ZDFheute

Trump bietet Iran Gespräche an

Sie sind hier:

Streit um Atomprogramm - Trump bietet Iran Gespräche an

Datum:

Erst neue Sanktionen, dann Signale der Dialogbereitschaft: Zumindest rhetorisch zeigt sich US-Präsident Trump im Streit mit dem Iran nun um Abrüstung bemüht.

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump signalisiert Dialogbereitschaft mit dem Iran.
Quelle: ap

Inmitten wachsender Spannungen zwischen den USA und dem Iran sendet das Weiße Haus nun Signale der Gesprächsbereitschaft nach Teheran. Er hätte es gerne, wenn der Iran ihn anriefe, sagte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag vor Reportern im Weißen Haus. "Wenn sie das tun, sind wir offen dafür, mit ihnen zu reden." Erst am Vortag hatte Trump die Islamische Republik mit neuen Sanktionen belegt. Zudem kündigten die USA zuletzt eine Verlegung eines Flugzeugträgers und einer Bomberstaffel in den Nahen Osten an und begründeten dies mit Drohgebärden Teherans.

Zur Art der angeblichen Drohungen wollte Trump sich nicht äußern. Er räumte ein, dass nach den jüngsten US-Maßnahmen eine militärische Konfrontation mit dem Iran möglich sei. Dieses Risiko gebe es "immer", doch wird "das hoffentlich nicht passieren". Zugleich wolle er die iranische Führung wissen lassen, dass seine Telefonleitung offen sei.

In diesem Zusammenhang erhob Trump schwere Vorwürfe gegen Ex-Außenminister John Kerry, der unter seinem Vorgänger Barack Obama am Atomdeal mit dem Iran beteiligt war. Kerry habe Teheran geraten, die Trump-Regierung einfach auszusitzen und "nicht anzurufen", sagte Trump. Kerrys Sprecher Matt Summers wies dies zurück.

Iran setzt Vertragspartnern Frist

Ehe die USA die neuen Sanktionen gegen iranische Stahl-, Aluminium-, Kupfer- und Eisenexporte ankündigten, hatte Teheran die Aussetzung von Teilen des Atompakts in Aussicht gestellt. Den übrigen internationalen Vertragspartnern setzte Präsident Hassan Ruhani das Ultimatum, binnen 60 Tagen ein neues Abkommen auszuhandeln. Wenn es dazu nicht komme, werde Teheran beginnen, Uran wieder höher anzureichern.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben das iranische Ultimatum gemeinsam mit der EU als nicht akzeptabel zurückgewiesen. Der Iran kritisierte die Reaktion der EU-Staaten scharf. "Anstatt vom Iran zu erwarten, sich einseitig an ein internationales Abkommen zu halten, sollte die EU selbst ihren Verpflichtungen aus dem Abkommen nachkommen", schrieb Außenminister Mohamed Dschawad Sarif am Donnerstag auf Twitter. Die USA hätten die EU mit ihrem Ausstieg aus dem Abkommen ein Jahr lang tyrannisiert, aber die EU habe nichts anderes unternommen, als ihr Bedauern auszudrücken. Diese Haltung der EU zeige, warum die Vereinbarung kurz vor dem Ende stehe.

Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde hat sich die Islamische Republik bisher weitgehend an den Deal gehalten. Doch zeigte sich der Iran zuletzt zunehmend frustriert über das Unvermögen der Europäer, die iranische Wirtschaft vor den US-Sanktionen zu schützen. Das Atomabkommen schreibt vor, dass der Iran sein Atomprogramm so beschränkt, dass er keine Kernwaffen bauen kann. Im Gegenzug wurden Sanktionen aufgehoben.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.