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Aufstockung der Atomwaffen - Trump droht Russland und China mit nuklearer Aufrüstung

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Vor dem Wochenende hatte Trump angekündigt, aus dem Abrüstungsvertrag INF auszusteigen. Nun droht er gar damit, neue Atomwaffen bauen zu lassen. Moskau kontert kühl.

Nach dem angekündigten Ausstieg aus einem wichtigen Abrüstungsvertrag hat US-Präsident Donald Trump mit einer Aufstockung des amerikanischen Atomwaffenarsenals gedroht. Trump sagte am Montag (Ortszeit) im Weißen Haus, diese Drohung gelte Russland und China und "jedem sonst, der dieses Spiel spielen will". Trump betonte zugleich, sollten die anderen Staaten "zur Vernunft kommen", sei er auch wieder zur Abrüstung bereit.

Russland warnt vor globalen Sicherheitsrisiken

Trump kündigte erneut an, die USA würden aus dem INF-Vertrag aussteigen. Das Abkommen aus dem Jahr 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion untersagt den Bau und Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Raketen oder Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 Kilometern. Die USA und Russland werfen sich gegenseitig vor, den Vertrag gebrochen zu haben.

Trump macht die Welt gefährlicher.
Kremlsprecher Dmitri Peskow

Russland warnte angesichts des angekündigten Ausstiegs der USA aus dem INF-Abkommen vor globalen Sicherheitsrisiken. Damit mache Trump die Welt deutlich gefährlicher, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau. Peskow betonte, Russland halte sich an die Vereinbarungen. Doch müsse sein Land im Fall eines einseitigen Rückzugs der USA "nach einer Wiederherstellung des Gleichgewichts in diesem Bereich suchen".

Maas: "Wir sind nicht bereit, ein neues Wettrüsten in Gang zu setzen"

Bundesaußenminister Heiko Maas kündigte an, sich für eine Rettung des INF-Vertrags einzusetzen. "Dieses Abkommen berührt lebenswichtige Interessen Europas. Solange es noch eine Chance gibt, das Abkommen zu erhalten, wollen wir mit allen diplomatischen Mitteln dafür kämpfen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Maas betonte: "Wir werden das Thema in der Nato ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Wir sind bereit, auf Russland einzuwirken, um die Einhaltung des INF zu forcieren. Wir sind nicht bereit, ein neues Wettrüsten in Gang zu setzen."

Trump warf den Russen vor, sich "nicht an den Geist der Vereinbarung oder an die Vereinbarung selber gehalten" zu haben. Zudem sei China nicht Teil des Abkommens, obwohl das notwendig wäre. Der US-Präsident sagte, die USA würden ihr Atomwaffenarsenal aufbauen, "bis sie zur Vernunft kommen. Wenn sie das tun, werden wir alle schlau sein und alle aufhören. Und übrigens nicht nur stoppen, wir werden reduzieren, was ich gerne tun würde."

Trumps Sicherheitsberater John Bolton führte am Montag Gespräche in Moskau. Nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Nikolai Patruschew äußerte Russland die Bereitschaft, die gegenseitigen Vorwürfe auszuräumen. Patruschew bekräftigte laut einer Mitteilung des Sicherheitsrates, es sei wichtig, an dem Vertrag festzuhalten. Die von den USA geplante Aufkündigung sei "ein schwerer Schlag für das internationale Rechtssystem der Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle".

John Bolton trifft den russischen Außenminister Sergei Lawrow am 22.10.2018 in Moskau
John Bolton trifft den russischen Außenminister Sergei Lawrow in Moskau.
Quelle: reuters

USA: Wir sind bereit, zu verhandeln

Bei dem Gespräch sei es auch darum gegangen, den 2021 auslaufenden New-Start-Vertrag um fünf Jahre zu verlängern. Bolton sagte dazu dem Radiosender Echo Moskwy: "Wir sind bereit zu verhandeln. Jetzt ist Zeit für diesen Prozess. Nun verstehen wir auch die russische Position besser." Jetzt gehe es darum, sie zu präzisieren und Details zu klären. Besprochen worden sei auch die Möglichkeit eines Gipfeltreffens zwischen beiden Ländern. Die Entscheidung liege bei Präsident Wladimir Putin, sagte Bolton der Zeitung "Kommersant". Bolton wollte seine Gespräche in Moskau am Dienstag fortsetzen.

Kremlsprecher Peskow warnte, dass die USA nach einem Ausstieg aus dem INF-Vertrag genau die Waffensysteme entwickeln wollten, die durch das Abkommen verboten werden. Schon jetzt verletzten die USA das Abkommen seit Jahren systematisch, etwa mit der Entwicklung raketenbestückter Drohnen. Im Falle eines Ausstiegs aus dem Vertrag müsse Russland Maßnahmen ergreifen, um seine Sicherheit zu garantieren, betonte er. Die USA wollen die Nato-Partner im Laufe der Woche offiziell über ihre Pläne informieren.

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