren und legen dann eine sogenannte Textur wie eine Tapete darüber. Doch es gibt Ausreißer.

In den Neunzigern erschienen mehrere Knet-Spiele. 1993 brachte die Firma Interplay gleich zwei Titel auf den Markt, in denen Knet-Figuren mit der sogenannten Stop-Motion Technik animiert waren. Das bekanntere davon hieß "ClayFighter" und war eine Parodie auf Karategames. Es war erfolgreich genug, dass wenige Jahre später Hollywood-Regisseur Steven Spielberg und Microsoft viel Knete in die Hand nahmen, um mit "The Neverhood" ein noch ambitionierteres Projekt umzusetzen.

Screenshot The Neverhood
Quelle: Microsoft

Für dieses Point and Click Adventure mussten etliche Umgebungen modelliert werden und die Figuren bewegten sich freier als in einem Kampfspiel. Der Aufwand lohnte sich nicht. Das Spiel wurde zwar ein Kritikerliebling, fiel aber beim Publikum durch. Seitdem sind nur wenige Spiele erschienen, die so entwickelt wurden.

Aus Werbekampagne wird Spiel

2001 erschienen die ersten einflussreichen Alternate Reality Games. Solche Spiele sprengen den Rahmen eines klassischen Videospiels. Sie sind eher so etwas wie eine multimediale Schnitzeljagd. Der Spieler muss auch im Internet oder sogar an realen Orten nach versteckten Hinweisen suchen.

Screenshot: Majestic von Electronic Arts
Majestic von Electronic Arts
Quelle: Electronic Arts

"The Beast" war eigentlich eine Werbekampagne für einen Kinofilm und erzählte auf verschiedenen Webseiten die mysteriöse Geschichte einer Wissenschaftlerin. Nur wenige Monate später brachte der Videospiel-Publisher Electronic Arts "Majestic" auf den Markt, das sich ähnlicher Methoden bediente. Wer es spielte, bekam manchmal sogar nachts einen Anruf oder ein Fax geschickt.

Nach den Anschlägen vom 11. September geriet "Majestic" jedoch in die Kritik. Aufgrund von Befürchtungen, es könne Paranoia auslösen, stellt der Publisher das Spiel ein.

Echte Kulissen bei "Trüberbrook"

Screenshot: Trüberbrook
Quelle: btf

Das Adventure "Trüberbrook", das 2018 erscheinen soll, reiht sich in die Liste der ungewöhnlichen Computerspiele ein. Statt im Computer eine virtuelle Welt aus Gittermodellen und Texturen zu bauen, haben Szenenbildner echte Kulissen in Form von rund zwanzig Modellen gebaut. Diese werden je nach gewünschter Jahres- und Tageszeit dekoriert und beleuchtet.

Mittels Photogrammetrie werden die Aufnahmen schließlich als 3D-Modelle digitalisiert. Hinter dem Spiel steckt die Produktionsfirma von TV-Formaten wie dem Neo Magazin Royale, die bereits Erfahrungen mit Bühnen- und Modellbau hatten.

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