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Pressekonferenz des US-Präsidenten - Trump erklärt IS-Chef Al-Bagdadi für tot

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IS-Chef Al-Bagdadi ist tot. Er sei "wie ein Hund" gestorben", sagte US-Präsident Donald Trump auf einer Pressekonferenz, über deren Niveau Beobachter die Stirn runzeln.

Überaus anschaulich hat Donald Trump den Einsatz von US-Spezialkräften geschildert, der zum Tod des IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi führte. Vielleicht gab der US-Präsident sogar mehr Details preis, als seinen Geheimdiensten recht ist - weil sich daraus womöglich Rückschlüsse auf die Quellen ziehen lassen, aus denen die Informationen über das Versteck des meistgesuchten Mannes der Welt stammten.

Trump erlebt Angriff wie einen "Film"

Trump verfolgte den Einsatz nahe des nordwestsyrischen Orts Barischa im Grenzgebiet zur Türkei vom "Situation Room" im Weißen Haus aus. Alles sei so klar zu sehen gewesen wie in einem "Film", sagte Trump. Der Extremistenchef habe sich selbst getötet, indem er in einem Tunnel eine Sprengstoffweste zündete.

Der Aufenthaltsort von Al-Bagdadi war nach Angaben des US-Präsidenten bereits vor einigen Wochen ausfindig gemacht worden. Der Einsatz sei mehrfach verschoben worden, weil der IS-Chef zwischenzeitlich einen Wechsel des Aufenthaltsorts erwogen habe. Acht US-Militärhubschrauber flogen dann in der Nacht zum Sonntag zu dem Versteck. Von wo aus, sagte Trump nicht. Der Anflug dauerte laut seiner Schilderung 70 Minuten und führte durch russisch kontrollierten Luftraum. Russland genehmigte demnach den Durchflug.

Löcher ins Gebäude gesprengt

Bei ihrer Landung gerieten die US-Soldaten aus dem Gebäude heraus unter Beschuss. Laut Trump erwiderten die Soldaten noch aus den Helikoptern heraus das Feuer und konnten so den feindlichen Beschuss "unverzüglich" stoppen. Die Soldaten sprengten dann Löcher in die Seite des Gebäudes und stürmten hinein. Durch die Eingangstür hätten sie nicht eindringen wollen, da diese mit Sprengfallen ausgestattet gewesen sei.

Syria - Zerstörtes Haus - Al Baghdadi
Zerstörtes Haus bei Barischa: Im Nordwesten Syriens griffen US-Truppen den IS-Chef an.
Quelle: ap

Al-Bagdadi sei in einen Tunnel geflüchtet, sagte Trump. Hunde hätten ihm nachgehetzt. Der IS-Chef zerrte dem Präsidenten zufolge drei seiner kleinen Kinder mit sich und damit in den "sicheren Tod". Denn der Tunnel habe keinen Ausgang gehabt, und der IS-Chef habe dies gewusst. Am Ende des Tunnels zündete Al-Bagdadi demnach dann seine Sprengstoffweste und tötete damit auch seine drei Kinder.

Al-Bagdadi sei "wie ein Hund" und "wie ein Feigling" gestorben, sagte Trump. Mitgeflogene Labortechniker hätten vor Ort Tests zur Identität des Toten vorgenommen. Dabei habe sich bestätigt, dass es sich um den IS-Anführer handelte.

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Während des zweistündigen Einsatzes töteten die US-Soldaten laut Trump eine "große Zahl" von IS-Kämpfern. Auch habe es mehrere Festnahmen gegeben. Elf andere Kinder, die sich in dem Anwesen aufgehalten hätten, seien unverletzt herausgeholt worden. Ob darunter weitere Kinder Al-Bagdadis waren, blieb zunächst unklar.

Trump erwägt, Video vom Angriff zu veröffentlichen

Auch fanden die US-Militärs in der Anlage nach Angaben des US-Präsidenten wertvolles Material über die Dschihadistenmiliz und deren "Zukunftsplanungen". Für die US-Spezialkräfte verlief der Einsatz glimpflich: Keiner der Soldaten wurde getötet oder verletzt. Allerdings wurde einer der Hunde der US-Armee verletzt, als Al-Bagdadis Weste explodierte und der Tunnel einstürzte, wie Trump mitteilte.

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Trump deutete an, dass er die Veröffentlichung der Videoaufnahmen anordnen könnte, damit die Welt wisse, dass Al-Bagdadi seine letzten Momente mit "Weinen", "Wimmern" und "Schreien" verbracht habe. Er sagte, der US-Angriff gegen Al-Bagdadi sei eine größere Sache als die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden 2011 unter dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama. Der Tod von bin Laden sei bedeutsam gewesen, sagte Trump. Er glaube aber, die Nachricht über Al-Bagdadi sei noch größer.

Vor einigen Jahren hatte sich Trump noch ganz anders geäußert. Man solle aufhören, Obama zur Tötung bin Ladens zu gratulieren - Spezialkräfte des Militärs hätten diesen getötet.

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Nun ließ sich Trump beim Angriff auf Al-Bagdadi im Situation Room fotografieren - ähnlich wie vor einigen Jahren sein Vorgänger Obama.

Donald Trump - Special Operation Room
Donald Trump mit seinem Vize, Verteidigungsminister und Generälen im "Situation Room".
Quelle: via reuters

Zusammenarbeit mit Irakern und Syrern

Der Aufenthaltsort des IS-Chefs, der bereits mehrfach für tot erklärt worden war, galt lange als unbekannt. Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) war Al-Bagdadi einer der meistgesuchten Terroristen der Welt gewesen. Zuletzt hatte der IS im April ein Video mit Al-Bagdadi verbreitet, in dem er dem Westen mit Angriffen drohte.

Der irakische Geheimdienst teilte mit, dass er der US-geführten Anti-IS-Koalition den genauen Aufenthaltsort von Al-Bagdadi mitgeteilt und so die Voraussetzung für den US-Angriff geliefert habe.

Auch der Kommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, schrieb auf Twitter, Al-Bagdadis Tod sei das Ergebnis einer über fünf Monate andauernden Geheimdienst-Zusammenarbeit gewesen. Der IS-Chef sei dann bei einer gemeinsamen Operation getötet worden. Die von der Kurdenmiliz YPG dominierten SDF waren bisher der wichtigste Verbündete der US-Streitkräfte im Kampf gegen den IS.

Zuletzt war dieses Bündnis allerdings unter erheblichen Druck geraten - auch wegen der Offensive der Türkei nach dem zwischenzeitlich verkündeten Rückzug der USA aus Syrien. Doch nun feiern die syrischen Kurden den Tod Al-Bagdadis als "historische Errungenschaft" und loben die Zusammenarbeit mit den USA. Trump dankte Russland, der Türkei, Syrien, dem Irak und kurdischen Kämpfern in Syrien für ihre Unterstützung.

Brutale Terrorgruppe

Unter Al-Bagdadi wurde der IS ab 2010 zu der brutalen Terrorgruppe, die 2014 zunächst Gebiete im Irak und dann in Syrien überrannte. Dabei verübte der IS unter seiner Führung zahlreiche Gräueltaten und blutige Anschläge. Die US-geführte Koalition brauchte vier Jahre, um den IS komplett aus den eroberten Gebieten zu vertreiben.

Allerdings schätzen Experten, dass sich noch immer 14.000 bis 18.000 IS-Angehörige im früheren Herrschaftsgebiet in Syrien und im Irak aufhalten.

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