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US-Präsident in Frankreich - Trump auf dem Eiffelturm: Diner "unter Freunden"

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Frankreichs Staatschef Macron und US-Präsident Trump haben trotz vieler Meinungsverschiedenheiten die engen Beziehungen hervorgehoben. Auf dem Eiffelturm gab es am Abend ein festliches Diner "unter Freunden".

Nur wenige Tage nach dem G20-Gipfel in Hamburg ist US-Präsident Trump wieder in Europa zu Gast. Dieses Mal in Paris. Trotz Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem französischen Präsidenten Macron betonten sie bei einem Treffen die engen …

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und sein US-Kollege Donald Trump haben mit ihren Ehefrauen Brigitte und Melania im Eiffelturm ein festliches Abendessen eingenommen. Im Restaurant "Jules Verne" von Sternekoch Alain Ducasse auf der zweiten Etage des Pariser Wahrzeichens fand das Diner "unter Freunden" statt, wie es Macron nannte.

"Ältester Verbündeter"

"Frankreich ist Amerikas erster und ältester Verbündeter. Viele Menschen wissen das nicht", hatte Trump zuvor gesagt. Macron verwies bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Pariser Elysée-Palast auf die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern unter anderem im Anti-Terror-Kampf. Er sprach aber auch den Konfliktpunkt Klimaschutz an. "Wir kennen unsere Meinungsverschiedenheiten", sagte Macron. Er respektiere aber Trumps Entscheidung, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen. Er selbst bleibe dem Abkommen verbunden und wolle es "Schritt für Schritt" umsetzen. Der US-Präsident wiederum deutete an, mit Blick auf das Klimaabkommen "könnte etwas passieren". "Wir werden sehen, was passiert." Konkrete Angaben machte Trump nicht. Die USA bezeichnete er als "Anführer beim Umweltschutz."

Trump hatte Anfang Juni den Austritt seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt und damit bei Regierungen weltweit für Fassungslosigkeit gesorgt. Neben dem Klimaschutz hat auch Trumps ablehnende Haltung zum Freihandel für Konflikte zwischen den USA und den EU-Staaten gesorgt. Macron empfing Trump am Donnerstag zu einem zweitägigen Paris-Besuch. Am Freitag nehmen beide an der Militärparade auf den Pariser Champs-Elysées zum französischen Nationalfeiertag teil. Bei der Parade wird auch an den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg vor hundert Jahren erinnert.

Fahrplan für Syrien

Frankreich und die USA wollen nach Angaben Macrons an einem Fahrplan für die Zukunft Syriens nach dem Bürgerkrieg arbeiten. Die Länder strebten die Schaffung einer Kontaktgruppe an, "um einen politischen Fahrplan für die Zeit nach dem Krieg vor allem in Syrien zu schaffen". Er deutete die Bereitschaft an, dabei auch Vertreter von Staatspräsident Baschar al-Assad zu beteiligen. Ihr sollten neben den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates auch Regionalmächte angehören. "Seit fast sieben Jahren haben wir unsere Botschaft in Damaskus geschlossen und keinen Kontakt mit Baschar al-Assad (...) ohne irgendeine Wirksamkeit", sagte Macron. Er mache aus der Absetzung Assads keine Bedingung für eine Intervention Frankreichs. "Wir haben in der Tat die französische Doktrin im Hinblick auf Syrien geändert", sagte er.

Trump erklärte, die im Südwesten erreichte und seit fünf Tagen haltende Waffenruhe sei ein großer Fortschritt. "Fünf Tage sind für Syrien eine lange Zeit", sagte Trump. "Viele Leute sind deswegen nicht getötet worden", betonte er in Paris. Die USA arbeiteten mit ihren Partnern an einer Ausdehnung der Waffenruhe auf ein zweites, umkämpftes Gebiet.

Maßnahmen gegen Dumping

Gemeinsamkeiten fanden die beiden Staatschefs auch beim Thema Welthandel: Trotz teils unterschiedlicher Auffassungen über einen freien Welthandel haben sich Frankreich und die USA darauf verständigt, gemeinsam gegen Dumping vorzugehen. "Wir wollen zusammenarbeiten, um wirksame Maßnahmen im Kampf gegen Dumping zu ergreifen", sagte der französische Staatspräsident.

Dafür wollen die beiden Länder etwa entsprechende Informationen austauschen. Sowohl der EU als auch den USA solle es erlaubt sein, heimische Branchen und Arbeiter zu schützen, sagte Macron. "Im Rahmen eines Freihandels, aber eines gerechten Freihandels." Trump sieht den freien Handel in der aktuellen Form als Gefährdung für US-Interessen und hatte Handelspartnern immer wieder mit Schutzzöllen gedroht, etwa auf europäische Stahlprodukte.

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