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Kandidat für den Supreme Court - Trump: Erste Zweifel an Kavanaugh-Berufung

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US-Präsident Trump unterstützt seinen Richterkandidaten Kavanaugh nicht mehr vorbehaltlos. Er wolle sich die Anhörung heute ansehen, sagte er in New York.

Trumps Richterkandidat Brett Kavanaugh. Archivbild
Trumps Richterkandidat Brett Kavanaugh. Archivbild
Quelle: Alex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump schließt nicht aus, die Nominierung von Brett Kavanaugh als Supreme-Court-Richter angesichts von Missbrauchsvorwürfen gegen den Richter zurückzuziehen. Falls er Kavanaugh für schuldig halte, einen sexuellen Übergriff begangen zu haben, könne er seine Meinung zu der Nominierung ändern, sagte Trump am Mittwoch in New York. "Ich könnte überzeugt werden", betonte er. "Ich werde sehen, was morgen passiert."

Er werde sich die Anhörung von Kavanaugh und Christine Blasey Ford vor dem Justizausschuss des US-Senats anhören. Er wolle hören, was die Frau zu sagen habe, sagte Trump. Noch könne er nicht sagen, ob ihre Angaben glaubhaft seien. Der Präsident betonte aber, Kavanaugh habe einen herausragenden Intellekt und er hoffe, dass er für den Supreme Court bestätigt werde.

Dritte Frau erhebt Anschuldigungen

Im Streit über Vorwürfe des sexuellen Fehlverhaltens gegen den Richter-Kandidaten war zuvor dritte Frau an die Öffentlichkeit getreten. Sie legte ihre Anschuldigungen gegen Brett Kavanaugh am Mittwoch in einem Schreiben an den zuständigen Ausschuss des Senats vor. Dort sollen am Donnerstag er und ein mutmaßliches Opfer, eine Psychologie-Professorin, in einer mit Spannung erwarteten Anhörung aussagen. Kavanaugh wies umgehend auch die neuen Vorwürfe zurück. Die Demokraten im Ausschuss forderten Trump auf, die Nominierung des Richters zurückzuziehen oder eine sofortige Untersuchung der Vorwürfe durch den FBI einzuleiten.

Der Republikaner hat Kavanaugh verteidigt und den Demokraten Betrug vorgeworfen. Die dritte Frau wird vom Anwalt Michael Avenatti vertreten, dem Rechtsbeistand der ehemaligen Porno-Darstellerin Stormy Daniels. Diese hat Trump verklagt und soll in den kommenden Tagen ein Enthüllungsbuch über ihn veröffentlichen. Den neuen Anschuldigungen zufolge soll Kavanaugh von 1981 bis 1983 auf mehr als zehn Parties anwesend gewesen sein, bei denen es zum Teil zu Gruppenvergewaltigungen gekommen sei. Der heutige Richter habe sich in Schlangen dafür angestellt. Sie selbst sei etwa 1982 vermutlich unter Drogen gesetzt und dann Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden. Kavanaugh sei auch bei dieser Party anwesend gewesen. Die Namen ihrer Vergewaltiger nannte sie nicht. Die Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden.

"Das ist niemals passiert"

Kavanaugh wies sie umgehend in einer Erklärung des Präsidialamts als lächerlich zurück. "Ich weiß nicht, wer das ist und das ist niemals passiert", hieß es darin. Der Richter hat einräumt, während der High School sich "nicht perfekt" verhalten zu haben. "Ich habe mit meinen Freunden Bier getrunken, meist an den Wochenenden", hieß es in einer Erklärung. Manchmal habe er zu viel getrunken. Im Rückblick habe er auf der Schule "Dinge gesagt und getan", für die er sich heute schäme. Allerdings hat Kavanaugh kategorisch sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen, er habe Sexualverbrechen begangen. An seiner Bewerbung werde er festhalten.

Die lebenslange Berufung des erzkonservativen Juristen an den Supreme Court schien bereits sicher. Trump könnte damit auf Jahrzehnte eine konservative Ausrichtung des Gerichts festsetzen. Der Präsident warf am Mittwoch den Republikanern im Justizausschuss vor, die Nominierung nicht schnell genug durchgebracht zu haben. "Sie hätten das vor zweieinhalb Wochen durchdrücken können und dann würden Sie heute nicht darüber sprechen", sagte er Journalisten in New York. Zunächst war für Freitag eine Abstimmung im Ausschuss über die Nominierung geplant. Sollte dieser zustimmen, könnte am Dienstag das Votum der ganzen Kongresskammer folgen. Trumps Republikaner verfügen im Senat nur über eine hauchdünne Mehrheit.

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