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Nach Rede von Notenbankchef - Trump nennt Fed-Chef Powell einen "Feind"

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US-Präsident Trump greift US-Notenbankchef weiter scharf an: Er stelle sich die Frage, "wer unser größerer Feind ist" - Jerome Powell oder der chinesische Staatschef Xi Jinping.

Jerome Powell (vorne) und Donald Trump, aufgenommen am 22.08.2019 in Washington (USA)
US-Präsident Donald Trump hat Fed-Chef Jerome Powell erneut scharf angegriffen. (Archivbild)
Quelle: Reuters

US-Präsident Donald Trump hat nach einer mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbank-Chef Jerome Powell seine Kritik am obersten Währungshüter der USA verschärft. Die Fed habe "gar nichts" getan, um die US-Konjunktur zu stimulieren, schimpfte US-Präsident Donald Trump via Twitter. "Meine einzige Frage lautet, wer ist unser größerer Feind, Jay Powell oder der Vorsitzende Xi?"

Trump fordert deutliche Zinssenkung

"Meine einzige Frage ist: Wer ist unser größerer Feind, Jay Powell oder der Vorsitzende Xi?"
US-Präsident Donald Trump auf Twitter

Die Regierung in Peking hatte kurz zuvor im Handelsstreit mit Washington neue Strafzölle auf US-Produkte angekündigt. Powell wiederum machte am Freitag in einer Rede deutlich, dass er für die Fed nur begrenzte Möglichkeiten sehe, auf die konjunkturellen Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften zu reagieren.

Trump wirft der Fed vor, das US-Wachstum mit zu hohen Zinsen abzubremsen. Er hat schon seit längerem mit der früheren Gepflogenheit gebrochen, dass sich US-Präsidenten aus Rücksicht auf die Unabhängigkeit der Notenbank mit Kritik an deren Entscheidungen zurückhalten. Trump verlangt von der politisch unabhängigen Notenbank, die Geldpolitik zu lockern.

Die Notenbank hatte Ende Juli erstmals seit der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren ihren Leitzins um einen Viertelpunkt auf jetzt 2,00 bis 2,25 Prozent gesenkt. Damit reagierte sie auf den Handelskonflikt mit China, der zusehends auf die Weltkonjunktur und die heimische Wirtschaft durchschlägt. Dieser Schritt ging Trump aber nicht weit genug. Erst am Montag hatte er eine Zinssenkung um mindestens einen vollen Prozentpunkt gefordert.

Handelskonflikte erschweren Lage

Am Finanzmarkt wird mittlerweile fest erwartet, dass die Fed auf ihrer Zinssitzung Mitte September und mindestens noch ein weiteres Mal in diesem Jahr die Zinsen nach unten setzt.

Die Fed will nach den Worten ihres Chefs Jerome Powell das weitere Wachstum der amerikanischen Wirtschaft mit angemessenen Maßnahmen stützen. Powell machte am Freitag jedoch keine konkreten Angaben zu möglichen weiteren Leitzinssenkungen. Die Zentralbank werde sich gemäß ihres Mandats für einen starken Arbeitsmarkt und geringe Inflation einsetzen und zudem "angemessen handeln, um den Aufschwung zu stützen", sagte Powell in einer Rede vor Notenbankern und Ökonomen in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming.

Die US-Wirtschaft legt bereits seit zehn Jahren zu. Zuletzt mehrten sich jedoch Zeichen für langsameres Wachstum - auch wegen der von Trump angezettelten Handelskonflikte. Die Berücksichtigung von "Unsicherheit durch Handelspolitik in diesem Rahmen ist eine neue Herausforderung", sagte der Notenbankchef.

Powell betonte, das Wachstum der US-Wirtschaft sei weiter robust, es gäbe jedoch eine Verlangsamung und negative Einflüsse der globalen Wirtschaftslage. "Die Unsicherheit der Handelspolitik scheint in der globalen Abschwächung und den schwachen Produktions- und Kapitalausgaben in den USA eine Rolle zu spielen", sagte Powell.

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