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Ölraffinerie in Saudi-Arabien - Trump droht Angreifern mit Vergeltung

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Die USA drohen nach dem Angriff auf eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien mit Vergeltung. Präsident Trump geht davon aus, den Täter zu kennen, wartet aber auf Bestätigung aus Riad.

Nach den Drohnenangriffen auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien hat US-Präsident Donald Trump mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Trump machte keine Angaben dazu, wen die USA für den Urheber des Angriffs halten. Er schrieb auf Twitter: "Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen." Die USA stünden Gewehr bei Fuß, warteten aber auf eine Bestätigung und auf Angaben der saudischen Führung, wen sie für den Angriff verantwortlich mache und unter welchen Bedingungen vorgegangen werden solle.

Wenige Minuten später schrieb Trump in einem Tweet, Medienberichte, wonach er "ohne Bedingungen" zu einem Treffen mit der iranischen Führung bereit sei, seien "wie üblich" falsch. Trump selber hat mehrfach gesagt, er sei ohne Vorbedingungen zu einem solchen Treffen bereit. Erst am vergangenen Dienstag hatte auch Pompeo noch einmal betont, Trump sei zu einem Treffen ohne Vorbedingungen bereit.

Pompeo hatte am Samstag auf Twitter geschrieben: "Inmitten der Rufe nach Deeskalation hat der Iran jetzt einen beispiellosen Angriff auf die Welt-Energieversorgung verübt. Es gibt keinen Beweis, dass die Angriffe vom Jemen kamen." Die Huthi-Rebellen im Jemen bekannten sich ausdrücklich zu dem Angriff. Teheran bestritt jegliche Beteiligung.

Der einflussreiche US-Senator und Trump-Vertraute Lindsey Graham hatte sich am Samstag dafür ausgesprochen, iranische Ölraffinerien anzugreifen. Ein solcher Schritt würde der Führung in Teheran "das Rückgrat brechen".

Trump gibt nationale Ölreserven frei

Derweil bewilligte Trump die Freigabe nationaler Ölreserven im Falle von Engpässen. Ausgehend von dem Angriff, "der sich auf die Ölpreise auswirken könnte", habe er, falls erforderlich, die Freigabe genehmigt, erklärte er. Die Menge habe er noch nicht festgelegt, aber sie werde ausreichend sein, "um die Märkte gut zu versorgen".

Die Drohnenangriffe auf die Ölraffinerie in Saudi-Arabien ließen die Ölproduktion in dem Königreich um die Hälfte des üblichen Volumens einbrechen. Das tägliche Produktionsvolumen fiel einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge um geschätzt 5,7 Millionen Barrel Rohöl, was mehr als fünf Prozent der weltweiten Versorgung entspricht.

Einem Insider zufolge dürfte es "eher Wochen als Tage" dauern, bis die volle Kapazität wieder erreicht wird. Gleichwohl werde angesichts der hohen Lagerbestände Saudi Arabiens damit gerechnet, dass die Exporte wie üblich weiterliefen.

Ölpreise steigen

In den ersten Handelsminuten waren die Preise für Öl bis zu 20 Prozent geklettert, bevor sie einen Teil des Anstiegs wieder abgaben. Zuletzt verteuerte sich ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 6,60 Dollar oder knapp elf Prozent auf 66,82 Dollar - und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juli. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 5,34 Dollar oder knapp zehn Prozent auf 60,19 Dollar zu. Auch diese Sorte war zuletzt Mitte Juli so teuer.

Am frühen Samstagmorgen hatten mehrere Explosionen Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Churais und Abkaik erschüttert. Auf Videos in sozialen Netzwerken waren große Feuer über den Komplexen zu sehen. Experten sehen in der Drohnenattacke einen Angriff auf das Zentrum der saudischen Ölindustrie. Nach Angaben von Saudi Aramco ist der Komplex die größte Raffinerie des Landes und die größte Rohölstabilisierungsanlage der Welt.

Karte vom Jemen, Iran und Saudi Arabien mit den Ölfeldern in Bakiak und Churais
Die Raffinerie-Komplexe in Bakiak und Churais wurden mit Drohnen angegriffen. Die Huthi-Rebellen aus dem Jemen bekannten sich, die USA vermuten den Iran hinter dem Angriff.
Quelle: ZDF

Ein Militärsprecher der Huthis hatte den Angriff mit zehn Drohnen als "legitime Antwort" auf die anhaltende Militärkampagne Saudi-Arabiens im Jemen bezeichnet. Das arabische Königreich führt im Jemen eine von den USA unterstützte Militärkoalition an, die gegen die Huthis kämpft. Diese werden wiederum vom Iran unterstützt und halten große Teile des Nordjemens inklusive der Hauptstadt Sanaa unter Kontrolle.

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