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Erster Besuch in Afghanistan - Trump macht Hoffnungen auf Abkommen mit Taliban

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Es ist der erste Besuch in Afghanistan seit seinem Amtsantritt als US-Präsident: In Sachen Friedensverhandlungen mit den Taliban berichtete Trump von Fortschritten.

Donald Trump besucht Truppen in Afghanistan
Donald Trump hat Truppen in Afghanistan besucht.
Quelle: ap

Bei einem Überraschungsbesuch bei Soldaten in Afghanistan hat US-Präsident Donald Trump von Friedensgesprächen mit den militant-islamistischen Taliban berichtet. Er glaube, die Taliban wollten ein Abkommen, sagte Trump auf dem Militärstützpunkt in Bagram am Donnerstag. Der Besuch bei den US-Soldaten zum wichtigen amerikanischen Feiertag Thanksgiving kam überraschend.

Taliban reagieren zurückhaltend

"Wir treffen uns mit ihnen", sagte Trump bei seinem Afghanistan-Besuch über die Taliban. "Wir sagen, es muss eine Waffenruhe sein. Und sie wollen keine Waffenruhe vereinbaren, aber jetzt wollen sie doch eine Waffenruhe, glaube ich... und wir werden sehen, was passiert." Als Grund für den Sinneswandel nannte Trump auch heftigen Beschuss durch die USA in den vergangenen Monaten. Seit wann die Gespräche stattgefunden haben oder wie substanziell sie waren, war zunächst nicht klar.

Die radikalislamischen Taliban reagierten am Freitag zurückhaltend auf die Aussagen des US-Präsidenten zu neuen Friedensgesprächen mit den USA. Es sei noch "viel zu früh", um von einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zu sprechen, teilte der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid mit. Es werde noch eine "offizielle Reaktion" der Rebellenmiliz folgen, fügte er hinzu.

Trump will die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan reduzieren

Die militant-islamistischen Taliban kontrollieren rund die Hälfte des Landes oder haben dort Einfluss. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 starteten die USA eine Militärintervention. Seitdem sind US- und andere ausländische Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Die Taliban hatten Al-Kaida-Extremisten in Afghanistan geschützt.
Seit Beginn des Krieges vor 18 Jahren sind Zehntausende Zivilisten und mehr als 2.400 US-Soldaten getötet worden. In Afghanistan sind etwa 12.000 US-Soldaten stationiert. Trump will die Zahl reduzieren, er sprach von 8.600 Soldaten. Die USA würden aber im Land bleiben, bis es ein Abkommen gebe oder die USA gesiegt hätten.

Trump hatte im Wahlkampf 2016 damit geworben, die "endlosen Kriege" der USA zu beenden. Im September hatte Trump die Friedensverhandlungen mit den Taliban abrupt abgebrochen, nachdem fast ein Jahr lang versucht worden war, sich zu einigen und ein Abkommen tatsächlich nähergerückt war. Zuvor waren bei einem Bombenanschlag in Kabul zwölf Menschen getötet worden, darunter ein US-Soldat.

Afghanischer Präsident Ghani lobt Donald Trump

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani, den Trump bei seinem Besuch auf die Bühne einlud, wünschte den US-Soldaten "Happy Thanksgiving". Er lobte Trump für dessen Führung und für die Tötung des Anführers der Terrorgruppe Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi, im Oktober.

Was Sie getan haben, um Al-Bagdadi zu eliminieren, - der ein Organisator war und nicht ein Schwätzer - das ist eine sehr große Leistung.
Aschraf Ghani, Präsident Afghanistan

Ghani deutete außerdem an, dass der Einsatz gegen Al-Bagdadi eine weitaus größere Leistung gewesen sei, als der Einsatz gegen Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden, der in Verantwortung des damaligen US-Präsident Barack Obama 2011 getötet wurde. "Präsident Trump, die Leute reden viel über bin Laden, aber was Sie getan haben, um Al-Bagdadi zu eliminieren, - der ein Organisator war und nicht ein Schwätzer - das ist eine sehr große Leistung."

Erster Besuch von Trump in Afghanistan seit Amtsantritt

Trump sagte den Soldaten, er fühle sich geehrt, einen Teil des Feiertags mit ihnen zu verbringen. "Es gibt keinen Ort, an dem ich dieses Thanksgiving lieber verbringen würde, als genau hier mit den toughesten, stärksten, besten und mutigsten Kriegern auf der Erde", sagte Trump. Der US-Präsident sprach vor rund 1.500 Soldaten in einem Hangar auf dem Stützpunkt.

Es war Trumps erster Besuch in Afghanistan seit Amtsantritt, er dauerte mehrere Stunden. Offenbar gut gelaunt servierte er Truthahn und dankte den Soldaten. Kurz vor Mitternacht (Ortszeit) reiste er wieder ab.

Die laut dem Weißen Haus wochenlang geplante Reise war aus Sicherheitsgründen geheimgehalten worden. Selbst Ghani war erst Stunden vor dem Besuch informiert und zu einem Treffen auf der Militärbasis eingeladen worden, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere. Für die Dauer der Reise nach Afghanistan wurden aus Sicherheitsgründen von allen Reisenden an Bord der Präsidentenmaschine die Handys beschlagnahmt.

Donald Trump reiste ohne First Lady Melania

Trump war heimlich mit einigen wenigen Begleitern aus Florida abgeflogen, wo er offiziellen Angaben zufolge Thanksgiving hatte feiern wollte. First Lady Melania begleitete Trump nicht. Im vergangenen Jahr war sie zu einem Besuch nach Weihnachten mit Trump in den Irak gereist.

Zum Truthahn essen kam Trump am Donnerstag selbst nicht. Er habe lediglich das Kartoffelpüree auf seinem Teller probiert, bevor er für Fotos bereitstehen musste, wie er Soldaten sagte. "Ich bin nie bis zum Truthahn gekommen", sagte Trump. "Ein herrliches Stück Truthahn."

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